Muthmannsdorf
Ortschaft im Bezirk Wiener Neustadt
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Muthmannsdorf ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Winzendorf-Muthmannsdorf im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich mit 537 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026).[1] Bis Ende 1969 bildete der Ort eine selbständige Ortsgemeinde.[2]
| Muthmannsdorf (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Muthmannsdorf | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Wiener Neustadt (WB), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Wiener Neustadt | |
| Pol. Gemeinde | Winzendorf-Muthmannsdorf | |
| Koordinaten | 47° 50′ 16″ N, 16° 6′ 35″ O | |
| Höhe | 415 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 537 (1. Jän. 2026) | |
| Fläche d. KG | 9,7 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 06685 | |
| Katastralgemeindenummer | 23423 | |
Muthmannsdorf (2010) | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Geografie
Muthmannsdorf liegt am Rande des Steinfeldes im niederösterreichischen Industrieviertel und ist von Winzendorf durch die Fischauer Vorberge getrennt und über die Landesstraße L87 verbunden. Zur Ortschaft gehört auch Felbring mit dem Rehabilitationszentrum der PVA. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 275 Adressen.[3]
Geschichte
Die erste Erwähnung des Ortes erfolgte zwischen 1107 und 1122 als Motinsdorf, was auf den slawischen Personennamen Muato zurückgeht. Markgraf Ottokar II. schenke dem Stift Garsten vier Weingärten beim Ort. Neben dem Stift Garsten war hier auch das Kloster Rain begütert. Im 13. Jahrhundert lag die Grundobrigkeit bei der Herrschaft Starhemberg, die für das Jahr 1438 hier 19 behauste Untertanen verzeichnete.
Von der Mutterpfarre Fischau wurde im 12. Jahrhundert die Pfarre „St. Peter im Moos“ errichtet und die Kirche den Aposteln Petrus und Paulus geweiht.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 54 Häusern genannt, das über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Stahremberg-Fischau besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Fischau, Emmerberg, Neukloster, Wr. Neustadt, Mauer, Pernegg und Stixenstein sowie der Pfarre Weikersdorf.[4] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verfügte der Ort über 52 Häuser und nach der Aufhebung der Grundherrschaft 1848 konstituierten sich 1854 Muthmannsdorf, Winzendorf und Emmerberg als selbständige Gemeinden. Emmerberg schloss sich 1865 der Gemeinde Muthmannsdorf an.
Bis 1874 betrieb Alexander Curti in Muthmannsdorf eine Zementfabrik, die danach nach Winzendorf verlegt wurde. 1910 wurde das „Erholungsheim der registrierten Hilfskasse Einigkeit“ als Lungenheilanstalt errichtet, die später auch als Heilstätte für Kriegsinvalide diente und während des Zweiten Weltkriegs als Fliegerlazarett genützt wurde. Der architektonisch interessante Bau aus Haupthaus und mehreren Pavillons wurde 1971 nach der Eröffnung des Rehabilitationszentrum in Felbring abgebrochen.
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Muthmannsdorf ein Arzt, ein Bäcker, ein Fleischer, zwei Gärtner, drei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, eine Hebamme, ein Holzhändler, ein Obst- und Gemüsehändler, ein Sägewerk, ein Schneider, vier Schuster, ein Wagner, ein Zimmermeister und mehrere Landwirte ansässig.[5]
Im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung vereinigten sich per 1. Jänner 1970 die damaligen Gemeinden Muthmannsdorf und Winzendorf.[2]
Sehenswürdigkeiten
- Pfarrkirche St. Peter im Moos, ein romanischer Kernbau, Pfarrkirche seit 1783, mit einer Orgel von Franz Capek
Persönlichkeiten
- Joseph Stübicher (1706–1775), Abt des Stifts Neukloster, war hier davor Pfarrer
Literatur
- Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 428 (Ausgabe 1769; Muthmannsdorf in der Google-Buchsuche).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 3. Band: Klosterthal bis Neunkirchen. Mechitaristen, Wien 1831, S. 291 (Muthmannsdorf – Internet Archive).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 376.
Weblinks
- Muthmannsdorf in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
