Neuromancer (Fernsehserie)
angekündigte Apple TV Serie
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Neuromancer ist eine kommende US-amerikanische Science-Fiction- und Cyberpunk-Fernsehserie, die von Graham Roland und J. D. Dillard für Apple TV+ entwickelt wurde. Sie beruht auf dem gleichnamigen Roman von William Gibson aus dem Jahr 1984. Roland fungiert zugleich als Showrunner, Dillard inszeniert die Pilotfolge. Die Serie ist auf zehn Episoden angelegt.
| Serie | |
| Titel | Neuromancer |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Genre | Science-Fiction, Cyberpunk |
| Episoden | 10 (geplant) in 1 (geplanten) Staffel |
| Produktionsunternehmen | Paramount Television Studios, Anonymous Content, DreamCrew Entertainment |
| Idee | Graham Roland, J. D. Dillard |
| Premiere | auf Apple TV+ |
| Besetzung | |
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Handlung
Die Serie folgt der Vorlage des gleichnamigen Romans. Im Mittelpunkt steht Case, ein hochbegabter Hacker, ein sogenannter Konsolen-Cowboy, der sein Bewusstsein über ein Neuralinterface direkt in den als Matrix bezeichneten Cyberspace einklinkt und dort in die Datensysteme fremder Konzerne eindringt. Als er seine Auftraggeber bestiehlt, rächen sich diese, indem sie sein Nervensystem mit einem Nervengift gezielt so schädigen, dass ihm der Zugang zur Matrix für immer verwehrt bleibt. Da diese Hacks nicht nur seine Lebensgrundlage, sondern sein ganzer Lebensinhalt waren, verliert er jeden Halt und siecht in den Slums vor sich hin.
In diesem Zustand trifft ihn Molly. Sie gehört zu den Straßensamurai, kampferprobten Söldnern, die ihren Körper aus eigenem Antrieb technisch aufgerüstet haben. So wurde auch sie zum Cyborg, mit fest eingesetzten Sehlinsen, ausfahrbaren Klingen unter den Fingernägeln und chirurgisch beschleunigten Reflexen. Molly agiert im Auftrag mysteriöser Hintermänner und rekrutiert Case für ein riskantes Unternehmen. Im Verlauf zeigt sich, dass die künstliche Intelligenz Wintermute hinter dem Vorhaben steht und die Beteiligten zu einem Datendiebstahl gegen das mächtige Konzernimperium der Familie Tessier-Ashpool einspannt.
Besetzung und Figuren
Hauptbesetzung
- Callum Turner als Case
- Briana Middleton als Molly
- Joseph Lee als Hideo
- Mark Strong als Armitage
- Clémence Poésy als Marie-France Tessier beziehungsweise Lady 3Jane[1][2]
- Peter Sarsgaard als John Ashpool
- Emma Laird als Linda Lee[2]
Gastdarsteller
- Dane DeHaan als Peter Riviera
- Max Irons als Jean Tessier-Ashpool
- André De Shields als Julius Deane
- Marc Menchaca als Dixie Flatline
- Isabella Pappas als Mitchell
Bedeutung der Erzählung
Der Roman Neuromancer von William Gibson aus dem Jahr 1984 gilt als Meilenstein der Science-Fiction-Literatur, weil er das Cyberpunk-Genre entscheidend geformt und groß gemacht hat. Mit dem Roman wurde ein ganzes Vokabular für die digitale Zukunft erfunden oder populär gemacht, darunter Cyberspace, ICE beziehungsweise Black ICE, Simstim (Simulated Stimulation), Cyberdeck, die Matrix, Street Samurai, Hacker als Outlaw-Figur sowie die künstliche Intelligenz als autonome, fast mystische Entität.[3] Das Werk war visionär in seiner Darstellung von globalen Netzwerken, künstlicher Intelligenz und digitaler Identität, lange bevor das Internet alltäglich wurde. Dadurch hat es nicht nur die Science-Fiction-Literatur, sondern auch Popkultur, Technologiediskurse und das Verständnis der digitalen Zukunft nachhaltig beeinflusst. Der Roman war Gibsons Debütwerk und wurde nach seinem Erscheinen ein großer Erfolg. Er war der erste Roman, der die sogenannte Triple Crown der Science Fiction gewann, also den Nebula Award, den Philip K. Dick Award und den Hugo Award.[4] Zahlreiche Autoren und Regisseure nennen das Buch bis heute als großes Vorbild oder als Inspiration.
