Mother Mary (Film)

Melodram von David Lowery From Wikipedia, the free encyclopedia

Mother Mary ist ein Melodram von David Lowery. Der Musikfilm erzählt von der Beziehung zwischen einer Musikerin und einer berühmten Modedesignerin, gespielt von Anne Hathaway und Michaela Coel. Mitte April 2026 kam er in die US-Kinos. Der Kinostart in Deutschland ist im Mai 2026 geplant.

TitelMother Mary
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2026
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Mother Mary
Produktionsland Vereinigtes Königreich, USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 112 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie David Lowery
Drehbuch David Lowery
Produktion David Lowery, Toby Halbrooks, Jeanie Igoe, James M. Johnston, Jonas Katzenstein, Maximilian Leo, Jonathan Saubach
Musik Jack Antonoff, Daniel Hart, Charli xcx
Kamera Andrew Droz Palermo, Rina Yang
Schnitt David Lowery
Besetzung
Schließen

Handlung

Die Musikerin Mother Mary ist ein Megastar, doch hinter all dem Glamour steht eine Frau, die keine Kraft mehr hat, die Projektionsfläche für alles und jeden zu sein. Von ihrem heiß erwarteten Bühnen-Comeback überwältigt sucht Mary Zuflucht bei ihrer einstigen Freundin und Weggefährtin Sam Anselm, einer Modedesignerin, die ihren ikonischen Stil zu Beginn ihrer Karriere geprägt und sich auf ihr Anwesen in London zurückgezogen hat, von wo aus sie ihr Modeimperium kontrolliert und in einem Steinhaus im Garten ihre Entwürfe anfertigt.

Sie haben sich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen, und der Bruch ihrer Freundschaft sitzt tief. Mary bittet Sam in dieser persönlichen Krise um Hilfe. Sam soll für sie ein Outfit für ihr bevorstehendes Comeback gestalten, ein visionäres Kleid, ein Kleid für das große Abschlusskonzert ihrer Karriere, das sie bald geben wird. Gemeinsam lassen die beiden Frauen das neue Kostüm entstehen und sprechen über ihre Beziehung und die Vergangenheit.[2][3][4]

Produktion

Regie und Drehbuch

„Einen Popstar von Grund auf zu erschaffen, ist nichts für schwache Nerven. Wir nahmen uns jede freie Minute Zeit, um unser Verständnis von „Mother Mary“ und ihrer Musikrichtung zu vertiefen.“

Regisseur David Lowery über die Erschaffung seines fiktiven Popstars[5]

Regie führte David Lowery, der auch das Drehbuch schrieb.[6] Er ist bekannt für Filme wie The Saints – Sie kannten kein Gesetz, A Ghost Story, Ein Gauner & Gentleman und The Green Knight.[7] Bei der Gestaltung der Performances und der Persönlichkeit seiner Titelfigur ließ sich Lowery von Taylor Swifts Reputation-Tour und dem dazugehörigen Konzertfilm aus dem Jahr 2018 inspirieren.[8] Dieser sei wirklich außergewöhnlich und einer der besten Konzertfilme aller Zeiten, so der Regisseur. Er habe sehr viel Taylor Swift in die Figur der Mother Mary eingebracht: „Ich habe mir oft gedacht: ‚Stell dir Taylor Swift in zehn oder fünfzehn Jahren vor – so ungefähr könnte diese Figur sein.’“[9]

Besetzung und Kostüme

Anne Hathaway spielt in der Titelrolle die Musikerin Mother Mary und Michaela Coel die Modedesignerin Sam Anselm
Anne Hathaway spielt in der Titelrolle die Musikerin Mother Mary und Michaela Coel die Modedesignerin Sam Anselm
Anne Hathaway spielt in der Titelrolle die Musikerin Mother Mary und Michaela Coel die Modedesignerin Sam Anselm

Die US-amerikanische Filmschauspielerin und Oscar-Preisträgerin Anne Hathaway und die Britin Michaela Coel spielen in den Hauptrollen die Musikerin Mother Mary und die Modedesignerin Sam Anselm, die ihren ikonischen Stil zu Beginn ihrer Karriere geprägt hat.[2][10] Model und LGBTQIA*-Aktivistin Hunter Schafer, bekannt aus der Fernsehserie Euphoria und dem Film Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes, spielt Hilda.[11] Weiter auf der Besetzungsliste finden sich Kaia Gerber, Jessica Brown Findlay und Sian Clifford.[12] Das Casting übernahm Áine O’Sullivan.

Die deutsche Kostümdesignerin Bina Daigeler arbeitete zuletzt für The Room Next Door von Pedro Almodóvar und Rosebush Pruning von Karim Aïnouz.[13] Für die von ihr entworfenen Kostüme für den Film Mulan war sie 2021 für einen Oscar nominiert.

Filmförderung, Szenenbild und Dreharbeiten

Der Film wurde vom Deutschen Filmförderfonds mit 4.768.387 Euro gefördert.[14] Von der Film- und Medienstiftung NRW kam eine weitere Million Euro.[2]

Das Szenenbild stammt von Francesca Di Mottola.[6] Die Dreharbeiten fanden von Mai bis Juli 2023 unter anderem auf der Burg Adendorf am südlichen Rand von Adendorf, einem Ortsteil von Wachtberg in Nordrhein-Westfalen, statt.[15] Als Kameraleute fungierten Andrew Droz Palermo und Rina Yang.[16] Droz Palermo war in der Vergangenheit für Filme wie Thunderbolts und Lowerys The Green Knight, Yang für Filme wie O’Dessa tätig.

