Arunachal Pradesh

Bundesstaat im Nordosten Indiens From Wikipedia, the free encyclopedia

Arunachal Pradesh (Hindi अरुणाचल प्रदेश, Aruṇācal Pradeś) ist ein nordostindischer Bundesstaat mit einer Fläche von 83.743 km² und ca. 1,5 Millionen Einwohnern; die Hauptstadt ist Itanagar. Es handelt sich um ein umstrittenes Territorium, da das Gebiet auch von der Volksrepublik China beansprucht wird. Der Name Arunachal Pradesh stammt aus dem Sanskrit und bedeutet „Land der Berge in der Morgenröte“. Oft wird der Bundesstaat auch als „Südtibet“ oder als „Land des Sonnenaufgangs“ bezeichnet.

Schnelle Fakten
Arunachal Pradesh
Status Bundesstaat
Hauptstadt Itanagar
Gründung 20. Februar 1987
Auflösung/Fusion {{{AUFLOESUNG}}}
Fläche 83.743 km²
Einwohner 1.383.727 (2011)
Bevölkerungsdichte 17 Einwohner je km²
Sprachen Englisch
Gouverneur B. D. Mishra
Chief Minister Pema Khandu (Kongresspartei)
Website arunachalpradesh.gov.in
ISO-Code IN-AR
KarteNordteil von Arunachal Pradesh: de-facto Indien - von China beanspruchtTeilgebiete von Uttarakhand: de-facto Indien - von China beanspruchtde-facto China - von Indien beanspruchtde-facto China - von Indien beanspruchtde-facto Pakistan - von Indien beanspruchtde-facto Pakistan - von Indien beanspruchtSiachen-Gletscher (umkämpft zwischen Pakistan und Indien)Jammu und Kashmir: de-facto Indien - von Pakistan beanspruchtLadakh: de-facto Indien - von Pakistan beanspruchtMaledivenSri LankaIndonesienAfghanistanNepalBhutanBangladeschPakistanChinaMyanmarThailandTadschikistanDelhiGoaDadra und Nagar Haveli und Daman und DiuTamil NaduKeralaAndhra PradeshArunachal PradeshAssamBiharChhattisgarhGujaratHaryanaHimachal PradeshJharkhandKarnatakaMadhya PradeshMaharashtraManipurMeghalayaMizoramNagalandOdishaPunjabRajasthanSikkimTelanganaTripuraUttarakhandUttar PradeshWestbengalenAndamanen und NikobarenLakshadweep
Karte
Lage innerhalb Indiens
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Hochgebirgslandschaft in Arunachal Pradesh

Arunachal Pradesh grenzt im Süden an die Bundesstaaten Assam und Nagaland sowie im Westen an Bhutan, im Norden an China (Tibet) und im Osten an Myanmar.

Geographie

Arunachal Pradesh erstreckt sich zum größten Teil über die Südabdachung des Ost-Himalaya, der meistens auch Assam-Himalaya genannt wird. Es ist ein Teil des gewaltigen Gebirgszuges, der hier insgesamt relativ niedrig, jedoch stark zerklüftet und durch sein feuchtes Monsunklima mit einer subtropisch-immergrünen Regen- und Nebelwaldvegetation ausgestattet ist. Lediglich im äußersten Westen, im Distrikt Tawang, scheinen die typischen Landschaftsformen Tibets auf, dessen Regierung in Lhasa jene Gebiete von Arunachal Pradesh noch bis zum Ende der 1940er Jahre verwaltet hatte.

Nach Auffassung der chinesischen Regierung gehört das umstrittene Territorium zu den Kreisen Cona, Mêdog und Zayü in den Regierungsbezirken Shannan und Nyingchi des Autonomen Gebiets Tibet.

Wasserreichster, aber nicht längster Fluss in Arunachal Pradesh ist der von Norden (Tibet) kommende und in südwestliche Richtung fließende Brahmaputra, der hier vielfach noch siang genannt wird. In ihn münden u. a. Kameng, Subansiri, Dibang und Lohit, die allesamt vorwiegend von den Schmelzwassern des Himalaya gespeist werden. Höchster Gipfel des Bundesstaats ist der im Nordwesten gelegene Kangto (7090 m).

