Netzangriff

2010 erschienene Film-Episode der deutschen Fernsehserie Krimi.de des öffentlichen Kinder-Fernsehsenders KiKA From Wikipedia, the free encyclopedia

Netzangriff ist eine 2010 erschienene Film-Episode der deutschen Fernsehserie Krimi.de des öffentlichen Kinder-Fernsehsenders KiKA. Der Film thematisiert das Thema Cybermobbing und wurde in Deutschland umfangreich als Aufklärungs- und Unterrichtsmaterial in Schulen eingesetzt, ebenso von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

TitelNetzangriff
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Länge45 Minuten
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Folge der Reihe Krimi.de
Titel Netzangriff
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 45 Minuten
Stab
Regie Marco Petry
Drehbuch Robin Getrost

Marco Petry

Produktion Michael Hild

Uschi Reich

Musik Sebastian Pille
Kamera Stephan Vorbrugg
Schnitt Christian Nauheimer
Besetzung
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In der Handlung verliert die 14-jährige Schülerin Klara Stolz ihr Handy, auf dem sich Bilder befinden, wo sie nur Unterwäsche trägt. Kurz darauf werden die Bilder von Unbekannten im Internet hochgeladen, die sich rasch in der Schule verbreiten. Schon bald erfährt Klara massives Mobbing.

Die Hauptrolle der Klara Stolz spielte Jette Hering.

Handlung

Die aus reichem Hause stammende 14-jährige Klara Stolz muss mitten im Jahr die Schule wechseln. Von ihrem Internat am Bodensee wechselt sie in die Klasse 8a eines Gymnasiums in Stuttgart und wird von ihren neuen Mitschülern zu einer Party eingeladen. Dort drängen sie sie, Alkohol zu trinken. Klara, die vor ihren neuen Mitschülern nicht als verkrampft und feige dastehen will, trinkt daraufhin einen kräftigen Zug aus einer Wodka-Flasche und wird schnell stark alkoholisiert. Ihrem besorgten Mitschüler Tim vertraut Klara an, dass sie so von ihren Eltern nicht gesehen werden dürfe, weshalb er ihr anbietet, dass sie bei ihm übernachtet. Als Tim Klara nach Hause bringt, verliert diese auf der Party ihr Handy.

Als Klara am nächsten Tag nach Hause kommt, lügt sie gegenüber ihren Eltern, wo sie übernachtet hat und dass es keinen Alkohol auf der Party gegeben habe. Als Tim auf der Social-Media-Plattform myschool sein Profil checkt, sieht er eine Freundschaftsanfrage von Klara, obgleich sie ihm bereits zuvor eine unter einem anderen Profil geschickt hatte. Das Profil zeigt Klara auf freizügigen Bildern, auf denen sie nur einen BH und Slip trägt. Es scheint, dass viele weitere Schüler eine Freundschaftsanfrage des Profils bekommen haben. Als Klara zur Schule kommt, erntet sie von ihren Mitschülern offene Verachtung und obszöne Gesten. Tim zeigt ihr die Bilder, die sie einst aus Spaß im Internat mit einer Freundin gemacht hatte. Sie meldet das Profil.

Um den Kopf frei zu bekommen, macht Klara mit Tim einen Ausflug. Sie zeigt ihm unter anderem einen Felsen, an dem sie gerne klettert. Abends sieht Klara, dass das Profil noch immer nicht gelöscht wurde. Die Situation belastet sie. Ihr Vater spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Schließlich offenbart Klara, dass sie ihr Handy verloren und jemand das Profil mit ihren Bildern erstellt hat. Sie leugnet gegenüber ihrem Vater, dass sie unter Alkoholeinfluss stand, als sie das Handy auf der Party verlor. Klara belastet die Situation so sehr, dass sie nicht mehr auf ihre neue Schule zurück will. Ihr Vater sucht Rat bei seinem Freund, dem Polizeikommissar Torsten Lannert.

Lannert und Klaras Vater besuchen Klaras Schulklasse. Lannert erklärt, dass sich der Hochlader der Bilder strafbar gemacht hat. Als niemand die Tat zugibt, klingelt Lannert Klaras Handy an, das sich zu Tims und Klaras Entsetzen in Tims Rucksack findet. Lannert konfrontiert Tim mit dem Vorwurf auf der Polizeiwache, er bestreitet das Handy genommen und die Bilder hochgeladen zu haben, jemand habe es ihm in die Tasche gesteckt. Klaras Vater findet heraus, dass es vom Abend auf der Party ebenfalls ein Video im Netz gibt, das Klara alkoholisiert zeigt. Er weiß nun, dass sie ihn über diesen Abend mehrfach belogen hat. Als Klara nach Hause kommt, kommt es zu einem heftigen Streit mit ihren Eltern, bei dem Klara offenbart, wie sehr sie die Situation belastet, dass ihre Eltern sie einst aufs Internat schickten, damit sie sich besser um ihre Arbeit kümmern konnten, und sie dann wieder vom Internat nahmen, wo sie inzwischen ihre Freunde gefunden hatte und trotz Problemen glücklich war. Klara verlässt das Haus.

Mit Hilfe seines kleinen Bruders Max findet Tim die Email-Adresse heraus mit der Klaras Fakeprofil erstellt wurde und enttarnt den Ersteller als Klaras Mitschüler Daniel Berger. Kommissar Lannert konfrontiert Daniel, der schließlich zugibt, Klaras Handy gefunden und die Bilder hochgeladen zu haben. Inzwischen wird Klara als vermisst gemeldet. Tim ahnt wo sie sein könnte und fährt zu dem Felsen, wo er mit Klara war. Er findet sie dort vor, wie sie ohne jede Sicherung den Felsen hochklettert. Er erzählt ihr, dass nicht er, sondern Daniel die Bilder hochgeladen hat. Die beiden versöhnen sich. Eine mögliche Beziehung zeichnet sich ab.

Veröffentlichung

Der Film wurde am 13. Februar 2010 auf KiKA gezeigt.

Verwendung als Aufklärungsfilm über Cybermobbing

Der Film erfuhr starke Resonanz als Aufklärungsfilm gegen Cybermobbing.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes verteilte die DVD und ein Filmbegleitheft an Dienststellen in ganz Deutschland, um über Cybermobbing aufzuklären.[1] Schau hin!, eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ARD und ZDF zur Medienkompetenzförderung gab anlässlich des Films eine Handreichung zum Thema Cybermobbing heraus.[2] Das Landeskriminalamt Niedersachsen verweist auf seiner Webseite auf den Film.[3]

Zahlreiche Initiativen und Vereine gaben Unterrichts- und Aufklärungsmaterial für Lehrer, Schüler und für allgemeine Medienkompetenz heraus. Hierzu gehören das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg,[4] der Landesfilmdienst Thüringen e.V.[5] Cockpit-Medienbildung,[6] und andere.[7]

Andere verwiesen in Mitteilungen und Zeitschriften auf den Film, so etwa Der weiße Blaupunkt.[8] Manche öffentliche Stellen wie das Medienzentrum des Kreises Coesfeld nahmen den Film in ihre Bestände auf.[9]

Auszeichnungen

2010 wurde der Film beim Rose d’Or in der Kategorie Children & Youth ausgezeichnet.[10]

Einzelnachweise

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