Nummer 5 lebt!

Film von John Badham (1986) From Wikipedia, the free encyclopedia

Nummer 5 lebt! (englisch Short Circuit Kurzschluss) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1986. Die Regie führte John Badham. Der Film startete am 21. August 1986 in den deutschen Kinos.

TitelNummer 5 lebt!
OriginaltitelShort Circuit
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Nummer 5 lebt!
Originaltitel Short Circuit
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1986
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie John Badham
Drehbuch
  • Brent Maddock
  • S. S. Wilson
Produktion
Musik David Shire
Kamera Nick McLean
Schnitt Frank Morriss
Besetzung
Synchronisation
Chronologie
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Handlung

Nummer 5
Nummer 5

Die Firma Nova Robotics (NOVA) stellt vor einem ausgewählten Publikum die Prototypen einer neuen Serie von Militärroboter, genannt „SAINT“ (in etwa: Strategischer Nuklear Transport mit künstlicher Intelligenz), vor. Durch einen Blitzeinschlag kommt es zu einem Kurzschluss in Prototyp Nummer 5, wodurch eine Funktionsstörung ausgelöst, und dessen ursprüngliche Programmierung gelöscht wird. Ziellos umher irrend verlässt er das Sperrgebiet und landet zufällig bei Stephanie, einer tierfreundlichen, pazifistischen Imbisswagen-Besitzerin, die er um neue Informationen, „Input“ bittet. Diese hält den Roboter zunächst für einen Außerirdischen und versorgt ihn freigiebig mit „Input“ aus ihren Lebensweisheiten, Büchern (die in Sekundenschnelle durchgelesen werden) und dem Fernsehprogramm. Während seines Lernprozesses richtet Nummer 5 einigen Schaden an Stephanies Inventar an, was diese zunächst hinnimmt. Zeitgleich beginnt man bei NOVA fieberhaft nach dem teuren Ausreißer zu suchen. Während die eher idealistisch eingestellten Wissenschaftler Ben Jabituya und Newton Crosby ihre Erfindung in einem Stück einfangen, und analysieren wollen, sieht Sicherheitschef General Schroeder in der mit einer Laserwaffe ausgerüsteten Maschine auf Abwegen vor allem eine Gefahr, die es auszuschalten und zu vernichten gilt. Novas CEO, Dr. Howard Marner fürchtet vor allem um seine Investitionen von 11 Mio. Dollar je Prototyp, weshalb er zwischen Crosby und Schroeder steht, und mal den einen, dann wieder den anderen unterstützt …

Stephanie erkennt, dass Nummer 5 ein Produkt von NOVA ist. Nummer 5 lernt anhand einer zerquetschten Heuschrecke, dass biologische Lebewesen – anders als Maschinen – nach ihrer Zerstörung nicht wieder repariert werden können, sondern endgültig tot sind. Stephanie kontaktiert NOVA, um den Roboter rückzuführen. Nummer 5 dagegen befürchtet, dass man ihn bei NOVA auseinandernehmen, und damit zerstören und "töten" wird, obwohl er feststellte, dass er keine Funktionsstörung aufweist, sondern "lebt". Nachdem Nummer 5 zunächst transportbedingt ausgeschaltet wird, reaktiviert er sich von selbst und plant seine Flucht. Heimlich kehrt er zu Stephanie zurück, um sich bei ihr zu verstecken. Diese ist nun davon überzeugt, dass Nummer 5 ein Lebewesen ist und geschützt werden muss. Stephanie und Nummer 5 setzen ihre Flucht mit dem NOVA-Transporter fort. Im Fahrzeug verstaute Ersatzteile nutzt Nummer 5 zur Selbstreparatur. Crosby dagegen geht weiter von einer Funktionsstörung aus, die er genauer untersuchen möchte, und drängt auch Howard dazu, dass man Nummer 5 unbedingt intakt lassen müsse, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Doch auch Schroeder macht weiter Jagd auf Nummer 5, auch die anderen Prototypen werden auf Nummer 5 angesetzt, mit der Aufgabe, Nummer 5 zu zerstören. Nummer 5 gelingt es aber, seine Gegenstücke zu überlisten, und diese zu re-programmieren, so dass diese ihrer zugedachten Aufgabe nicht mehr nachkommen können. Zwischenzeitlich versucht auch Stephanies habgieriger Exfreund, Nummer 5 einzufangen, um eine von NOVA ausgesetzte Belohnung zu kassieren. Nummer 5 wehrt sich gegen alle Angriffe auch unter Einsatz seines Lasers, ist aber stets darauf bedacht, niemanden ernstlich zu verletzen. Selbst, als die wütende Stephanie Nummer 5 direkt dazu auffordert, seine Gegner, die ihn vernichten wollen, als Akt der Selbstverteidigung zu töten, lehnt der Roboter dies ab, da er tödliche Gewalt in jedem Fall als falsch ansieht.

