Myxoxanthophyll

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Myxoxanthophyll ist ein sauerstoffhaltiges Carotinoid oder Xanthophyll. Das Glycosid setzt sich aus dem Carotinalkohol Myxol und einem Monosaccharid – meist L-Chinovose, manchmal 2,4-Dimethyl-L-Fucose[4] – zusammen und kommt bei Cyanobakterien neben anderen Carotinoiden wie Zeaxanthin oder Echinenon in deren Membranen[5] vor.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Allgemeines
Name Myxoxanthophyll
Andere Namen
  • Myxol-2′-chinovosid
  • (3R,2′S)-2′-(α-L-chinovosyloxy)-3′,4′-didehydro-1′,2′-dihydro-β,ψ-carotin-3,1′-diol
Summenformel C46H66O7
Kurzbeschreibung

violette Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 11004-68-5
PubChem 16061291
Wikidata Q1956980
Eigenschaften
Molare Masse 731,02 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

172 °C[1]

Löslichkeit

gut in Ethanol und Aceton[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Myxoxanthophyll wurde in sehr vielen bisher untersuchten Cyanobakterien in Mengen von 9 bis 42 % Anteil an allen Carotinen und Carotinoiden gefunden. In anderen photosynthetisch aktiven Bakterien und Algen wurde es bisher nicht nachgewiesen.[2]

Die Biosynthese des Aglycons Myxol geschieht wie bei allen Tetraterpenen aus zwei Einheiten Geranylpyrophosphat über Phytoin und Lycopin.[6] Das Glycon L-Chinovose kommt nur hier in der L-Form vor.

Das Myxoxanthophyll ist normalerweise in der Zellwand und anderen Membranen der Cyanobakterien lokalisiert und mitverantwortlich für deren Färbung. Nach Untersuchungen an Synechocystis ist es auch für die korrekte Funktion der Thylakoid-Membranen in Chloroplasten notwendig.[7] Weiterhin scheint Myxoxanthophyll – ähnlich wie das verwandte Zeaxanthin in höheren Pflanzen – eine Schutzfunktion für den Photosyntheseapparat zu besitzen.[8]

Einzelnachweise

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