Produktion
Vorgeschichte
Kurz nach dem Erfolg von Neuromancer ab 1984 interessierte sich Hollywood für die Filmrechte. Schon Mitte der 1980er Jahre wurden erste, eher chaotische Versuche gestartet, das Buch zu verfilmen, doch keiner kam ernsthaft voran. 1986 etwa optionierte die Produktionsfirma Cabana Boy Entertainment den Roman für 100.000 US-Dollar und warb mit einem eigens gedrehten Promo-Video, an dem unter anderem Gibson und Timothy Leary mitwirkten, um Investoren.[5] In den späten 1980er und in den 1990er Jahren blieb das Projekt immer wieder stecken, obwohl das Interesse am Stoff weiterhin groß war.[6] Stattdessen entstanden nur indirekte Adaptionen einzelner Ideen, etwa der Film Johnny Mnemonic (1995), der auf einer Kurzgeschichte Gibsons aus demselben Universum beruht.[7] Das Regiedebüt des Künstlers Robert Longo, mit einem Budget von 26 Millionen US-Dollar und Keanu Reeves in der Hauptrolle, wurde nach Eingriffen des Studios gegen Longos Willen umgeschnitten und galt als kommerzieller und künstlerischer Misserfolg, was Gibson sehr enttäuschte.[8][9]
Das eigentliche Problem war, dass Neuromancer lange als unverfilmbar galt, vor allem wegen seiner komplexen Handlung und der schwer darstellbaren virtuellen Welt. Auch die damalige Filmtechnik war oft nicht in der Lage, Gibsons Vision vom Cyberspace überzeugend umzusetzen.[10]
Gibson initiierte selbst einen konkreten neuen Anlauf. In einem Interview von 1999 sagte er:
“He (Chris) was brought to my attention by someone else. We were told, third-hand, that he was extremely wary of the Hollywood process, and wouldn't return calls. But someone else told us that Neuromancer had been his The Wind in the Willows, that he'd read it when he was a kid. I went to London and we met.”
„Chris wurde mir von jemand anderem empfohlen. Uns wurde aus dritter Hand erzählt, er sei dem Hollywood-Betrieb gegenüber äußerst misstrauisch und rufe nicht zurück. Aber jemand sagte uns, Neuromancer sei für ihn das gewesen, was Der Wind in den Weiden für andere ist, er habe es als Kind gelesen. Ich fuhr nach London, und wir trafen uns.“
Weiter erzählte er in diesem Interview:
“Chris is my own 100 percent personal choice…My only choice. The only person I've met who I thought might have a hope in hell of doing it right. I went back to see him in London just after he'd finished the Björk video, and I sat on a couch beside this dead sex little Björk robot, except it was wearing Aphex Twin's head. We talked.”
„Chris ist zu hundert Prozent meine persönliche Wahl … meine einzige Wahl. Der einzige Mensch, den ich getroffen habe, dem ich zugetraut hätte, es auch nur ansatzweise richtig hinzubekommen. Ich besuchte ihn in London, kurz nachdem er das Björk-Video fertiggestellt hatte, und saß auf einer Couch neben diesem leblosen, lasziven kleinen Björk-Roboter, nur dass er den Kopf von Aphex Twin trug. Wir unterhielten uns.“
Chris Cunningham war einer der prägenden Regisseure der Musikvideo-Hochphase der 1990er und frühen 2000er Jahre. Zu seinen einflussreichsten Arbeiten zählen die Videos zu Aphex Twins „Come to Daddy“ und „Windowlicker“, Björks „All Is Full of Love“ oder Portisheads „Only You“.[12] Sein Stil ist geprägt von Robotik, Körperhorror und einer bildgenauen Synchronisation von Bewegung und Musik (Mickey-Mousing).[13]
Um die Jahrtausendwende begannen Cunningham und Gibson, gemeinsam an einem Drehbuch für eine Verfilmung von Neuromancer zu arbeiten. Über etwa vier bis fünf Jahre hinweg wurde das Projekt entwickelt, bevor es bis spätestens 2004 scheiterte.[11] Da dies Cunninghams erster Spielfilm gewesen wäre und als großbudgetierte Studioproduktion geplant war, bestand das Studio auf umfangreichen Kontrollrechten, insbesondere am finalen Schnitt. Berichten zufolge war dies ein wesentlicher Konfliktpunkt, der zu Cunninghams Rückzug beitrug.[11] Zudem äußerte Cunningham die Sorge, dass zentrale Ideen des Romans inzwischen von anderen Filmen vorweggenommen worden seien.[11] So gelten insbesondere Strange Days (1995), Ghost in the Shell (1995), Dark City (1998) und Matrix (1999) als von Neuromancer beeinflusst,[14] aber auch spätere Filme wie eXistenZ (1999), A.I. – Künstliche Intelligenz (2001) oder Matrix Reloaded (2003) griffen verwandte Motive auf.
In den folgenden Jahren waren weitere Regisseure mit einer Verfilmung betraut. Um 2007 übernahm Joseph Kahn das Projekt, später folgte über mehrere Jahre hinweg Vincenzo Natali, der gemeinsam mit dem Mangaka Tsutomu Nihei (Blame!) Konzeptzeichnungen entwickelte und ein Drehbuch verfasste.[6] 2017 wurde schließlich Tim Miller als Regisseur einer Verfilmung für das Studio 20th Century Fox gemeldet, mit Simon Kinberg als Produzent. Auch dieser Anlauf kam nicht zustande.[15]
Entstehung und Besetzung
Apple erteilte im Februar 2024 den Serienauftrag für eine Verfilmung des Romans Neuromancer. Die Serie wurde von Graham Roland und J. D. Dillard entwickelt, wobei Roland als Showrunner tätig ist und Dillard die Pilotfolge inszeniert. Apple TV+ gab die Produktion mit einem Umfang von zehn Episoden in Auftrag.[16][17]
Berichten zufolge wurde Miles Teller die Hauptrolle angeboten.[18] Im April 2024 wurde Callum Turner für die Hauptrolle besetzt.[19] Im Juni 2024 stieß Briana Middleton zur Besetzung,[20] im Dezember 2024 folgte Joseph Lee.[21] Mark Strong kam im Februar 2025 hinzu.[22] Im März 2025 wurden Clémence Poésy,[1] Emma Laird[2] und Peter Sarsgaard[23] als weitere Darsteller gemeldet, ebenso Dane DeHaan, Max Irons, André De Shields und Marc Menchaca in wiederkehrenden Rollen.[24][25]
Erste Dreharbeiten begannen Anfang 2025 in Tokio. Die Hauptproduktion startete offiziell am 1. Juli 2025, dem 41. Jahrestag der Erstveröffentlichung des Romans. Gedreht wurde an mehreren Schauplätzen, darunter Tokio, London, Los Angeles, Istanbul und Kanada. Der Hauptdreh wurde Anfang 2026 abgeschlossen, anschließend folgte die Postproduktion mit aufwendigen visuellen Effekten.[2][26]
Bis August 2025 übernahm Paramount Television Studios die Produktion der Serie, nachdem die Muttergesellschaft von Skydance Television, Skydance Media, mit Paramount Global zu Paramount Skydance fusioniert hatte.[27]
Veröffentlichung
Das offizielle Premierendatum wurde von Apple TV+ auf den 22. Januar 2027 festgelegt.[28]
Weblinks
- Neuromancer bei IMDb