Nanopusillus
From Wikipedia, the free encyclopedia
Candidatus Nanopusillus ist eine Kandidaten-Gattung im Phylum Nanoarchaeota, zu der mehrere verschiedene Arten (Spezies) gehören.[4] Eine davon, „Ca. Nanopusillus massiliensis“ ist das erste co-isolierte Mitglied der Nanoarchaeota mit menschlichem Ursprungs. Eine weitere Art innerhalb dieser Gattung ist „Ca. Nanopusillus acidilobi“. Von diese besonderen Art weiß man, dass sie anaerob, hyperthermophil und acidophil ist und am besten in stark sauren und heißen Umgebungen gedeiht (Optimum bei 82 °C und pH-Wert von 3,6). „Ca. Nanopusillus acidilobi“ wurde (insbesondere) in heißen Quellen im Yellowstone-Nationalpark gefunden und lebt epibiontisch auf der Oberfläche von anderen Archaeen als Wirt (nämlich Acidilobus sp. 7A).[5]
| „Ca. Nanopusillus“ | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
„Ca. Nanopusillus acidilobi“ an einer Zelle von Acidilobus sp. 7a [Acidilobus sp003431325[1]]. Balken: 200 nm.[2] | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| „Candidatus Nanopusillus“ | ||||||||||||
| Wurch et al., 2016[3][2] |

Artenliste
Artenliste mit Stämmen, Stand 22. Oktober 2025:
Gattung „Candidatus Nanopusillus“ Wurch et al. 2016(L,N)[2]
- Spezies „Ca. Nanopusillus acidilobi“ Wurch et al. 2016(L,N)[2] [Nanobdella acidilobi(G)] (Typusart(L))
- Stamm 7A(L,N,G) – Epibiont von Acidilobus sp.7A(L), Fundort: Cistern Spring, südwestlich vom Steamboat Geyser,[6] Yellowstone-Nationalpark, USA.(N)
- Stamm Cinder.S.bin.7(N) – Fundort: nordwestlich nahe Constant Geyser,[7] Yellowstone-Nationalpark, USA.(N)
- Stamm F8S.bin.5(N) – Fundort: F8 Spring am Südwestarm des Yellowstone Lake, USA(N)
- Stamm HFSS.bin.1(N) – Fundort: HFS Spring, nördlich vom Constant Geyser,[7] Yellowstone-Nationalpark, USA.(N)
- Spezies „Ca. Nanopusillus massiliensis“ Hassani et al. 2022(L,N)[4] [Ca. Nanopusillus sp. Marseille-Q6268(N)]
- Stamm CSUR Q6268(L,N) alias Marseille Q6268 (2022)(L) oder Marseille-Q6268 (Zugriffsnummer CAKLBW000000000)(N,G)[8][9] – Co-Kultur mit Methanobrevibacter oralis(N)
- Spezies „Ca. Nanopusillus phoceensis“ Hassani et al. 2024 bzw. 2023(L)[10] – aus einer menschlichen Stuhlprobe, steht im engen Kontakt mit Methanobrevibacter smithii.[10]
- Stamm Marseille Q6268 (2024)(L) alias Marseille-Q6268 (Zugriffsnummer CAKLBW010000000, OV100765)(N)
- Spezies „Ca. Nanopusillus stetteri“ (Castelle et al. 2015) Rinke et al. 2021(L) [Nanoarchaeon Nst1(N),[11] Nanobdella stetteri(G)]
- Stamm Nst1(L,G) – Wirt vermutlich Sulfolobales archaeon Acd1(N)[11]
- Spezies Ca. Nanopusillus sp. CESUR00123(N)
- Stamm CESUR00123(N) – Ca. Nanopusillus massiliense periodontitis, isoliert aus der menschlichen Mundflora (Oral-Mikrobiom).(N)
- Spezies Ca. Nanopusillus sp. isolate RSNP3(N) [Ca. Nanobsidianus stetteri isolate SCGC AB-777_F03(N), Nanobdella stetteri_A(G)]
- Stamm SCGC AB-777_F03(N,G) – Fundort: Heiße Quelle am Westufer des Nymph Lake, Yellowstone-Nationalpark, USA(N)
- Stamm RSNP3(N,G) − Fundort: Yellowstone Lake, USA(N)
- (L) – List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN)[3]
- (N) – Taxonomie des National Center for Biotechnology Information (NCBI)[12]
- (G) – Genome Taxonomy Database (GTDB)[13]
Der erstgenannte Stamm ist jeweils Referenz.
Die Zuordnung einzelner Stämme (bzw. Isolate oder MAGs) zu den Spezies ist noch in der Diskussion, die GTDB betrachtet offenbar die ganze Gattung als ein Synonym von Nanobdella.[13]
Etymologie
Der Gattungsname Nanopusillus ist neulateinisch und leitet sich ab von altgriechisch νᾶνος nânos, deutsch ‚Zwerg‘ und lateinisch pusillus ‚sehr klein‘; der Name verweist somit auf sehr kleine Mitglieder der Archaeen bzw. Nanoarchaeota.[3]
- Das Art-Epitheton acidilobi ist Genitiv und verweist auf die Gattung Acidilobus, auf der die Typusart wächst und in deren Abhängigkeit sie steht.
- Das Art-Epitheton massiliensis bedeutet „von Marseille“, wo man diese Art entdeckt hat („Massilia“ ist der alte römische Name von Marseille).
- Das Art-Epitheton phoceensis bzw. richtiger ‚phocaeensis‘ bedeutet „von Phokaia“ (altgriechisch Φώκαια Phṓkaia, lateinisch Phocaea, türkisch Foça) in der Izmir (Provinz).
- Das Art-Epitheton stetteri (lateinischer Genitiv) ehrt den Mikrobiologen Karl O. Stetter für seine Verdienste um die Systematik und Ökologie der Archaeen.