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Ōhara Tomie

japanische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Ōhara Tomie (jap. 大原 富枝; * 28. September 1912 in Yochino-mura (heute: Motoyama), Präfektur Kōchi; † 27. Januar 2000 in Suginami, Präfektur Tokio) war eine japanische Schriftstellerin.[1]

Ōhara Tomie

Leben und Wirken

Ōhara Tomie wurde 1912 im Dorf Yochino im Landkreis Nagaoka als zweite Tochter des Grundschulrektors Kamejiro und seiner Frau Kome geboren. Sie besuchte von 1927 bis 1930 das Lehrerseminar in Kōchi[1], das sie verließ als sie an Tuberkulose erkrankte und sich bis 1938 zur Behandlung in ein Krankenhaus ihrer Heimatstadt begab. In dieser Zeit begann sie zu schreiben. 1938 veröffentlichte sie ihre Arbeit Shuku Shussei (祝出征) in der Zeitschrift Bungei Shuto. Um ihre Arbeit als Schriftstellerin fortzusetzen und Kontakte in die Literaturwelt aufzubauen, zog sie während des Krieges 1941 nach Tokio.

Ihr Werk Sutomai tsumbo (ストマイつんぼ) – „Streptomyzin-Taubheit“ beschreibt ihre Erfahrungen als Tuberkulose-Patient. Sie wurde dafür 1956 mit dem Frauenliteraturpreis ausgezeichnet.[1] 1960 erhielt sie den Mainichi-Kulturpreis für Literatur und Kunst und den Noma-Literaturpreis für En to iu onna (婉という女 „Eine Frau namens En“).[1] Das ist die Geschichte von Nonaka En (1661–1726), einer gefeierten Ärztin, die 40 Jahre als Tochter eines politisch Verfemten unter Hausarrest stand. 1970 erhielt Tomie für Oyuki. Tosa Ichijō-ke no hōkai (於雪 土佐一条家の崩壊, etwa: Schnee – Niedergang des Hauses Tosa Ichijō) erneut den Frauenliteraturpreis.

Danach schrieb sie einige kritische Biografien, etwa über den Essayisten und Maler Sunouchi Tōru (1913–1987), die Dichterinnen Hara Asano (1888–1969) und Mikajima Yoshiko (1886–1927). Aus dem Austausch mit Okakura Kakuzō und Devi Priyamvada (1871–1906) entstand das Werk Bengaru no yūshū (ベンガルの憂愁, Bengalische Melancholie).

1976 schloss sich Ōhara der katholischen Kirche an. Sie reiste in die Sowjetunion und nach Israel und arbeitet mit Ayako Sono zusammen. 1991 eröffnete das ihr gewidmete Ōhara Tomie Museum of Literature in ihrer Heimatstadt, zu deren Ehrenbürgerin sie ernannt wurde. Ein Jahr später wurde, unterstützt von der Zeitung Kōchi Shinbun, der Ōhara Tomie Preis eingerichtet.

Im Januar 2000 wurde Tomie ins Kyorin Universitätskrankenhaus in Suginami eingeliefert, wo sie im Alter von 87 Jahren an einer Herzinsuffizienz verstarb.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • 1949 Chichi kaeru hi (父帰る日, etwa: Der Tag, an dem Vater zurückkam)
  • 1957 Sutomai tsumbo (ストマイつんぼ, etwa: Streptomyzin-Taubheit)
  • 1960 En to iu onna (婉という女, etwa: Eine Frau namens En), englische Übersetzung „A woman called En“ von Kazuko Furuhata und Janet Smith, Pandora Press, London, 1986, ISBN 0-86358-079-3[2]
  • 1962 Akumei takai onna (悪名高き女, etwa: Eine verrufene Frau)
  • 1964 Yume wa shiharawazu (夢は支払わず, etwa: Unbezahlte Träume)
  • 1970 Oyuki. Tosa Ichijō-ke no hōkai (於雪 土佐一条家の崩壊, etwa: Schnee – Niedergang des Hauses Tosa Ichijō)
  • 1970 Kijo tanjō (鬼女誕生, etwa: Hexengeburtstag)
  • 1974 Nemuru onna (眠る女, etwa: Schlafende Frau), Autobiografie[1]
  • 1975 Kenreimon-in Ukyō no Daibu (建礼門院右京大夫, Dichter der Heian-Zeit)
  • 1980 Ieruzaremu no tabi (イェルザレムの夜, etwa: Reise nach Jerusalem)
  • 1981 Aburahamu no makuya (アブラハムの幕舎, etwa: „Abrahams verschleierte Hütte“)
  • 1983 Watashi no Izumi Shikibu (わたしの和泉式部, etwa: Meine Izumi Shikibu)
  • 1986 Bengaru no yūshū (ベンガルの憂愁, Bengalische Melancholie)
  • 1987 Ōhara Tomie no Heike Monogatari (大原富枝の平家物語, etwa: Das Heike Monogatari von Ōhara Tomie)
  • 1990 Menokkio (メノッキオ, Menocchio)
  • 1995–96 Ōhara Tomie zenshū (大原富枝全集, etwa: Gesamtausgabe der Werke von Ōhara Tomie)

Literatur

  • S. Noma (Hrsg.): Ōhara Tomie. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 1133.
Commons: Tomie Ōhara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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