Bevölkerung

Demografie

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat Arunachal Pradesh knapp 1,4 Millionen Einwohner und ist – gemessen an der Einwohnerzahl – der drittkleinste Bundesstaat Indiens. Die Bevölkerungsdichte ist mit 17 Einwohnern pro km² die niedrigste aller Bundesstaaten und beträgt nur einen Bruchteil des Landesdurchschnitts (382 Einwohner pro Quadratkilometer).[1] Die Urbanisierungsrate liegt mit 22,7 Prozent unter dem gesamtindischen Durchschnitt.[2]

Mit einem Wert von 0,661 erreichte Arunachal Pradesh 2015 den 15. Platz unter den 29 Bundesstaaten Indiens im Index der menschlichen Entwicklung.[3]

Einwohnerentwicklung

Die Bevölkerung im Gebiet des heutigen Bundesstaats wurde erstmals im Jahr 1961 gezählt. Vorher wurden weite Gebiete im gebirgigen Teil aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Stammesgebieten von Volkszählungen ausgeklammert. Das Bevölkerungswachstum betrug in den fünfzig Jahren zwischen 1961 und 2011 ca. 311 %. Hauptgrund für die gewaltige Bevölkerungszunahme ist die Zuwanderung aus anderen Regionen Indiens. Die Bevölkerungszunahme zwischen 2001 und 2011 lag bei 26,03 % oder rund 286.000 Menschen. Offizielle Bevölkerungsstatistiken werden erst seit 1961 geführt und veröffentlicht.[4]

Arunachal Pradesh: Einwohnerzahlen von 1961 bis 2011
Jahr  Einwohner
1961
 
336.558
1971
 
467.511
1981
 
631.839
1991
 
864.558
2001
 
1.097.968
2011
 
1.383.727
Quelle(n): Volkszählungen

Größte Städte

Im Bundesstaat gibt es zwar 27 Orte, die als Städte (towns und census towns) gelten. Dennoch ist der Anteil der städtischen Bevölkerung eher gering. Denn nur 317.369 der 1.383.727 Einwohner oder 22,94 % leben in städtischen Gebieten. Die vier Orte mit mehr als 20.000 Einwohnern sind:[5]

Ort Einwohner
Itanagar
 
59.490
Naharlagun
 
36.158
Pasighat
 
24.656
Aalo (Along)
 
20.684
Stand: 2011

Weitere Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern sind (Einwohnerzahl in Klammern): Seppa (18.350), Tezu (18.184), Namsai (14.246), Daporijo (13.405), Ziro (12.806), Roing (11.389) und Tawang (11.202).

Volksgruppen

Frauen des Apatani-Stammes

In Indien teilt man die Bevölkerung in die drei Kategorien general population, scheduled castes und scheduled tribes ein. Die scheduled castes („registrierte Kasten“) werden heutzutage Dalit genannt (früher auch abschätzig „Unberührbare“ genannt). Die scheduled tribes sind die anerkannten Stammesgemeinschaften mit (2011) 951.821 Menschen (68,78 Prozent der Bevölkerung), die sich selber als Adivasi („Ureinwohner“) bezeichnen. Zu ihnen gehören in Arunachal 104 Volksgruppen.[6]

Die Bevölkerung Arunachal Pradeshs ist ethnisch gemischt. Die Mehrzahl der Einwohner des Bundesstaates gehört einer Reihe von indigenen Völkern an, die meist als „Stammesvölker(tribals) bezeichnet werden und denen nach der indischen Verfassung besondere Rechte zukommen. Die größten Stämme sind die Nyishi, Adi Gallong, Wancho, Dafla, Monpa, Tagin, Adi Minyong, Nocte, Adi, Apatani, Galong, Mishmi, Nishang, Tangsa, Abor, Mishing (Miri), Khampti und Adi Padam. Die restliche Bevölkerung besteht aus Einwanderern aus anderen Teilen Indiens.

