Nyishi
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Die Nyishi oder auch Nishi sind eine etwa 250.000–300.000 Personen zählende dominante Ethnie im Bundesstaat Arunachal Pradesh im Nordosten Indiens. Ihre Sprache wird auch Nishi genannt, aber üblicherweise leicht anders geschrieben.


Namensherkunft
Die Wortsilbe nyi bedeutet soviel wie „Mann“ oder „Mensch“; sie Silbe shi lässt sich am besten mit „Lebewesen“ übersetzen. Der Name des Volkes bedeutet demzufolge so viel wie „menschliches Wesen“ oder einfach „Mensch“. Der Name des Volkes wird in Dokumenten der Ahom erwähnt, mit denen die Nyishi nicht selten im Streit lagen. Die Briten übernahmen den Namen von den Ahom.
Siedlungsgebiet und Lebensweise
Der Kern ihres Siedlungsgebietes sind die ca. 1000 bis 1500 m hohen und zum Himalaya-Vorland gehörenden Datla-Berge im Zentrum von Arunachal Pradesh. Man lebte ganz überwiegend von der Jagd und vom Fischfang; Feldbau war lange Zeit unbekannt. Langhäuser und Stelzenhäuser waren die üblichen Behausungen. Man lebte in Polygynie („Vielweiberei“); nur die männliche Linie war erbberechtigt.
Geschichte und Religion
Die Nyishi sind indo-tibetischer Abstammung. Ihre Religion war animistisch, doch glaubten sie (später?) an ein höheres Wesen mit Namen Jingbu Pabu Abu[1]; darüber hinaus wird eine Fruchtbarkeitsgöttin mit Namen Nyokum angerufen. In den 1950er Jahren kamen die ersten christlichen Missionare, die viele Nyishi zum Christentum bekehrten. So bezeichnen sich etwa 35 % der Bevölkerung Arunachal Pradeshs in Volkszählungen als Christen. Die Hauptstadt Itanagar ist Sitz eines römisch-katholischen Bistums.
Weblinks
- Nyishi, Arunachal Pradesh – Fotos + Infos (Britannica)