Nummer 5 kann Stephanie auch davon überzeugen, dass Crosby, welcher einen Doktortitel der Philosophie führt, trotz seiner Mitgliedschaft bei NOVA Pazifist sein müsste, und als Unterstützer gewonnen werden kann. Um Crosby zu überzeugen, wird dieser kurzerhand „entführt“, und darf mit Nummer 5 reden, aber dessen – inzwischen von Nummer 5 selbst neu verdrahtete – Schaltkreise nicht anfassen. Allmählich gelingt es, Crosby von dem scheinbar unmöglichen zu überzeugen.

Doch bald darauf werden sie erneut von Howard und Schroeder, unterstützt von Militärs, gestellt. Auch Howard will nun kein Risiko mehr eingehen, und Nummer 5 ausschalten. Crosby und Stephanie steigen aus dem Lastwagen, stets beschwörend, dass Nummer 5 keinerlei Gefahr darstellt, und geschützt werden muss. Indes flüchtet Nummer 5 und wird vom Militär beschossen und in Stücke gerissen. Crosby und Stephanie sind am Boden zerstört und fahren mit dem Lastwagen davon, um auf Vorschlag Crosbys nach Montana zu ziehen, da dieser dort Land besitzt. Nummer 5 kommt aus seinem Versteck und möchte sich Crosby und Stephanie anschließen: Der Roboter hatte aus den Ersatzteilen einen Doppelgänger gebaut, welcher von den Militärs zerstört wurde. Dem Neuanfang in Montana steht nun nichts mehr im Wege. Schließlich legt Nummer 5 seinen Namen ab und möchte fortan "Johnny" heißen.

Deutsche Fassungen

Die erste deutsche Synchronfassung entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Ronald Nitschke im Auftrag der Interopa Film GmbH, Berlin.[1] Die zweite deutsche Synchronfassung entstand auch bei der Interopa. Dr. Änne Troester schrieb das Dialogbuch und Stefan Krüger führte Regie.[2]

Weitere Informationen Figur, Darsteller ...
Figur Darsteller Deutscher Sprecher Deutsche Sprecher (2017)
Nummer 5 Tim Blaney Wolfgang Ziffer
Stephanie Speck Ally Sheedy Katja Nottke Marie Bierstedt
Newton Crosby Steve Guttenberg Arne Elsholtz Gerrit Schmidt-Foß
Benjamin Fisher Stevens Tayfun Bademsoy Rajvinder Singh
Frank Brian McNamara Ronald Nitschke Fabian Oscar Wien
Howard Marner Austin Pendleton Peter Schiff Uwe Büschken
Schröder G. W. Bailey Helmut Krauss K.Dieter Klebsch
Senatorin Mills Barbara Tarbuck Barbara Adolph Nina Herting
John Wayne John Wayne Arnold Marquis
Nummer 5 imitiert N. N. Gerd Duwner
Nummer 5 imitiert N. N. Wolfgang Pampel
Roboter N. N. Michael Brennicke
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Soundtrack

Ein bekanntes Lied aus dem Film ist Who’s Johnny von El Debarge, das 1986 den dritten Platz der Billboard Hot 100 und den ersten Platz der Hot R&B Singles Charts erreicht hat.[3][4]

Produktion

Dieser Film wurde konzipiert, nachdem die Produzenten ein Lehrvideo über einen Roboter an verschiedene Hochschulen verteilt hatten. Sie ließen sich von anderen Filmen mit einer prominenten Roboterbesetzung (wie der Star-Wars-Serie) inspirieren und beschlossen, die menschlichen Reaktionen auf einen „lebenden“ Roboter zu hinterfragen, mit der Annahme, dass zunächst niemand an dessen Empfindungsvermögen glauben würde.

Laut DVD-Kommentar war Nummer 5 der teuerste Teil des Films und erforderte die Erstellung mehrerer verschiedener Versionen für verschiedene Sequenzen. Fast alles andere im Film war relativ kostengünstig, so dass sie so viel Geld für die Roboterfigur ausgeben konnten, wie sie brauchten. Nummer 5 wurde von Syd Mead entworfen, dem „visuellen Futuristen“, der für seine Arbeiten zu Blade Runner und Tron bekannt ist.

Meads Design wurde stark von den Skizzen von Eric Allard beeinflusst, dem Robotics Supervisor, dem die „Realisierung“ der Roboter zugeschrieben wird. Badham bezeichnete Eric als „den wertvollsten Spieler“ des Films.

Die meisten Armbewegungen von Nummer 5 wurden durch einen „Telemetrieanzug“ gesteuert, der am Oberkörper des Puppenspielers getragen wurde. Jedes Gelenk im Anzug verfügte über einen separaten Sensor, sodass die Arm- und Handbewegungen des Puppenspielers direkt auf die Maschine übertragen werden können. Er wurde auch von seinem Puppenspieler in Echtzeit gesprochen. Der Regisseur glaubte, dass dies eine realistischere Interaktion zwischen dem Roboter und den anderen Schauspielern ermöglichte, als wenn er seine Stimme erst in der Postproduktion einspielte, obwohl einige seiner Zeilen später neu synchronisiert wurden.

