North Sea Port
Hafen in Belgien und den Niederlanden
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der North Sea Port ist ein binationaler Hafenzusammenschluss an der Scheldemündung, der seit dem 1. Januar 2018 existiert. Er erstreckt sich über mehr als 60 km entlang der Schelde. Dabei positioniert sich der Hafen mit seinen Logistikzentren als Europas führender Offshore- und Wasserstoffhafen.[1]
Als Ergänzung der ARA-Region bieten die Häfen von Vlissingen und Terneuzen in den Niederlanden zusammen mit dem Hafen von Gent in Belgien Logistikleistungen für die Seeschifffahrt. Als multimodaler Hafen mit Tiefwasserzugang setzt er besonders auf die Binnenschifffahrt für den Hinterlandverkehr.[1] In Bezug auf den Umschlag in diesem Segment rangiert er nach den drei ARA-Häfen schon auf Platz vier.[2] Durch den Bau der großen Schleuse in Terneuzen kann der neue Hafen seit 2024 auch von den großen Panamax-Containerschiffen angefahren werden.
Der North Sea Port hat acht öffentliche Anteilseigner. Auf niederländischer Seite sind dies die Provinz Zeeland (25 %) sowie die Gemeinden Borssele, Terneuzen und Vlissingen (jeweils 8,33 %). Auf flämischer Seite sind es die Stadt Gent (48,52 %), die Gemeinden Evergem (0,03 %) und Zelzate (0,005 %) sowie die Provinz Ostflandern (1,444 %).
Als Minderheitsaktionär hat sich 2023 die Firma Pipelink bei der Hafengesellschaft eingebracht. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft des Hafens Antwerpen-Brügge besitzt sie 750 Kilometer Hochdruck-Pipelines in Belgien, mit denen die chemische Industrie der Region versorgt wird. Das Ziel der Zusammenarbeit ist die Beschleunigung der Energiewende.[3]
Der Hafen bietet direkten Anschluss an die Industriezentren in Zentraleuropa. Über den Kanal Gent–Terneuzen erreicht die Binnenschifffahrt Zentren in Belgien und Frankreich. Dazu soll der Canal Seine-Nord Europe ausgebaut werden, damit Binnenschiffe der Klasse Vc die Region um Paris erreichen können und dadurch die parallel verlaufende Autobahn vom LKW-Verkehr entlastet wird. Die Rheinschiene wird über den Schelde-Rhein-Kanal und den Kanal durch Zuid-Beveland angeschlossen, die beide mit ihren Schleusen schon für Schiffe bis Klasse VIb ausgebaut sind. Daneben sind beide Kanäle schon seit Jahren die Hauptverbindung der ARA-Häfen untereinander.[1]