Moritz Haubold von Schönberg

Oberpräsident der preußischen Provinzen Schlesien und Pommern From Wikipedia, the free encyclopedia

Moritz Haubold von Schönberg (* 22. September 1770 in Geußnitz; † 18. April 1860 in Groß Krauschen, Kreis Bunzlau) war ein Gutsbesitzer und sächsischer bzw. ab 1815 preußischer Beamter. Er war von 1816 bis 1822 Regierungspräsident in Merseburg, von 1824 bis 1825 Oberpräsident der Provinz Schlesien und von 1831 bis 1835 Oberpräsident von Pommern.

Herkunft

Er stammte aus der sächsischen Adelsfamilie von Schönberg und war der Sohn von Carl Haubold von Schönberg (* 1731; † 17. Dezember 1790) auf Geußnitz und dessen Ehefrau Johanna Wilhelmina von Schönfeld (* 26. September 1739). Der Familiensitz Geußnitz gehörte zum kursächsischen Amt Zeitz und gelangte 1815 an das Königreich Preußen.

Leben und Werk

Moritz Haubold von Schönberg wurde 1796 kursächsischer Hof- und Justitienrat und 1808 Geheimer Finanzrat im Geheimen Finanzkollegium des Königreichs Sachsen. In Dresden waren Schönberg und seine Frau Luise (siehe unten) eng mit Minna und Christian Gottfried Körner befreundet, zu deren literarischem Kreis sie zählten.[1] Nach der Niederlage Sachsens als Verbündetem Frankreichs in der Völkerschlacht 1813 wurde das Königreich von den alliierten Mächten besetzt und vorübergehend vom Zentralverwaltungsdepartement unter dem Freiherrn vom Stein verwaltet. Dieser setzte Schönberg als Präsidenten der Kriegsverwaltungskammer in Sachsen ein.[2]

Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde mehr als die Hälfte des sächsischen Territoriums Preußen zugesprochen, darunter auch die Gegend um Zeitz mit Schönbergs Besitz in Geußnitz. Dieser wechselte daraufhin in preußische Dienste und war von 1816 bis 1822 erster Regierungspräsident im Regierungsbezirk Merseburg. Dieser umfasste den südöstlichen Teil der neu geschaffenen preußischen Provinz Sachsen, der größtenteils ehemals kursächsische Gebiete umfasste, die 1815 an Preußen gefallen waren. Von 1824 bis 1825 amtierte er als Oberpräsident der Provinz Schlesien in Breslau und war danach Zweiter Direktor im preußischen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten.

Im Jahre 1831 wurde er zum Oberpräsidenten der Provinz Pommern in Stettin berufen. In demselben Jahr erhielt von Schönberg die Ernennung als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz. Er amtierte bis zum Jahre 1835.

Familie

Am 21. Dezember 1807 heiratete er Gräfin Luise zu Stolberg-Wernigerode. Aus dieser Ehe ging einzig die Tochter Auguste (1808–1864) hervor, die 1828 Magnus Graf von Schlieffen (1796–1864) heiratete. Sein Enkel war der spätere Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen.

Die Linie Geußnitz ist mit dem Tod von Moritz Haubold von Schönberg erloschen.

Ehrungen

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Schwabe (Hrsg.): Die preußischen Oberpräsidenten 1815–1945 (= Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit. Bd. 15 = Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte. 1981). Boldt, Boppard am Rhein 1985, ISBN 3-7646-1857-4.
  • Provinzial-Kalender für Neu-Vor-Pommern und das Fürstentum Rügen auf das Gemeinjahr 1834, Stralsund, Regierungsdruckerei, 1834
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, 1904, Fünfter Jahrgang, S. 738f

Einzelnachweise

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