NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg

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Die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG ist ein deutscher Verteilnetzbetreiber, der eines der bundesweit größten örtlichen Gasverteilnetze betreibt und den technischen, kaufmännischen und regulatorischen Betrieb der Gasverteilung sowie den Gastransport für alle Gasversorgungsunternehmen in Berlin, Brandenburg und in Teilen Sachsens und Sachsen-Anhalts übernimmt. Daneben gehören die Wartung und der Ausbau der Leitungsnetzinfrastruktur sowie die Durchführung und Gewährleistung des technischen Betriebs zu ihren Kernaufgaben. Ebenso übernimmt die NBB die Betriebsführung weiterer Strom-, Wasser-, Fernwärme- und Kabelnetze für verschiedene Stadtwerke und Netzbetreiber. Der Sitz des Unternehmens ist in der Bundeshauptstadt Berlin.

Schnelle Fakten
NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH & Co. KG
Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1. Januar 2006
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Maik Wortmeier, Vorsitzender[1]
  • Claudia Rathfux
Mitarbeiterzahl 734 (Jahresdurchschnitt 2024)[1]
Umsatz 395,5 Mio. Euro (2024)[1]
Branche Verteilnetzbetreiber
Website www.nbb-netzgesellschaft.de
Stand: 31. Dezember 2024
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Geschichte

Gründung und Anfangsjahre

Auf Grundlage der EU-Binnenmarktrichtlinien für Strom und Gas und der damit verbundenen Einführung des regulierten Netzzugangs am Energiemarkt ging die NBB am 1. Januar 2006 als Ausgliederung der Netzbetriebe der GASAG Berliner Gaswerke AG und der EMB Energie Mark Brandenburg GmbH als einer der ersten Netzbetreiber in Deutschland an den Start.[2][3][4] Durch die Gründung wurde die vom Gesetzgeber vorgegebene Entflechtung, wonach der Netzbetrieb von Handel und Vertrieb zu trennen ist, eineinhalb Jahre vor dem gesetzlich geforderten Termin umgesetzt.[5][6] Zum Zeitpunkt der Gründung waren die 1847 gegründete GASAG zu 85 % und die EMB zu 15 % als Kommanditisten an dem Unternehmen beteiligt.[4][7]

Gründung von Tochterunternehmen und Übernahmen ab 2007

Am 1. Januar 2007 wurde die Havelländische Stadtwerke GmbH (HSW) ein weiterer Kommanditist der NBB. Der Kapitalanteil der HSW betrug im Jahr der Übernahme 1,5 %, der Anteil der GASAG reduzierte sich auf 83,5 %.[8] Durch die Verschmelzung der HSW mit der EMB am 1. Oktober 2012 erhöhte sich deren Anteil auf 16,5 %.[9]

Im Jahr 2010 gründete die NBB das Netzwerk Erdgas. Ziel dieses Verbundes ist es, Gashändler, Dienstleister, Heizungsbauer, Berater, Gerätehersteller sowie gewerbliche Gasverbraucher auf einer gemeinsamen Diskussions- und Informationsplattform miteinander zu verbinden.[10] Im selben Jahr wurde die Infrest – Infrastruktur eStrasse GmbH als Gemeinschaftsunternehmen der NBB, der Stromnetz Berlin GmbH und der Vattenfall Wärme Berlin AG (mittelbar Teil des schwedischen Vattenfall-Konzerns) unter Führung der NBB gegründet.[11] Bauunternehmen, Planungs- und Architekturbüros, Leitungsnetzbetreiber, Behörden sowie private Bauherren können bei dem Unternehmen beispielsweise Leitungsauskünfte und Genehmigungen für ihre Baumaßnahmen bei Leitungsnetzbetreibern einholen.[12] Darüber hinaus hat Infrest ein online-basiertes Baustelleninformationssystem entwickelt, das über die Dauer und Auftraggeber von Baustellen im öffentlichen Bereich Auskunft gibt.[13]

Anfang 2011 gründete die NBB gemeinsam mit der Conenergy AG die KKI – Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen GmbH.[14] Die KKI ist ein Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen, das im Bereich Störungs-, Notfall- und Krisenmanagement tätig ist.[15][16]

2012 schloss das Unternehmen mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) erstmals einen Biogasproduzenten aus Berlin an das Gasnetz an. Die Biogasanlage Berlin der BSR ging im Frühjahr des folgenden Jahres als erste Biogasanlage in Berlin in Betrieb.[17] Seit 2013 ist die Spreegas Gesellschaft für Gasversorgung und Energiedienstleistung mbH, Cottbus mit 3 % an der NBB beteiligt, der Anteil der GASAG reduzierte sich im selben Jahr auf 80,5 %.[18] Die NBB übernimmt seitdem die Betriebsverantwortung für das Netzgebiet der Spreegas in der Region Cottbus und der Spree-Niederlausitz bis nach Sachsen und Sachsen-Anhalt.[19]

Im Juni 2016 erwarb die NBB 49 % der Gesellschaftsanteile der in Dortmund ansässigen WGI – Westfälische Gesellschaft für Geoinformation und Ingenieurdienstleistung mbH, wodurch der Dienstleistungsbereich der Infrest erweitert werden sollte. Die ITS ist im Kataster- sowie im Telekommunikationswesen tätig.[20]

