Märchen-Stiftung Walter Kahn

deutsche Organisation (Stiftung mit Sitz in Braunschweig (1985-2001) und München (ab 2002)) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Märchen-Stiftung Walter Kahn ist eine 1985 gegründete gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Volkach. Sie wurde von dem Braunschweiger Reiseunternehmer Walter Kahn (1911–2009) ins Leben gerufen und widmet sich der Erforschung, Förderung und öffentlichen Vermittlung europäischer Märchen und Sagen.[1]

Geschichte

Die Stiftung wurde 1985 gegründet. Ihr ursprünglicher Sitz befand sich in Frankfurt am Main; später wurde er nach Volkach verlegt.

Walter Kahn stand der Stiftung bis 1999 vor. Seitdem wird sie von einem Vorstand geleitet und von einem wissenschaftlichen Kuratorium begleitet. Beide Gremien arbeiten ehrenamtlich.

Die Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Leitung und Kuratorium

Die Stiftung wird von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet. Dem Vorstand gehören an:[2]

Wissenschaftlich begleitet wird die Stiftung von einem Kuratorium, dem angehören:

Stiftungszweck und Profil

Zweck der Stiftung ist die Unterstützung der Erforschung und Erhaltung des europäischen Märchen- und Sagengutes sowie dessen Vermittlung in Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Gefördert werden insbesondere Projekte aus Volkskunde/Ethnologie, Literaturwissenschaft, Erzählforschung, Pädagogik/Didaktik, Psychologie und Theologie. Neben der wissenschaftlichen Forschung unterstützt die Stiftung auch Initiativen zur Praxis des Märchenerzählens.

Förderaktivitäten

Die Stiftung unterstützt wissenschaftliche und kulturelle Projekte Dritter durch finanzielle Zuschüsse. Dazu zählen unter anderem:[4]

  • Ringvorlesungen an Universitäten und Hochschulen
  • wissenschaftliche Tagungen
  • pädagogische Fortbildungen
  • Erzählveranstaltungen und Ausstellungen

Die Ergebnisse geförderter Ringvorlesungen werden in einer eigenen Schriftenreihe veröffentlicht.

Preise

Ein zentrales Instrument der Stiftungsarbeit ist die Vergabe von Auszeichnungen:[5]

Europäischer Märchenpreis

Seit 1986 verleiht die Stiftung den mit 5.000 Euro dotierten Europäischen Märchenpreis an Persönlichkeiten oder Organisationen, die sich um das europäische Märchen- und Sagengut verdient gemacht haben.

Lutz-Röhrich-Preis

Der seit 1994 vergebene Lutz-Röhrich-Preis (2.500 Euro) dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der historisch-vergleichenden Erzählforschung.

Gesonderter Förderpreis

Bei mehreren herausragenden Einsendungen kann zusätzlich zum Lutz-Röhrich-Preis ein Förderpreis vergeben werden.

Grimm-Preis der Märchen-Stiftung Walter Kahn

Seit 2020 wird zudem ein Grimm-Preis verliehen, der Arbeiten zu den Märchen und Sagen der Brüder Grimm auszeichnet.

Die Preisverleihungen finden im Rahmen jährlicher Stiftungstagungen in Volkach statt.[6]

Märchentage

Die Stiftung richtet regelmäßig Märchentage mit wechselnden Themenschwerpunkten aus. Die Veranstaltungen verbinden wissenschaftliche Vorträge mit praxisorientierten Formaten des Erzählens.[7]

Publikationen

Die Stiftung gibt seit 1990 die Zeitschrift Märchenspiegel. Zeitschrift für internationale Märchenforschung und Märchenpflege (ISSN 0946-1140) als Organ der Stiftung, als Mittler zwischen Wissenschaft und Praxis sowie zur Information der Öffentlichkeit heraus.[8]

Darüber hinaus erscheinen die Ergebnisse geförderter Ringvorlesungen seit 2003 in einer eigenen Schriftenreihe beim Schneider Verlag Hohengehren (DNB 977035182).

Einzelnachweise

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