Natschbach-Loipersbach

Gemeinde im Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Natschbach-Loipersbach ist eine Gemeinde mit 1736 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Neunkirchen im österreichischen Bundesland Niederösterreich.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Natschbach-Loipersbach
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Natschbach-Loipersbach
Natschbach-Loipersbach (Österreich)
Natschbach-Loipersbach (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Hauptort: Natschbach
Fläche: 10,63 km²
Koordinaten: 47° 42′ N, 16° 6′ O
Höhe: 366 m ü. A.
Einwohner: 1.736 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 163 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2620
Vorwahlen: 0 26 35
Gemeindekennziffer: 3 18 17
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Loipersbacherstraße 20
2620 Natschbach-Loipersbach
Website: www.natschbach-loipersbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Günther Stellwag (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(19 Mitglieder)
9
6
3
1
9 6 3 1 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Natschbach-Loipersbach im Bezirk Neunkirchen
Lage der Gemeinde Natschbach-Loipersbach im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)AltendorfAspang-MarktAspangberg-St. PeterBreitenauBreitensteinBuchbachBürg-VöstenhofEdlitzEnzenreithFeistritz am WechselGloggnitzGrafenbach-St. ValentinGrimmensteinGrünbach am SchneebergHöflein an der Hohen WandKirchberg am WechselMönichkirchenNatschbach-LoipersbachNeunkirchen (Niederösterreich)OtterthalPayerbachPittenPrigglitzPuchberg am SchneebergRaach am HochgebirgeReichenau an der RaxScheiblingkirchen-ThernbergSchottwienSchrattenbachSchwarzau am SteinfeldSchwarzau im GebirgeSeebensteinSemmeringSt. Corona am WechselSt. Egyden am SteinfeldTernitzThomasbergTrattenbachWarthWartmannstettenWillendorfWimpassing im SchwarzataleWürflachZöbernNiederösterreich
Lage der Gemeinde Natschbach-Loipersbach im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Verlauf der Schwarza durch Loipersbach

Natschbach-Loipersbach liegt in den nördlichen Ausläufern der Buckligen Welt in das Tal der Schwarza bzw. das südliche Ende des Wiener Beckens unmittelbar südöstlich der Bezirkshauptstadt Neunkirchen.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026[1]):

Die Gemeinde besteht aus den drei Katastralgemeinden Natschbach, Lindgrub und Loipersbach.

Nachbargemeinden

Neunkirchen, Breitenau
Wartmannstetten Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Schwarzau am Steinfeld
Scheiblingkirchen-Thernberg Seebenstein

Geschichte

Früh werden Ortschaften vor der Stadt Neunkirchen erwähnt, welche sich eindeutig mit der heutigen Gemeinde „Natschbach-Loipersbach“ in Zusammenhang bringen lassen. Anzunehmen ist jedoch, dass diese damals nur sehr spärlich besiedelt waren, da die Bodenbeschaffenheit dieser Umgebung eher darauf hindeutet, dass dort ein Sumpfgebiet oder zumindest ein Feuchtgebiet der noch nicht regulierten Schwarza war.

Die Herkunft des Namens „Natschbach“ ist unklar. Natsch könnte die österr. typische Bezeichnung für „Schwein“ sein oder sich auf einen Flur- oder Personennamen beziehen.

Auch wurde von Rudolf Weiser (im Zusammenhang mit einer Drudensage) „Natsch“ als Synonym für „Matsch“ gedeutet und darin die Namensherkunft des an einem Bach in einem Sumpfgebiet entstandenen Ortes gesehen.[2]

Ebenso kann ein Bezug zu „Nätsch“ (von lombardisch nedesch), einem steifen Borstengras, wie es gewöhnlich nur im Alpengebiet vorkommt, und namensgebend für einige Flurnamen (Nätsch, Nätschen) wurde, bestehen.[3]

1130 fungierte ein Megnoz de Nedaspach als Zeuge einer Schenkung an die Kirche Formbach (heute Vornbach in Neuhaus am Inn).[4]

Die Namensendung „-bach“ änderte sich im Laufe der Jahre mehrmals. Auszugehen ist davon, dass der Ortsname ursprünglich die Endung „-peach“ hatte, was in der Mundart für mehrere Dinge stehen konnte und oft bei Niederschriften als „Berg“, „Burg“ oder „Bach“ gedeutet wurde. Festgehalten wurden verschiedene Schreibweisen auf diversen Kartenzeichnung. 1697 als „Nadspach“[5]. 1813 als „Nadschbach“[6]. 1857 als „Natschberg“. Ebenfalls findet sich in einer Niederschrift der Österreichischen Orte von 1721 die Ortsbezeichnung „Nadspach ein D.(Dorf) bei Neunkirchen“[7] wieder.

