Monica Barham

neuseeländische Architektin From Wikipedia, the free encyclopedia

Monica Frances Barham (geb. 1920 in Dunedin als Monica Frances Ford;[1] gest. 19. September 1983 in Christchurch)[2] war eine neuseeländische Architektin. Sie gründete mit ihrem Mann das Architekturbüro Barham und Barham Architects und war derzeit die einzige Frau, die als Eigentümerin und Partnerin eines Architekturbüros registriert war.[1]

Leben

Barham wuchs in Invercargill auf. Sie war die zweitälteste von fünf Töchtern von Allan und Hildegard Ford. Sie besuchte die Southland Girls' High School in Invercargill und war Internatsschülerin am Columba College in Dunedin.

Im Alter von 17 Jahren begann Barham 1937 im Architekturbüro ihres Vaters zu arbeiten, während sie gleichzeitig ein Architektur-Fernstudium am Auckland University College absolvierte. 1942 zog sie nach Auckland, um ihr Studium abzuschließen; während der Semesterferien arbeitete sie weiterhin für ihren Vater. 1944 schloss sie ihr Architekturstudium mit einem Diplom ab und ließ sich im folgenden Jahr als Architektin registrieren. Damit war sie die erste registrierte Frau in der Zweigstelle Southland and Otago des New Zealand Institute of Architects (NZIA). Außerdem legte Barham erfolgreich die Prüfungen zum Associate beim Royal Institute of British Architects ab.

1946 gründeten Barham und ihr Ehemann Cecil ein Architekturbüro in der Dee Street in Invercargill namens Barham and Barham Architects. Barham war möglicherweise die erste neuseeländische Architektin, die als Eigentümerin und Partnerin eines Architekturbüros tätig war. 1947 war sie jedenfalls die einzige Frau, die beim New Zealand Institute of Architects als solche registriert war.

Barham engagierte sich in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen in Invercargill, darunter dem Southland Altrusa Club, dem Business and Professional Women's Club und den Girl Guides.[3]

Barham lernte ihren Ehemann Cecil 1945 kennen. Sie heirateten im folgenden Jahr. Das Paar bekam zwischen 1946 und 1958 sechs Kinder. Sie zogen sich 1978 nach Christchurch zurück, wo Barham 1983 starb.[3][4]

Werke

Barhams Arbeit als Architektin umfasste kommunale Gebäude und Kirchen. Sie entwarf das Rakiura Museum auf Stewart Island.[4] Das Architekturbüro war unter anderem für den Bau der Bibliothek in Mataura, des Gore Women's Club, der Winton RSA Clubrooms, des Don Street Medical Centre in Invercargill und der Southland Centennial Agricultural Hall verantwortlich.

Barham interessierte sich auch für Kunst. 1942 arbeitete sie mit der lokalen Künstlerin Molly Macalister zusammen und schuf sandgestrahlte Glastrennwände, die mit Bildern aus Kinderreimen verziert waren, für die Kinderstation des Gore Hospital.[3] Eines ihrer frühesten Gebäude ist der Umbau der Brown Owl Milk Bar im Jahr 1948. Dabei setzte sie Glas innovativ als Baumaterial ein und integrierte darauf Grafiken.[4] Ab Mitte der 1960er Jahre unterrichtete sie Kunst an der Southland Boys' High School und am James Hargest College. Mehrere ihrer Aquarelle befinden sich in der Sammlung der Invercargill Public Art Gallery.

2023 wurde das 1956 erbaute Don Street Medical Centre in Invercargill mit dem Enduring Architecture Award (Auszeichnung für nachhaltige Architektur) des NZIA ausgezeichnet. Es ist damit das älteste bekannte Gebäude einer Architektin, das einen NZIA-Preis erhalten hat, da es zehn Jahre vor dem von Lillian Chrystall entworfenen und 1968 fertiggestellten Yock House in Remuera, einem Stadtteil von Auckland, erbaut wurde. Das York House hatte 1967 eine Bronzemedaille erhalten und galt bisher als ältester Preisträger. Beide Auszeichnungen wurden jeweils den Architektinnen und ihren Lebenspartnern verliehen.[5]

In einem Artikel für die Zeitschrift Architecture NZ – herausgegeben von der Berufsorganisation Architecture + Women New Zealand – beschrieb die Architektin Megan Rule eine Reiseroute zu allen bekannten Bauten, die Monica Barham zuzuordnen waren und veröffentlichte Fotos dazu.[5] Barhams Leben und Werk waren 2024 Gegenstand einer Ausstellung in Museum und Kunstgalerie Te Waka Tuia in Invercargill, das von der Architektin Megan Rule kuratiert wurde und zu der auch ein Ausstellungskatalog erschien.[6]

Literatur

  • Megan Rule: Not Afraid to Try Anything: Monica Barham. In: Elizabeth Cox (Hrsg.): Making Space: A History of New Zealand Women in Architecture. Massey University Press, Auckland 2022, ISBN 978-1-991016-34-8, S. 144153 (englisch).
  • Bronwen Kerr: Exhibition: Monica Barham. So You’re Building: You and the Architect. Mit einem Foto von Monica und Cecil Braham, Modellen und Zeichnungen. In: Architecture NZ. He Waka Tuia, Invercargill Juli 2024, S. 124 (architecturenow.co.nz).
  • Megan Rule: Monica Barham. So You’re Building: You and the Architect. Ausstellungskatalog. SPA Press, Auckland 2024 (englisch).
  • Megan Rule: Itinerary: Monica F. Barham in Southland. Liste der Werke mit Fotografien. In: Architecture New Zealand. 4. Juni 2024, S. 8487 (englisch, architecturenow.co.nz).

Einzelnachweise

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