Monika Riedler

österreichische Sängerin (Sopran) und Gesangspädagogin From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Monika Riedler wuchs in ihrer Heimatstadt Amstetten in einer musikliebenden Familie auf.[1] Sie studierte Anglistik, Schulmusik, Musikpädagogik und Gesang in Wien.[1][2] Während ihres Studiums war sie bereits im Allhartsberger Chor „Cantores Dei“ als Solistin aktiv.[1] Später war sie Mitglied in verschiedenen Wiener Chören und sang regelmäßig als Sopran-Solistin bei Gottesdiensten und Konzerten im Stephansdom, in der Augustinerkirche und in der Jesuitenkirche in Wien.

Monika Riedler sang bei zahlreichen internationalen Festivals, u. a. bei der „Sagra Musicale Umbra“ in Perugia, den Wiener Festwochen, bei den Haydn Festspielen in Eisenstadt, bei den Gmundner Festspielen sowie bei Konzertreihen im In- und Ausland.[3][4] Sie gab Konzerte mit den Wiener Symphonikern, mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, dem Dänischen Radio-Sinfonieorchester, dem Haydn Orchester Bozen, dem Symphonieorchester Ljubljana und der Cappella Istropolitana.[3][4]

Ihr Repertoire als Konzertsängerin umfasste Werke von der Barockmusik, über die Spätromantik bis hin zu zeitgenössischer Musik.[5] Vornehmlich interpretierte sie geistliche Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Anton Bruckner, Antonín Dvořák, Joseph Haydn, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert, wobei insbesondere ihre Interpretation der Sopran-Soli in der Missa solemnis und in der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven geschätzt wurden.[4] Im November 2008 gehörte sie im Wiener Stephansdom gemeinsam mit Gabriele Sima, Thomas Ebenstein und Anton Scharinger zum Solistenquartett beim öffentlichen Requiem für Helmut Zilk.[6] Im Juni 2009 sang sie beim Pontifikalamt mit Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn zum 150-jährigen Bestehen des Wiener Singvereins im Wiener Stephansdom die Sopran-Partie in der Messe in C-Dur, Op. 86 von Ludwig van Beethoven.[7]

Monika Riedler trat auch als Sopranistin in Opern und Operetten hervor. Ihr Repertoire umfasste Opern von Mozart, Cherubini, Smetana, Offenbach, Carl Orff, Richard Strauss und Richard Wagner.[4] 1991 sang sie im Rahmen der Wiener Festwochen neben Cornelia Götz und Roman Sadnik die Pamina in der Oper Die Zauberflöte.[8] 2004 trat sie bei der Oper Klosterneuburg als Ludmila in Die verkaufte Braut auf. Von 2007 bis 2011 gastierte sie für mehrere Spielzeiten an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin als Aufseherin in der Oper Elektra. Bei den Tiroler Festspielen Erl sang sie 2014/15 unter der musikalischen Leitung von Gustav Kuhn die Brünnhilde in Siegfried und die Leonore in Fidelio. Sie gastierte auch an der Hamburgischen Staatsoper, in der Alten Oper Frankfurt und an der Neuen Oper Wien.[2] Mehr als ein Jahrzehnt war sie Solistin in den Operettenproduktionen bei den „Herbsttagen Blindenmarkt“.[1] Zu ihren Operettenpartien gehörten Rosalinde in Die Fledermaus, Saffi in Der Zigeunerbaron, die Titelrolle in der Kálmán-Operette Gräfin Mariza und die Kurfürstin in Carl Zellers Operette Der Vogelhändler.

Monika Riedler arbeitete u. a. mit den Dirigenten Fabio Luisi, Arthur Fagen, Michael Boder, Johannes Debus, Andrés Orozco-Estrada, Simone Young, Thomas Rösner, Peter Marschik und Markus Landerer zusammen.

Neben ihrer sängerischen Laufbahn wirkte Monika Riedler insbesondere als Gesangspädagogin. Sie war seit 2015 Professorin für Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Theater München.[2] Neben ihrer Professur in München unterrichtete sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) und seit der Gründung im September 1991 bis zu ihrem Ableben am Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese St. Pölten.[1][4][9] Ihre Lehrtätigkeit zeichnete sich durch Methodenvielfalt aus, die an der Verbindung von Körper, Energie und Stimme orientiert war. Sie war diplomierte Qi-Gong-Lehrerin und verband westliche Gesangstraditionen mit fernöstlichen Ansätzen, woraus sie eine ganzheitliche stimmbildnerische Arbeit entwickelte.[1][2][3][4]

Im November 2025 sang sie bei einem ihrer letzten öffentlichen Auftritte mit der Chorvereinigung St. Augustin die „Große Credomesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart in der Wiener Jesuitenkirche.[10]

Monika Riedler starb Ende Dezember 2025 im Alter von 60 Jahren.[1][2] Die Kirchenmusik von St. Augustin widmete ihr die Aufführung der Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart beim Jahresschluss-Hochamt in der Augustinerkirche.[5]

Einzelnachweise

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