Die Herkunft des Namens „Loipersbach“ ist ebenfalls schwer zu verifizieren. Vermutet werden kann, dass das heutige „Loipers-“ sich ableitet aus dem Mittelhochdeutschen „Luipin“ (Eigentum, Aigen, Heim). Als wahrscheinlicher und nachvollziehbarer gilt die Herleitung aus dem Althochdeutschen „Luibes“, welches sich grob ableiten aus „lu“ bzw. „la“ (Sumpf) und „kiwes“ (spalten). Das heutige Gebiet war im Mittelalter bzw. Spätmittelalter noch Sumpfgebiet war und wurde wohl zur Torfgewinnung verwendet.

Um 1140 erschien der Name Luiprantesdorf, welcher einem Ortsgründer namens Liuprant zugeordnet wird. 1150 wurde erstmals Lintgraben erwähnt.[8] Auf Kartenzeichnung finden sich verschiedene Schreibweisen. 1697 als „Loiberstorf“[9]. 1813 als „Loipersdorf“[10]. Anzunehmen ist, dass das anschließende „-bach“ aus dem Nachbardorf „Natschbach“ adaptiert wurde.

Im Jahre 1970 kam es zur Zusammenlegung von Natschbach und Loipersbach. 1973 erfolgte der Zusammenschluss mit Lindgrub.[11]

Bevölkerungsentwicklung

Natschbach-Loipersbach: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
 
502
1880
 
511
1890
 
532
1900
 
498
1910
 
521
1923
 
513
1934
 
489
1939
 
511
1951
 
510
1961
 
457
1971
 
624
1981
 
1.115
1991
 
1.332
2001
 
1.537
2011
 
1.718
2021
 
1.705
2026
 
1.736
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Religionen

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 78,2 % der Einwohner römisch-katholisch und 4,3 % evangelisch. 2,1 % sind Muslime, 0,7 % gehören orthodoxen Kirchen an. 12,2 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Einrichtungen

  • Natschbach bzw. Loipersbach besitzen jeweils ein Feuerwehrhaus und einen Kindergarten.
  • Natschbach-Loipersbach hat einen Musikverein.

Sport

  • Fußballverein USV Natschbach-Loipersbach
  • Tennisverein UTV Natschbach-Loipersbach[12]
  • Speedwayclub-Schwarzatal

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Die Wirtschaft von Natschbach-Loipersbach ist stark vom Produktionssektor geprägt, er schafft beinahe drei Viertel der Arbeitsplätze. Rund achtzig Prozent der Arbeitnehmer im Produktionssektor sind mit der Herstellung von Waren beschäftigt, ein Fünftel arbeitet im Baugewerbe.[13][14][15]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 31 35 22 29
Produktion 13 10 464 397
Dienstleistung 52 33 146 92
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

In der Gemeinde wohnen 850 Erwerbstätige. Davon fanden 138 einen Arbeitsplatz in der Gemeinde, 712 pendeln aus. Dafür kommen 494 Personen aus der Umgebung zur Arbeit nach Natschbach-Loipersbach.[16]

Verkehr

  • Eisenbahn: Der Bahnhof Neunkirchen ist weniger als fünf Kilometer von Natschbach entfernt.[17]
  • Straße: Im Gemeindegebiet befindet sich der Autobahnknoten Seebenstein, wo die Semmering Schnellstraße S6 von der Süd Autobahn A2 abzweigt.

 Pendler 
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Politik

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Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

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BW

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister

  • bis 2006 Leopold Schitkowitz (ÖVP)
  • seit 2006 Günther Stellwag (ÖVP)

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

  • Johann Buchleitner (1893–1979), Pädagoge, Politiker und Abgeordneter zum Nationalrat
  • Peter Buchleitner (1933–2020), Landwirt, Politiker und Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich
  • Heinrich Nagl (1904–1990), Fußballspieler und -schiedsrichter sowie Motorradrennfahrer
  • Johann Willibald Nagl (1856–1918), Literaturwissenschaftler und Mundartforscher
Commons: Natschbach-Loipersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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