Nonaka En
japanische Ärztin
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Nonaka En (japanisch 野中 婉; geboren 1660; gestorben 31. Januar 1726) war eine japanische Ärztin im Tosa-Han der Edo-Zeit. Sie war die vierte Tochter des Verwalters Nonaka Kenzan, der durch Verleumdung in Ungnade fiel.[1] Nach seinem plötzlichen Tod wurde seine gesamte Familie nach Sukumo im Landkreis Hata auf Shikoku verbannt. Seine Tochter En musste 38 Jahre ihres Lebens in der Verbannung leben. Ihr Schicksal war Gegenstand des Romans „Eine Frau namens En“ (婉という女, En to iu onna) von Ōhara Tomie.

Leben und Wirken
Als Kenzan Nonaka 1664 starb, wurde seine Familie für Verfehlungen Kenzans angeklagt, ein Jahr später nach Sukumo verbannt und dort eingesperrt.[2] Die Einkerkerung der Familie erstreckte sich über fast 40 Jahre, solange bis alle männlichen Nachkommen Kenzans verstorben waren. En geriet damit bereits im Alter von vier Jahren in Gefangenschaft. Die Familie wurde von Tani Jinzan, einem „Nangaku“-Gelehrten, d. i. eine Variante des Neokonfuzianismus, unterstützt. En korrespondierte viel mit Tani über Konfuzianismus und Poesie.[1] Von ihm erhielt sie zudem Unterweisungen in Medizin. Erst als der vierte und letzte Sohn Kenzans 1703 Selbstmord beging, wurde En nach 38 Jahren Gefangenschaft freigelassen, zog nach Asakura und eröffnete dort eine Praxis. Als Ärztin war sie bekannt für ihre eigentümliche Untersuchungsmethode der Arteria radialis mithilfe eine Fadens. Bei diesem als „Pulsmessmethode der Frau En“ (おえんさんの糸脈, o-En-san no itomyaku) bekannten Verfahren wird der Puls durch die über den Faden übertragenen Schwingungen gemessen, ohne dass die Person berührt wird.[2]
Wegen der unnatürlichen Tode ihre Geschwister und Eltern errichtete sie die En-Tempelhalle (heute der Nonaka-jinja).
En blieb zeit ihres Leben unverheiratet und starb 1726 im Alter von 66 Jahren. Sie hinterließ eine große Zahl von Briefen, die sie im Laufe der Gefangenschaft an Tani Jinzan geschrieben hatte. Diese Briefe nutzte Ōhara Tomie, um Ens Geschichte zu erzählen. Der Roman wurde auch für die Bühne bearbeitet und 1971 von Regisseur Imai Tadashi mit Shima Iwashita in der Hauptrolle verfilmt.
Literatur
- 日本歴史大事典. Shōgakukan, Tokio 2001, ISBN 978-4-09-523003-0.