Natriumhydrogensulfid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Natriumhydrogensulfid ist ein Natriumsalz der Schwefelwasserstoffsäure. Es gehört zur Gruppe der Hydrogensulfide und hat die Formel NaHS.[3][4][5][6] In Datenbanken sowie der Fachliteratur wird auch die Formelschreibweise NaSH benutzt.[2][1]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur des Natriumions Struktur des Hydrogensulfidions
Allgemeines
Name Natriumhydrogensulfid
Andere Namen
  • Natriumsulfhydrat
  • Natriumhydrosulfid
Summenformel NaHS
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche, zerfließliche Kristalle mit Geruch nach faulen Eiern[1][2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 240-778-0
ECHA-InfoCard 100.037.056
PubChem 28015
ChemSpider 26058
Wikidata Q414203
Eigenschaften
Molare Masse 56,06 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,79 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

52–54 °C (Monohydrat)[2]

Siedepunkt

350 °C (wasserfrei)[2]

Löslichkeit

gut in Wasser (500 g·l−1 bei 22 °C[2])

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 251290301314400
EUH: 071
P: 235+410280301+330+331303+361+353305+351+338+310[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Herstellung

Im Labor wird Natriumhydrogensulfid aus wasserfreiem Natriumethanolat und Schwefelwasserstoff erhalten:[3]

Eigenschaften

Natriumhydrogensulfid ist ein weißes, körniges, kristallines, sehr hygroskopisches Pulver, das sehr leicht löslich in Wasser und mäßig löslich in Ethanol ist. Es färbt sich beim Erhitzen in trockener Luft gelb, bei höherer Temperatur orange und schmilzt bei etwa 350 °C zu einer schwarzen Flüssigkeit. Reines Natriumhydrogensulfid löst sich in Salzsäure unter heftiger Schwefelwasserstoff-Entwicklung auf. Die Verbindung besitzt eine rhomboedrisch verzerrte Natriumchlorid-Struktur.[3]

Verwendung

Natriumhydrogensulfid wird technisch in einigen Prozessen verwendet, so:

  • Ausfällung von Schwermetallen in Kläranlagen.
  • In der Lederindustrie um Haare von Fellen zu entfernen.
  • In der Papier- oder Zellstoffherstellung, um das Lignin aus den Holzschnitzeln zu entfernen.

In einer Variante der Asinger-Reaktion (eine Multikomponenten-Reaktion) wird Natriumhydrogensulfid mit einem α-Halogenaldehyd, Ammoniak und einer weiteren Carbonylverbindung (Aldehyd oder Keton) zu 3-Thiazolinen umgesetzt.[7]

Einzelnachweise

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