Die scheduled tribes (Volksgruppen) in Arunachal Pradesh
Weitere Informationen Volksgruppe, Anzahl ...
VolksgruppeAnzahlAnteil
Nyishi 249.824 18,25 %
Galong 079.327 5,73 %
Adi 067.869 4,90 %
Tagin 062.931 4,55 %
Wancho 056.886 4,11 %
Apatani 043.777 3,16 %
Monpa 043.709 3,16 %
Nocte 034.664 2,51 %
Nissi 032.479 2,35 %
Mishmi 032.219 2,33 %
Adi minyong 025.112 1,81 %
Adi gallong 018.604 1,34 %
Khampti/Kamti 015.762 1,14 %
Tangsa 015.295 1,11 %
Adi padam 013.467 0,97 %
Naga 012.338 0,89 %
Kaman/Miju Mishmi 09406 0,68 %
Miji 08127 0,59 %
VolksgruppeAnzahlAnteil
Aka 8110 0,59 %
Mishing/Miri 7412 0,54 %
Dirang Monpa 7172 0,52 %
Tawang Monpa 7133 0,52 %
Miniyong 5668 0,41 %
Singpho 5616 0,41 %
Deori 5365 0,39 %
Bokar 4710 0,34 %
Sulung 4519 0,39 %
Momba/Memba 4495 0,32 %
Mossang Tangsa 3887 0,28 %
Millang 3634 0,26 %
Sherdukpen 3463 0,25 %
Bori 3383 0,24 %
Longchang Tangsa 3116 0,23 %
Adi pasi 3065 0,22 %
Yobin 2994 0,21 %
Nishang 2849 0,21 %
VolksgruppeAnzahlAnteil
Moglum Tangsa 2606 0,19 %
Simong 2547 0,18 %
Padam 2334 0,17 %
Tikhak Tangsa 2292 0,17 %
Lish Monpa 2232 0,16 %
Abor 1672 0,12 %
Laju 1541 0,11 %
Rongrang Tangsa 1488 0,11 %
Khowa/Bugun 1432 0,10 %
Pailibo 1394 0,10 %
Ramo 1361 0,10 %
Kemsing Tangsa 1295 0,09 %
Degaru/Taraon Mishmi 1274 0,09 %
Taisen Tangsa 1106 0,08 %
Mikir 1068 0,08 %
Pasi 1050 0,08 %
Tutcha Nocte 1049 0,08 %
Yougli Tangsa 1026 0,07 %
VolksgruppeAnzahlAnteil
Meyor 989 0,07 %
Havi Tangsa 892 0,06 %
Liju Nocte 788 0,06 %
Khamba 777 0,06 %
Ashing 726 0,05 %
Bangni 691 0,05 %
Phong Tangsa 628 0,05 %
Longri Tangsa 606 0,04 %
Pangi 574 0,04 %
Tagin Bangni 532 0,04 %
Libo 515 0,04 %
Morang Tangsa 458 0,03 %
Khamiyang 401 0,03 %
Longphi Tangsa 378 0,03 %
Jugli 294 0,02 %
Sanke Tangsa 288 0,02 %
Hill Miri 264 0,02 %
VolksgruppeAnzahlAnteil
But Monpa 255 0,02 %
Adi bori 183 0,01 %
Karka 176 0,01 %
Yongkuk Tangsa 168 0,01 %
Ngimong Tangsa 162 0,01 %
Bogum 158 0,01 %
Haisa Tangsa 124 0,01 %
Komkar 111 0,01 %
Mishmi 111 0,01 %
Darok Tangsa 076 0,01 %
Thai Khampi 076 0,01 %
Ponthai nocte 068 0,00 %
Bagi 064 0,00 %
Hrusso 57 057 0,00 %
Langkai Tangsa 050 0,00 %
Rangai Tangsa 042 0,00 %
Longsang Tangsa 039 0,00 %
VolksgruppeAnzahlAnteil
Sulung Bangni 35 0,00 %
Bomdo 26 0,00 %
Korang Tangsa 26 0,00 %
Nonong 26 0,00 %
Panchen Monpa 24 0,00 %
Longin Tangsa 21 0,00 %
Lichi Tangsa 19 0,00 %
Lowang Tangsa 17 0,00 %
Taram 11 0,00 %
Adiramo 10 0,00 %
Hotang Tangsa 08 0,00 %
Muktum 08 0,00 %
Dalbing 07 0,00 %
Namsang Tangsa 07 0,00 %
Tangam 07 0,00 %
Siram 05 0,00 %
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Sprachen

Weitere Informationen Sprachen in Arunachal Pradesh ...
Sprachen in Arunachal Pradesh
Sprache Prozent
Nissi (Dafla)
 