Fisher Stevens sagte, als er ursprünglich für die Rolle des Ben Jabituya engagiert wurde, war nicht vorgesehen, dass die Figur ein Inder sein sollte. Stevens wurde irgendwann gefeuert und durch Bronson Pinchot ersetzt, aber dann ging Pinchot, um die Sitcom Perfect Strangers zu drehen, und Stevens wurde wieder eingestellt. Um die Rolle darzustellen, musste er sich einen Bart wachsen lassen, seine Haare schwarz färben, seine Haut mit Make-up verdunkeln, seine blauen Augen mit Kontaktlinsen braun färben, mit ostindischem Akzent sprechen und „gebeugt gehen wie ein Cricketspieler“. Im Jahr 2015 führte Aziz Ansari eine herzliche Diskussion mit Stevens über die Rolle, wobei Ansari sagte, er betrachte Stevens nicht als einen Bösewicht oder jemanden, der Ben spielte, als ein müdes Klischee, und Stevens sagte (mit Ansaris Zustimmung), dass die Rolle heutzutage wohl von einem Schauspieler gespielt werden würde, der einen indischen oder südasiatischen Hintergrund hat.

Trivia

  • Der Gitarrist John William Lowery nahm den Künstlernamen John 5 an, als er der Band Marilyn Manson 1998 beitrat.
  • WALL-E-Regisseur Andrew Stanton hält es nicht für ausgeschlossen, dass das ähnliche Design des Roboters in seinem Film auf eine unbewusste Inspiration durch Nummer 5 lebt! zurückzuführen sei.[5]
  • Die Szene, in der Nummer 5 mit Stephanie tanzt, wird von dem Film Saturday Night Fever inspiriert, der bei ihr im Fernsehen läuft. Bei diesem Film hat ebenfalls Badham Regie geführt.
  • Während Stephanies spontanem Nachrichteninterview tritt Regisseur Badham als Nachrichtenkameramann auf.
  • Die Szene, in der Stephanie bei Nova anruft und jemanden zu sprechen verlangt, „der so gerne Krieg spielt“, ist eine Anspielung auf den Film WarGames – Kriegsspiele, in dem Ally Sheedy mitwirkte. Auch bei diesem Film führte John Badham Regie.
  • Die Darsteller Steve Guttenberg und G. W. Bailey waren auch zwei Jahre zuvor bei Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt Gegenspieler gewesen.

Rezeption

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 62 %[6]
Metacritic (Metascore) 50/100[7]
Prädikat der FBW wertvoll[8]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[9]
CinemaScore A–[10]
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Nummer 5 lebt! erhielt ein verhaltenes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes zwar mehrheitlich wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Frisch“ ein.[6] Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel aber nur „Durchwachsen oder Durchschnittlich“ aus.[7]

„Ein Actionfilm mit komödiantischen Zügen, vordergründiger pazifistischer Tendenz und witzigen technischen Effekten. Kurzweilige Unterhaltung.“

Lexikon des internationalen Films[11]

Badham, der Film als Bester Science-Fiction-Film und die Spezialeffekte wurden im Jahr 1987 für den Saturn Award nominiert. David Shire gewann 1987 den BMI Film Music Award.

Fortsetzung und Remake

1988 entstand unter der Regie von Kenneth Johnson die Fortsetzung Nummer 5 gibt nicht auf, in dem Stevens die Hauptrolle übernahm. Guttenberg trat gar nicht mehr auf. Sheedy hatte nur eine kurze Sprechrolle. Es gab ein Drehbuch für einen möglichen dritten Film, das 1989 geschrieben und 1990 umgeschrieben wurde, aber von den Produzenten als unbefriedigend befunden wurde, und das Projekt wurde anschließend verworfen.

Am 4. April 2008 berichtete Variety, dass Dimension Films die Rechte zur Neuverfilmung des Originalfilms erworben habe. Dan Milano war mit dem Schreiben des Drehbuchs beauftragt worden, David Foster mit der Produktion. Foster sagte, dass sich das Aussehen des Roboters nicht ändern würde. Später im Oktober 2009 kursierten Berichte, dass Steve Carr bei dem Remake Regie führen würde und dass die Handlung des Films einen Jungen aus einer zerrütteten Familie beinhalten würde, der sich mit dem Roboter Nummer 5 anfreundet. Carr verließ das Projekt am 4. August 2011 und Berichten zufolge wurde Tim Hill als Regisseur engagiert.

Am 13. November 2020 wurde bekannt gegeben, dass die Spyglass Media Group ein Remake des Films von 1986 gedreht hat, bei dem James Vanderbilt, Paul Neinstein und William Sherak von Project X Entertainment produzieren und John W. Hyde von Rehab Entertainment neben Terissa Kelton als ausführender Produzent zurückkehrt. Das Unternehmen beauftragte das Autorenteam Eduardo Cisneros und Jason Shuman, dem Drehbuch des Films einen lateinamerikanischen Touch zu verleihen.

Einzelnachweise

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