Filmmusik und Songs

Die Filmmusik komponierte Daniel Hart, mit dem der Regisseur bereits für alle seine früheren Filme zusammenarbeitete.[17] Weitere Songs steuerten „Bleachers“-Frontmann Jack Antonoff und die britische Pop-Singer-Songwriterin Charli xcx bei, so auch den Titelsong.[10][18] Der Regisseur holte sie ins Boot, weil sie in seinen Augen zwei der größten Köpfe der Popmusik sind. Auch FKA Twigs hatte bei der Arbeit geholfen.[5]

Als Lowery Mother Mary konzipierte, habe unter anderem seine große Liebe zur Popmusik eine Rolle gespielt. Er habe die Idee faszinierend gefunden, diese tiefgründige künstlerische Auseinandersetzung mit der offensten und zugänglichsten Ausdrucksform zu verbinden. „Was ich an Popmusik so liebe, ist, dass sie selbst den schlimmsten Tag deines Lebens, das schlimmste Gefühl, den größten Herzschmerz in etwas Schönes, Befreiendes, Fröhliches und Gemeinsames verwandeln kann. Genau das wollte ich mit diesem Film erreichen. Er sollte davon handeln, etwas Schreckliches in etwas Schönes zu verwandeln“, so der Regisseur.[5]

Anfang März 2026 wurde mit Burial der erste Filmsong veröffentlicht.[19] Die Schauspielerin Anne Hathaway schrieb diesen zusammen mit Antonoff, Charli XCX und George Daniel. Burial ist auch auf dem Soundtrack-Album mit dem Titel „Mother Mary: Greatest Hits“ enthalten, das am 17. April 2026 über A24 Music erschien.[20] Alle auf diesem befindlichen sieben Songs wurden von Hathaway gesungen.[21][22] Die Schauspielerin steuerte bereits zu früheren Filmen Lieder bei, so zu Les Misérables aus dem Jahr 2012.[22] Anfang April 2026 wurde vorab ebenfalls das Lied My Mouth Is Lonely for You, geschrieben von FKA Twigs, Korless, Tobias Jesso, Jr., Matteo Chiarenza Santini aka Xquisite Korpse, Jeffrey Bhasker und John Michael Rouchell, veröffentlicht.[23]

Marketing und Veröffentlichung

Erstes Bildmaterial wurde im November 2024 vorgestellt, ein erster Trailer Anfang Dezember 2025 und ein zweiter, etwas längerer Trailer Anfang April 2026.[6][24][25] Den weltweiten Vertrieb übernimmt A24.[6] In den USA kam der Film am 17. April 2026 in ausgewählte Kinos. Landesweit startete er dort am 24. April 2026.[26] Ebenfalls im April 2026 wurde er beim International Istanbul Film Festival gezeigt.[27] Der Kinostart in Deutschland ist am 21. Mai 2026 geplant.[28]

Altersfreigabe und Kritiken

In den USA erhielt der Film ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[29]

Der Film konnte 77 Prozent der bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiker überzeugen.[30] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 60 von 100 möglichen Punkten.[31]

Dan Bayer schreibt in seiner Kritik für Next Best Picture, Michaela Coel und Anne Hathaway gehörten zu den charismatischsten und faszinierendsten Schauspielern unserer Zeit und machten aus den pointierten Dialogen des Drehbuchs ein wahres Festmahl. Durch die beiden Schauspielerinnen kämen David Lowerys überdrehte Dialoge besonders gut zur Geltung. Mother Mary sei ein wahrlich meisterhaftes Kammerspiel des "Gothic", angefangen bei der düsteren Atmosphäre bis hin zu den Andeutungen des Übernatürlichen, die sich jedoch nicht ganz in echten Horror verwandeln. Hathaway interpretiere Mother Marys Songs, schillernde Synthie-Pop-Hymnen, die eine tranceartige Anziehungskraft ausübten, mit der charismatischen Leichtigkeit eines geborenen Popstars. Sie sei magnetisch und absolut glaubwürdig, sowohl als kraftvolle Bühnenpräsenz als auch als das schüchterne, verzweifelte Mädchen, das ihre ehemalige Freundin um Hilfe bittet, und mache Mother Mary auf raffinierte Weise zu einer Hommage an und gleichzeitig zu einer Parodie auf weltberühmte Popstars. Je seltsamer die Dinge werden, desto mehr surrealistische Elemente füge Lowery hinzu und verleihe dem Film so eine berauschende Atmosphäre, die den Zuschauer in ihren Bann zieht und nicht mehr loslässt. Lowery habe Mother Mary mit der Inbrunst eines Fans und dem Einblick eines Künstlerkollegen gedreht, rege mit seinen Fragen zum Nachdenken an und hinterfrage die Beziehung zwischen Künstlern und Publikum, auch wenn der Surrealismus des letzten Akts mitunter etwas übertrieben wirke.[32]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI