Nina Fonaroff
US-amerikanische Tänzerin, Choreographin und Tanzlehrerin
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Nina Fonaroff (* 3. März 1914 in New York City; † 14. August 2003 in London, Vereinigtes Königreich) war eine US-amerikanische Tänzerin, Choreographin und Tanzlehrerin.
Leben
Fonaroff war die Tochter der aus Russland stammenden Geiger Mark und Vera Fonaroff.[1] Sie spielte in ihrer Kindheit Violine und Klavier und war eine begabte Malerin, die Unterricht bei George Grosz hatte. Im Alter von elf Jahren nahm sie ihren ersten Tanzunterricht an der Isadora Duncan School bei Michel Fokine und seiner Frau Vera. An der Cornish School in Seattle, wo sie Schauspiel und Tanz studierte, lernte sie 1935 Martha Graham und deren Mentor, den Komponisten und Tanztheoretiker Horst Louis kennen und meldete sich zu Grahams Sommerkurs in New York an.
Im Oktober 1936 trat sie der Graham-Kompagnie bei. Hier hatte sie Rollen in den Choreographien American Document (1938), Every Soul is a Circus (1939), Letter to the World (1940), Punch and the Judy (1941), Deaths and Entrances (1943) und Appalachian Spring (1944). Ab 1937 unterrichtete sie die Graham-Methode am Sarah Lawrence College in Bronxville. Im selben Jahr wurde sie die Assistentin von Horst Louis bei seinen Kursen zur Tanzkomposition, und 1938 wirkte sie mit anderen Mitgliedern der Graham-Kompagnie an dessen Film Compositions in modern forms mit.
Gleich Merce Cunningham setzte sich Fonaroff mit dem klassischen Ballett auseinander und besuchte von 1942 bis 1947 die Klassen von Anatole Oboukhov und Muriel Stuart an der School of American Ballet. 1942 präsentierte sie beim Bennington College Summer Festival ihre Choreographien Four Dances in Five und Yankee Doodle Greets Colombus. 1946 verließ sie Grahams Kompagnie und gründete Nina Fonaroff and Company, die bis 1953 bestand. Für diese choreographierte sie The Feast (1946), Mr Puppet (1947–1949 auch von Alicia Markova und Anton Dolin aufgeführt) und Lazarus (1952).
Von 1953 bis 1957 unterrichtete sie in einem eigenen Studio in New York. In den 1960er-Jahren unterrichtete sie in Pittsfield und New York. 1972 lud Robin Howard, der Gründer des London Contemporary Dance Theatre, sie ein, Choreographie an der London School of Contemporary Dance zu unterrichten. Dort wirkte sie bis zu ihren Ruhestand 1990, daneben unterrichtete sie in den 1980er und 1990er Jahren auch an der Northern School of Contemporary Dance (NSCD) in Leeds. Zu ihren Schülern zählen die Filmemacherin Sally Potter, die Choreographin Kim Potter und Gurmit Hukam, der spätere Direktor der NSCD. Als Gast unterrichtete sie nach 1990 in Stockholm, Oslo und Kopenhagen. Bis zu ihrem Tod arbeitete sie an einem Buch über Choreographie, das postum von ihrem ehemaligen Schüler Philip Johnston veröffentlicht wurde. Johnston ist auch Autor der Biographie Nina Fonaroff. Life and Art in Dance.[2]