Museo dell’Opera del Duomo (Florenz)
Kunstmuseum in Florenz
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Das Museo dell’Opera del Duomo ist das Dombaumuseum von Florenz. Es befindet sich auf dem Areal der Dombauhütte auf der Nordostseite der Piazza del Duomo. Es bewahrt Kunstwerke aus dem Kirchenkomplex der Kathedrale von Florenz, des Baptisteriums und des Campanile Giottos, mit einem bedeutenden Anteil an Skulpturen der Gotik und der Renaissance.
Zu den wichtigsten Werken gehören Arbeiten von Andrea Pisano, Arnolfo di Cambio, Nanni di Banco, die Originalreliefs der Paradiestür Lorenzo Ghibertis, die Pietà Bandini von Michelangelo und eine der weltweit größten Sammlungen von Arbeiten Donatellos, die nach der des Bargello die zweitgrößte ist.
Geschichte und Sammlung
Das heutige Museum hat einen lange zurückliegenden Ursprung: Das Gebäude wurde seit 1296 als Sitz der Opera del Duomo genutzt, einer von der Florentinischen Republik gegründeten Institution, die aus Steinmetzen, Maurern und anderen Gewerken bestand, die nicht allein für den Bau der Kathedrale von Santa Maria del Fiore zuständig war, sondern zunächst für alle städtischen Baufgaben und Infrastrukturmaßnahmen verantwortlich zeichnete.[1]
Aus Platzgründen zog die Opera 1400 an ihren jetzigen Standort um, ein großes Gebäude, das neben den Öfen für den Bronzeguss der Portaltüren errichtet wurde (genau dort, wo Ghiberti seine Bronzetüren für das Baptisterium goss). Auf dem Hof der Bauhütte hier lag auch für Jahrzehnte der große, aber schon verhauene Marmorblock, aus dem Michelangelo um 1500 seinen berühmten David schuf.
Nach der Fertigstellung der Basilika 1436 verblieb die Opera mit der Aufgabe den Kirchenkomplex aus Dom, Baptisterium und Campanile zu erhalten und ab 1891 einen Teil der Räume in ein Museum umzuwandeln und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde eine erstaunliche Sammlung von Meisterwerken aus den drei Denkmälern, aber auch wertvolle Artefakte vom Bau der Santa Maria del Fiore gesammelt, wie z. B. das Modell der Kuppel von Brunelleschi, die verschiedenen Fassadenprojekte aus dem 16. und 17. Jahrhundert und einige Bauwerkzeuge (Winden, Wagen, Hanfseile...).
Heute zeigt das Museum eine Vielzahl von Werken, die einen vollständigen Überblick über die Entwicklung der florentinischen Skulptur vom 14. bis ins 16. Jahrhundert geben. Zu den wichtigsten Werken gehören die originalen Bronzetafeln von Lorenzo Ghiberti von der Paradiestür des Baptisteriums; die Skulpturen von Arnolfo di Cambio, die größtenteils von der alten Fassade des Doms stammen (Bonifatius VIII., Marienzyklus etc.), die Sängerkanzeln der Kathedrale von Donatello und Luca della Robbia; die am Campanile durch Kopien ersetzte Werke wie die Reliefs Andrea Pisanos und Lucca della Robbias, die Skulpturen von Donatello wie der Prophet Habakuk (von den Florentinern wegen des kahlen Schädels auch Zuccone, „Dickkopf“, genannt), Donatellos späte farbig gefasdte Holzskulptur der Büßenden Maria Magdalena; die Pietà von Michelangelo (1548–1555), ein Spätwerk, das vielleicht für sein eigenes Grab gedacht war.
Das Museum verfügt außerdem über eine sehr große Anzahl römischer Funde an Statuen und Reliefs, sowie über eine große Sammlung sakraler Kunst (Reliquien, Kreuze, Schatullen, Messgewänder, Bischofsstäbe).
Die Reliquie eines Fingers des heiligen Johannes des Täufers wurde von Antipapst Johannes XXIII. gestiftet, der in Florenz begraben wurde.
Die zwischen 1998 und 2000 im Hinblick auf das Jubiläum von Luigi Zangheri und David Palterer durchgeführten Erweiterungs-, Modernisierungs- und technischen Anpassungsarbeiten haben die Ausstellungsfläche des alten Museums um rund ein Drittel erweitert. In den Räumen neben dem Museum, links neben der heutigen Kasse, wo sich das ehemalige Theater der Intrepides befand, das 1779 von Großherzog Peter Leopold gebaut wurde, entstand von 2009 bis 2015 ein neuer Zubau nach dem Entwurf von Adolfo Natalini. Das am 29. Oktober 2015 wiedereröffnete Museum, zeigt in einem großzügigen Saal eine maßstabgetreue Rekonstruktion der gotischen Fassade von Santa Maria del Fiore nach dem ersten Arnolfo-Plan anhand des erhaltenen Figurenprogramms, die den drei originalen Bronzetüren und Figurengruppen des Baptisteriums gegenübergestellt ist.


Hauptwerke
- Statue des Hl. Bonifaz VIII.
- Madonna degli occhi di vetro („Madonna mit den Glasaugen“)
- Madonna della Natività
- Hoffnung
- Glaube
- Sibylle
- Taufe Jesu
- Kopf des Johannes
- Kleiner Prophet
- Heiliger Lukas
- Kleiner Prophet
- Erschaffung Evas
- Johannes der Evangelist
- Bartloser Prophet
- Nachdenklicher Prophet
- Opferung Issaks
- Jeremias
- Zuccone
- Sängerkanzel
- Büßende Maria Magdalena
- Sängerkanzel
- Michelozzo, Leonardo di Ser Giovanni, Bernardo Cennini, Verrocchio u. a.
-
- Reliquienkreuz und Vorhang des Heiligen Johannes
- Bandini-Pietà
Literatur
- Wolfgang Braunfels: Mittelalterliche Stadtbaukunst in der Toskana. 3. Auflage. Gebrüder Mann, Berlin 1966 (Erstausgabe: 1953).
- Il museo dell’Opera del Duomo a Firenze. Mandragora, Florenz 2000, ISBN 88-85957-58-7 (italienisch).
- David Palterer, Luigi Zangheri: Il nuovo Museo dell’Opera di Santa Maria del Fiore Firenze. Edizioni Polistampa, Florenz 2001, ISBN 88-8304-344-8 (italienisch).
Weblinks
- Museo dell'opera di Santa Maria del Fiore. Ministero per i beni e le attività culturali (MiBAC) (italienisch).
- Il sito dell'Opera del Duomo. (italienisch).
- Audioguida Museo dell'Opera del Duomo. leaudioguide.net (italienisch).