Nellie Hall

englisch-britische Suffragette From Wikipedia, the free encyclopedia

Nellie Hall, verheiratete Nell Hall-Humpherson (* 1893 in Eccles, Lancashire; † 26. Juli 1976 in Cobourg, Ontario, Kanada), war eine englisch-britische Suffragette.

Eintrag von Hall in Mabel Cappers WSPU prisoners scrapbook („Das, was Sorgen verursacht, ist nicht so sehr das, was tatsächlich geschieht, sondern das, wovor wir fürchten, dass es geschehen könnte, und es sind Furcht & Vorstellungskraft, die Panik erzeugen. Keine Kapitulation!!! Nellie Hall, 28. Jui 1910; Victoria Square, 26. November 1909.“)

Leben

Hall war die Tochter von Leonard Hall und Martha Alice Hall. Ihr Vater war Journalist und aktiv in der Independent Labour Party (ILP). Ihre Mutter war eine Suffragette und gehörte der Women’s Social and Political Union (WSPU) seit deren Gründung im Jahr 1903 an.[1] Ihr Großvater Spencer Timothy Hall war ein homöopathischer Arzt und Schriftsteller. Nellie Hall kam früh mit politischen und kulturellen Diskussionen in Berührung, in einem Haus, das Besucher wie Emmeline Pankhurst und George Bernard Shaw empfing.[2] Sie begann ihre politische Aktivität bereits in ihren Teenagerjahren, im Jahr 1909, als sie sich den nächtlichen Protesten gegen das Zwangsernähren vor dem Winson Green Prison in Birmingham anschloss.[1]

Hall arbeitete von 1911 bis 1913 für die WSPU in Birmingham, bis sie am 21. Juli 1913 verhaftet wurde, weil sie einen Ziegelstein durch das Fenster des Autos von Premierminister H. H. Asquith geworfen hatte. Sie wurde zu drei Wochen Gefängnis verurteilt und trat in den Hungerstreik. Sie wurde nach acht Tagen freigelassen, da sie an Mumps erkrankt war.[2][3]

Danach wurde ihr von der WSPU die sogenannte „Hungerstreik-MedailleFor Valour datiert auf den Tag der Tat verliehen, die sich mit anderen Teilen aus ihrem Nachlass heute im Birmingham Museum and Art Gallery befindet.[4]

Hall zog nach London (als Hausmädchen verkleidet und unter dem Namen „Marie Roberts“) und setzte ihren Aktivismus als verdeckte Organisatorin fort.[2] Im Jahr 1914 wurde sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Emmeline[5] sowie drei weiteren Frauen (Grace Arnes, Julia Jameson und Grace Roe)[6] wegen „Beteiligung an einer Verschwörung“ verhaftet. Sie hatten in ihrer Wohnung in Maida Vale ein Arsenal von Kieselsteinen und „Fenstereinschlaggerätschaft“ verborgen.[7] Als sie während ihres Prozesses aus dem Gerichtssaal getragen wurde, schwenkte sie ihr Taschentuch zu ihren Unterstützern und rief: „Es spielt keine Rolle; wir werden weiterkämpfen, kämpfen, kämpfen.“[8] Sie wurde zu drei Monaten Haft verurteilt, trat in den Hungerstreik und wurde im Holloway Prison zwangsernährt.[1][3] Unter dem Namen „Marie Roberts“ schrieb sie eine Broschüre über ihre Arbeit für das Frauenwahlrecht und ihre Gefängniserfahrungen.[9]

Hall ist in der sogenannten Roll of Honour of Suffragette Prisoners der Suffragette Fellowship aufgeführt.[10]

Während des Ersten Weltkriegs zog Hall zurück nach Birmingham, wo sie dem Postdienst beitrat und die erste Briefsortiererin für die British Expeditionary Force wurde. Im Jahr 1928 wurde sie durch das Eingreifen von Flora Drummond dazu bewegt, als Sekretärin und Verbindungsoffizierin für Emmeline Pankhurst zu arbeiten,[11] die sie bis zu deren letzter Krankheit pflegte. Sie trug die Flagge der WSPU bei Pankhursts Beerdigung.[1]

Im Jahr 1920 heiratete Hall den Schulmeister Herbert Humpherson[12] und ließ sich in Warwickshire nieder.[1] Das Paar hatte zwei Söhne, David und Peter.[2] Nach dem Tod Emmeline Pankhursts emigrierten die Hall‑Humphersons 1929 nach Kanada.[13] Hall lebte in Nova Scotia und Toronto, wo sie während des Zweiten Weltkriegs Präsidentin der Soldiers’ Wives Association[14] war sowie lebenslanges Mitglied der Association of Women Electors in Toronto.[15]

1962 trat sie als Mystery Guest in der kanadischen Fernsehsendung Front Page Challenge auf,[16] und 1965 gab sie mehrere Zeitungsinterviews über ihre Jahre als Suffragette.[2][17] 1971 wurde sie erneut im kanadischen Fernsehen von Pierre Berton interviewt.[18] Sie starb 1976 im Alter von 83 Jahren in Cobourg, Ontario.[15]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI