Nüziders

Gemeinde im Bezirk Bludenz, Vorarlberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Nüziders (im lokalen Vorarlbergisch auch: Nüzigers) ist eine Gemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg im Bezirk Bludenz mit 4957 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Nüziders
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Nüziders
Nüziders (Österreich)
Nüziders (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Vorarlberg Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 22,10 km²
Koordinaten: 47° 10′ N,  48′ O
Höhe: 562 m ü. A.
Einwohner: 4.957 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 224 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6714
Vorwahl: 05552
Gemeindekennziffer: 8 01 17
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Sonnenbergstraße 14
6714 Nüziders
Website: www.nueziders.at
Politik
Bürgermeister: Florian Themeßl-Huber (ÖVP)
Gemeindevertretung: (Wahljahr: 2025)
15
5
2
1
1
15 5 2 1 1 
Insgesamt 24 Sitze
Lage von Nüziders im Bezirk Bludenz
Lage der Gemeinde Nüziders im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)BartholomäbergBlonsBludenzBludeschBrandBürsBürserbergDalaasFontanellaGaschurnInnerbrazKlösterleLechLorünsLudeschNenzingNüzidersRaggalSt. Anton im MontafonSt. GallenkirchSt. GeroldSchrunsSilbertalSonntagStallehrThüringenThüringerbergTschaggunsVandansVorarlberg
Lage der Gemeinde Nüziders im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortskern von Nüziders von Osten gesehen
Ortskern von Nüziders von Osten gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Nüziders liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz. 58,1 Prozent der Fläche sind bewaldet. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet wird ganz im Osten von Nüziders von der Gamsfreiheit (2211 m) gebildet. Auf ihrem Westgipfel treffen sich die Gemeindegrenzen von Nüziders, Raggal und Bludenz.

Gemeindegliederung

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Nüziders.

Ortsteile und Parzellen von Nüziders sind[1]

  • Dorf
  • Grafen
  • Vadatsch
  • Außerbach/Bad Sonnenberg
  • Wingert
  • Tschalenga
  • Im Hag
  • Siedlung Blumenau
  • Daneu
  • Hasensprung
  • Hinteroferst
  • Laz
  • Lutafaz (aufgegebene Bergparzelle)
  • Muttersberg
  • Zoll

Nachbargemeinden

Ludesch Raggal
Nenzing Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Bürserberg Bürs Bludenz

Geschichte

Der Walgau war schon in der Steinzeit und in der Bronzezeit um 1250 v. Chr. besiedelt. Nüziders gilt als älteste Siedlung im Walgau und hatte schon zu Zeiten der Römer eine gewisse Bedeutung, da die Römerstraße von Reutte in Tirol nach Bregenz auch durch Nüziders führte. Noch heute sind Teile eines alten römischen Wachturms erhalten, welcher gegen Ende des fünften Jahrhunderts zum Glockenturm einer frühchristlichen Kirche umgebaut wurde.

Hugo I. († 1228) begründete die gräfliche Familie Montfort. Ihm gehörten die Grafschaft über Churrätien, Tettnang, Bregenz, Feldkirch, Sonnenberg, Werdenberg und Sargans. In Nüziders war der Stammsitz der weit über die heutigen Gemeindegrenzen reichenden Grafschaft Sonnenberg.

Ebenso stammten die reich begüterten Vaistli aus Nüziders, sie waren im 14. Jahrhundert in Triesen und Vaduz ansässig. Die Vaistli waren Dienstmannen der Grafen von Vaduz-Werdenberg und später kaiserliche Vögte auf Gutenberg, Ammänner in Vaduz, am Eschnerberg und zu Werdenberg.

1473 eroberten und zerstörten Söldner unter Burkhard von Knöringen im Auftrag Sigmunds von Tirol die Burg Sonnenberg. Daraufhin verzichteten 1474 die Grafen von Sonnenberg auf ihr Land zugunsten der Habsburger, denen mit dieser Eroberung im Innerwalgau die Herrschaft über das Gebiet vom Arlberg bis zum Rhein ermöglicht wurde.

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol aus oder von Vorderösterreich von Freiburg im Breisgau aus. Während der napoleonischen Zeit von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern.

Im Sommer 1865 brannten 80 Häuser, etwa zwei Drittel des damaligen Dorfes, ab, nachdem ein Vierjähriger am frühen Vormittag mit Streichhölzern gespielt hatte. Starker Ostwind begünstigte die rasche Ausbreitung des Feuers. Die ersten Feuerwehren aus den umliegenden Orten trafen wegen eines schleppenden Informationsflusses erst mittags ein. Eine bettlägerige Frau starb in den Flammen, etwa 400 Menschen, ungefähr die Hälfte der damaligen Bevölkerung von Nüziders, wurden obdachlos. Auch dank der Unterstützung durch prominente Personen wie Kaiser Franz Joseph I. oder John Sholto Douglass konnte das Dorf relativ schnell wieder aufgebaut werden. 1892 gründete Nüziders dann eine Freiwillige Feuerwehr.[2]

Das Bad Sonnenberg (auch: Bad Nüziders) mit seiner Schwefelquelle war schon in der Biedermeierzeit bekannt. 1878 wurde die Badeanstalt renoviert und ausgebaut, 1912 bei einem Großbrand zerstört. Die Heilquelle soll vor allem Magnesium und Eisen enthalten und gegen Rheumatismus, Gicht, Ischias und Frauenleiden helfen.[3]

1972 ereignete sich am Hohen Fraßen der damals größte Waldbrand Österreichs, nachdem ein von spielenden Kindern am Muttersberg entfachter Rasenbrand außer Kontrolle geraten war und auf den Wald am steilen, schwer zugänglichen Frassenhang übergegriffen hatte. 41 Feuerwehren, 95 Mann des Bundesheeres, Hubschrauber, Flugzeuge der Schweizer Armee und viele Freiwillige bekämpften den Brand, welcher 100 ha, nach anderen Angaben 55 ha Waldfläche vernichtete.[4][5]

Name

Der Name Nüziders soll der rätischen Sprache entstammen und wird in den Quellen erstmals 820 als Vicus Nezudene erwähnt.

Etymologisch wird der Name auch als rätoromanische bzw. vulgärlateinische Abwandlung von lat. nucis terra gedeutet, was so viel bedeutet wie Nussland, Nussfeld oder Nussdorf.

Wenn als Ausgangsform *Nezutrium stimmt, ist der Name venetisch -ders ist demnach die Eindeutschung des venetischen Morphems -utrium (vgl. Sauders).[6]

Nach einer anderen Ansicht[7] leitet sich der erste Wortteil von lat. fornaces für Schmelzofen und der zweite Wortteil von der nicht deutbaren Endung dura ab. Aus fornacedura soll dann über die Zwischenstufen nacedura, nezedura, nezudera, nezuderes, nizidures, niziders der heutige Name entstanden sein.

Bevölkerungsentwicklung

Nüziders: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
866
1880
 
935
1890
 
922
1900
 
969
1910
 
1.093
1923
 
1.085
1934
 
1.305
1939
 
1.360
1951
 
1.641
1961
 
1.924
1971
 
2.821
1981
 
3.644
1991
 
4.171
2001
 
4.478
2011
 
4.870
2021
 
4.951
2025
 
4.957
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 10,1 Prozent.

Da seit 1981 sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz positiv ist, hat die Einwohnerzahl stark zugenommen.[8] Ab 2011 wuchs die Bevölkerung von Nüziders nur mehr leicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Ort gab es im Jahr 2003 75 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 958 Beschäftigten und 121 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 2.089.

Das Siedlungsgebiet ist in den letzten Jahren praktisch vollständig an das von Bludenz herangewachsen.

Verkehr

Am Rand des Ortes liegt die Haltestelle Nüziders der Bahnstrecke Lindau–Bludenz, an welcher Züge der Linie S1 der S-Bahn Vorarlberg halten. An der A 14 gibt es die Anschlussstelle Bludenz-Nüziders. Die Muttersbergseilbahn steht großteils auf dem Territorium von Nüziders. Lediglich der unterste Abschnitt südlich des Galgentobelbaches und die Talstation stehen in Bludenz.

Bildung

In Nüziders gibt es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Sport- und Mittelschule. Es besuchten dabei insgesamt 220 Schüler eine Volksschule und 273 Schüler eine Mittelschule (Stand: 2020/21) im Ort.[9]

Politik

Gemeindevertretung

Gemeindevertretungs-
wahl 2025
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
57,6
(−3,63)
20,7
(+1,29)
9,2
(−5,1)
7,5
(+2,44)
5,1
20202025

In Vorarlberg wählen die Bürger alle fünf Jahre die Mitglieder der Gemeindevertretung durch Ankreuzen eines Listen-Wahlvorschlages bzw. durch Mehrheitswahl wenn kein Listenvorschlag vorliegt.[10] Weiters den Bürgermeister durch Ankreuzen eines Wahlvorschlages.

Die Wikipedia wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Die Gemeindevertretung wählt in der konstituierenden Sitzung aus ihrer Mitte – sofern keine Wahl durch die Bürger zustande kam – gemäß § 61 Gemeindegesetz[11] einen Bürgermeister und dann einen mindestens dreiköpfigen Gemeindevorstand. Die Zahl dieser „Gemeinderäte“ darf aber gemäß § 55 den vierten Teil der Zahl der Gemeindevertreter nicht übersteigen.

Der Bürgermeister führt den Vorsitz bei den generell öffentlichen Sitzungen der Gemeindevertretung, in denen kommunale Belange besprochen und Beschlüsse gefasst werden. Beobachter haben kein Mitspracherecht und kein Stimmrecht. Die Gemeindevertretung kann nach Bedarf Ausschüsse bestellen. Sitzungen des Gemeindevorstandes und der Ausschüsse sind nicht öffentlich.

Sitzverteilung nach den Wahlen

Bürgermeister

  • 1945–1950 Franz Zech[21][21]
  • 1950–1960 Josef Galehr[21]
  • 1960–1978 Emil Burtscher[21]
  • 1977–1997 Armin Spalt (ÖVP)[21][22]
  • 1997–2006 Eugen Zech (ÖVP)[21][23][24]
  • 2006–2023 Peter Neier (ÖVP)[25]
  • seit 2023: Florian Themeßl-Huber (ÖVP)[26][27]

Wappen

Wappen von Nüziders
Wappen von Nüziders
Blasonierung: „Auf blauem Grund ein schwarzer Dreiberg, darüber eine goldene Sonne mit abwechselnd sechs geraden und sechs geflammten Strahlen.“[28]
Wappenbegründung: Das Gemeindewappen ist übernommen vom Wappen der Grafschaft Sonnenberg.

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde

  • Ernst Konzett (* 1955), Brigadier des Österreichischen Bundesheeres
Commons: Nüziders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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