Neuausrichtung ab 2019

Im Zuge einer Neuausrichtung der NBB verschmolz zum 1. Januar 2019 die Begatec GmbH auf das Unternehmen. Im Herbst desselben Jahres wurde der Teilbetrieb Messtechnik der GASAG Solution Plus GmbH sowie der Teilbetrieb Netzabrechnung der BAS Kundenservice GmbH & Co. KG an die NBB verkauft. Durch die Übernahmen erhöhte sich die Mitarbeiterzahl auf 730 Angestellte (Vorjahr: 421).[21] Im Zuge der Umstrukturierung wurde die GASAG-Gruppe des Weiteren in die neuen Geschäftsbereiche Netze, Privat- und Gewerbekunden, Großkunden und erneuerbare Energien unterteilt.[22][23]

Im September 2021 verlagerte das Unternehmen seine Zentrale von Berlin-Mitte nach Schöneberg an den EUREF-Campus.[24] Zudem bestehen weitere Standorte in Berlin sowie mehrere Regionalbüros u. a. im Land Brandenburg.[25]

Im Juni 2023 startete die NBB gemeinsam mit den Unternehmen GASAG, Vattenfall Wärme und der Ontras Gastransport GmbH sowie dem Land Berlin die Planungen für den Aus- und Umbau des Gasnetzes in zukünftige Wasserstoffnetze. Im Rahmen eines 3-Phasenmodells soll ab 2030 der Wasserstoff von überregionalen Transport- zu den lokalen Verteilnetzen geführt werden, sodass etwa 50 % des gesamten Berliner Gasverbrauchs durch Wasserstoff ersetzt werden.[26]

Ende 2025 verzichtete der Berliner Senat auf sein Widerspruchsrecht, wodurch sich die Betriebslizenz der NBB bis Ende 2034 verlängert hat.[27]

Unternehmensstruktur und Unternehmensbereiche

NBB-Netzquartier in Berlin

Die NBB erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatzerlös von 383,7 Mio. Euro (Vorjahr: 367,9 Mio. Euro), wobei sich dieser aus den Erträgen aus Netzentgelten, Abrechnungen der Mehr- und Mindermengen sowie der Abwicklung der Investitionen in das Gasnetz zusammensetzte. Des Weiteren erwirtschaftete die NBB Umsatzerlöse aus vereinnahmten Hausanschlussbeiträgen und Investitionszuschüssen für die Netzinfrastruktur.[28]

Persönlich haftender Gesellschafter der NBB ist die NBB Netz-Beteiligungs-GmbH, die 2023 mit der EMB fusionierte.[28][29] Die Geschäftsführung der NBB liegt in der Verantwortung von Maik Wortmeier (Vorsitzender, verantwortlich für den Geschäftsbereich Technik) und Claudia Rathfux (Geschäftsführerin, kaufmännischer Geschäftsbereich).[30][31] 2024 waren durchschnittlich 734 Mitarbeiter für die NBB tätig.[1]

Die NBB ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des GASAG-Konzerns. Das von der NBB betriebene Gasnetz in Berlin und dem Umland umfasste 2022 etwa 14.000 Kilometer.[32] Dieses Netzgebiet wird in vier regionale Teilnetze eingeteilt (Berlin, Brandenburg, Spree-Niederlausitz und das Netzgebiet der Netzgesellschaft Forst (Lausitz) mbH und Co. KG).[33][28]

Die NBB ist an folgenden Unternehmen beteiligt (Stand 2024):[1]

  • Infrest – Infrastruktur eStrasse GmbH, Berlin (67,36 %, die Stromnetz Berlin GmbH hält 16,32 % und die Vattenfall Wärme Berlin 16,32 %)[11]
  • KKI – Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen GmbH, Berlin (74,9 %)
  • WGI – Westfälische Gesellschaft für Geoinformation und Ingenieurdienstleistung mbH, Dortmund (49,0 %)

Die Dienstleistungen der NBB umfassen etwa die Durchführung des Netzbetriebs im Geschäftsgebiet, die Instandhaltung und den Ausbau der Leitungsnetzinfrastruktur sowie die Übernahme der Betriebsführung für Netze Dritter. Mittels Übernahmestationen wird das Erdgas vom Ferngasnetz in das Verteilernetz der Region eingespeist.[34] Neben den Sparten Gas und Strom führt die NBB Leistungen für die Sparten Wasser und Fernwärme durch.[28] Das Unternehmen unterliegt der Regulierung durch die Bundesnetzagentur.[35]

Ein Fahrzeug des Entstörungsdienstes der NBB

Rechtsstreit um die Vergabe der Gasnetzkonzession ab 2014

Nachdem die GASAG und die NBB in einem Bieterverfahren die Konzession an die BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH verloren und diesbezüglich Beschwerde eingereicht hatten, leitete das Bundeskartellamt 2014 ein Verfahren zur Überprüfung der Gasnetzkonzessionsvergabe in Berlin ein. Das Kartellamt untersuchte, ob es Verstöße gegen Missbrauchsvorschriften gab.[36] 2021 wurde die Klage auf Abschluss des Konzessionsvertrages für das Berliner Gasnetz mit der NBB bestätigt. Der Bundesgerichtshof verurteilte das Land Berlin dazu, das 2014 von der NBB eingereichte Angebot im Rahmen der Neuausschreibung der Gasnetzkonzession anzunehmen. Somit blieb das Berliner Gasnetz in privater Hand.[37][28]

Einzelnachweise

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