Narrenhäusel
ehemalige Gaststätte in Dresden
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Narrenhäusel ist der Name einer ehemaligen Gaststätte in Dresden. Sie befand sich am Neustädter Elbufer auf der gegenüberliegenden Seite des Blockhauses am Neustädter Brückenkopf der Augustusbrücke im Wohnhaus des kurfürstlichen Hofnarren Joseph Fröhlich. Es brannte im Zweiten Weltkrieg aus.
Sachsen lag nach dem Krieg in der SBZ, diese wurde 1949 zur DDR.
1950 wurde das Haus abgerissen.
Das Narrenhäusel soll vom privaten Investor Frank Wießner weitgehend originalgetreu wiederaufgebaut werden und ein Restaurant und Ferienwohnungen beherbergen.[1][2][3] Das Grundstück verkaufte die Stadt Dresden im Januar 2020 an ihn. Ein Gutachtergremium bestimmte im März 2020 einen Entwurf des Architekten Martin Trux zum Sieger, der an die Entstehungszeit anknüpft.

Geschichte

Von seinem bekannten Bewohner, dem Hofnarren des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I., leitet sich die Bezeichnung „Narrenhäusel“ ab. Fröhlich bezeichnete sein Wohnhaus am Neustädter Markt auch als „Narren-Palais“ oder in Anlehnung an Schloss Moritzburg als „Klein-Moritzburg“. Im Volksmund wurde das Gebäude aufgrund der beiden achteckigen elbseitigen Vorbauten an den Flügeln auch als „Brille“ bezeichnet.
Erbaut wurde das viergeschossige Gebäude im Jahr 1755. Einer Sage nach wollte Fröhlich damit seinem Nachbarn die Sicht auf die Elbe verbauen, weil der ihn aus seinem vorherigen Domizil im Nachbargebäude ausziehen hieß.[4]
Nach Umbauten des Hauses 1935/1936 entstand ein gastronomisch nutzbarer Zweckbau. Die Gaststätte „Narrenhäusel“ wurde zu Pfingsten 1937 eröffnet. Bei den Luftangriffen auf Dresden brannte das Gebäude aus und wurde 1950 abgerissen.
Heute befindet sich am Standort des Narrenhäusels das Gartenrestaurant „Augustusgarten“. An das Wohnhaus erinnert eine Bronzekleinplastik von Heinrich Apel aus dem Jahr 1978.
Wiederaufbaupläne
Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden setzt sich für den Wiederaufbau des Narrenhäusels ein.[5] Bedingung für den Wiederaufbau ist der Abbruch der seit dem Elbhochwasser im Juni 2013 gesperrten Fußgängerunterführung am Neustädter Markt, dieser Abbruch wurde – unabhängig von den Plänen für das Narrenhäusel – am 22. Januar 2015 mit den Stimmen von CDU und Grünen im Dresdner Stadtrat beschlossen.[6] Der Wiederaufbau des Narrenhäusels wurde im Dresdner Stadtrat am 17. März 2016 beschlossen. Bei der Sanierung der Augustusbrücke wurden im Oktober 2018 Mauerreste des Narrenhäusels gefunden.[7]
Der Investor Frank Wießner, dem das Grundstück gehört, will ab Sommer 2026 für 4,5 Millionen Euro das Narrenhäusel mit Restaurant, Biergarten und 14 Ferienwohnungen wiederaufbauen.[3] Der Kaufvertrag für das Grundstück wurde im Oktober 2025 unterzeichnet. Der Kaufpreis beträgt 558.000 Euro.[8] Im Sommer 2026 soll mit dem Bau der temporären Erschließungsstraße begonnen werden. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Ende 2027 anvisiert. Voraussetzung hierfür sei die weiterhin gute Zusammenarbeit mit den Behörden, die Wießner lobte. Die Planung des Bauvorhabens übernimmt das Ingenieurbüro Mischke.[9]
Literatur
- Folke Stimmel u. a.: Stadtlexikon Dresden A–Z. Verlag der Kunst, Dresden 1994, ISBN 3-364-00300-9.
- Hildegard Adermann u. a.: Kunst im öffentlichen Raum. Kulturamt Dresden, Dresden 1996.