28,62 %
Adi
 
17,36 %
Bengali
 
7,27 %
Hindi
 
7,10 %
Nepali
 
6,89 %
Wancho
 
4,23 %
Bhotia
 
4,52 %
Assamesisch
 
3,90 %
Mishmi
 
3,04 %
Tangsa
 
2,64 %
Nocte
 
2,19 %
Monpa (Takpa)
 
0,90 %
Miri (Mishing)
 
0,75 %
Andere
 
10,59 %
Verteilung der Sprachen (Volkszählung 2011)[7]
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In Arunachal Pradesh herrscht eine enorme Sprachenvielfalt. Die indigene Bevölkerung spricht eine Vielzahl tibetobirmanischer Sprachen, deren Namen meist mit denen der entsprechenden Stämme identisch sind. Nach der Volkszählung 2011 gibt es in Arunachal Pradesh acht tibetobirmanische Sprachen, deren Sprecher mindestens ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, wobei keine von ihnen einen Anteil von wesentlich mehr als einem Fünftel erreicht. Diese sind (in Größenordnung) Nissi, Adi, Wancho, Bhotia, Mishmi, Tangsa, Miri und Nocte. Dazu kommen zahlreiche weitere Kleinstsprachen mit begrenztem Verbreitungsgebiet und geringer Sprecherzahl, die oft nur unzureichend dokumentiert sind. So wurde erst 2008 die Entdeckung einer bis dahin unbekannten tibetobirmanischen Sprache namens Koro mit 800 bis 1200 Sprechern gemeldet.[8]

Unter der nichtindigenen Bevölkerung sind die indoarischen Sprachen Bengali, Hindi und Nepali (jeweils rund sieben Prozent) und Assamesisch (knapp vier Prozent) verbreitet. Als alleinige Amtssprache dient Englisch.

Religionen

Weitere Informationen Religionen in Arunachal Pradesh ...
Religionen in Arunachal Pradesh
Religion Prozent
Christentum
 
30,3 %
Hinduismus
 
29,0 %
Buddhismus
 
11,8 %
Islam
 
2,0 %
Andere
 
26,9 %
Verteilung der Religionen (Volkszählung 2011)[9]
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Buddhastatue im Kloster Tawang

Auch in religiöser Hinsicht ist Arunachal Pradesh gemischt und weicht stark vom indischen Durchschnitt ab. Nach der Volkszählung 2011 sind 30 Prozent der Bevölkerung Christen, 29 Prozent Hindus, zwölf Prozent Buddhisten und zwei Prozent Muslime. 26 Prozent der Einwohner werden in den Volkszählungsstatistiken unter „übrige Religionen“ verzeichnet. Hierbei handelt es sich vor allem um animistische Glaubensformen der indigenen Bevölkerung (Adivasi).

Ein großer Teil der indigenen Bevölkerung praktiziert Ethnische Religionen oder ist zum Christentum konvertiert. Die Monpa und weitere Stämme im Westen Arunachal Pradeshs stehen kulturell den benachbarten Tibetern nahe und sind lamaistische Buddhisten. Im Osten des Bundesstaates ist unter den Khampti hingegen wie im benachbarten Burma der Theravada-Buddhismus verbreitet. Dem Hinduismus hängt vor allem die nichtindigene Bevölkerung in den Städten an; daneben praktizieren die Stämme der Nocte und Wancho eine elementare Form des Vishnuismus.

Geschichte

Die Mehrzahl der Völker, die Arunachal Pradesh bewohnen, waren bis ins 20. Jahrhundert hinein schriftlos und haben daher keine geschichtlichen Zeugnisse überliefert. Lediglich die Monba-Bevölkerung im tibetisch geprägten Tawang im Nordwesten Arunachals besitzt als ein Kleinfürstentum schriftliche Überlieferungen.

Spätestens im 17. Jahrhundert, in der Zeit des 5. Dalai Lamas Ngawang Lobsang Gyatsho, geriet etwa zehn Prozent der Region in die Machtsphäre der tibetischen Gelug-Schule und wurde von Lhasa beherrscht.[10] Nach dem Einmarsch der britischen Younghusband-Expedition nach Tibet, einem militärischen Feldzug bis Lhasa, der zur Flucht des 13. Dalai Lamas Thubten Gyatsho führte, ließen sich die Briten Tawang und die darin anschließenden Gebiete von den Tibetern abtreten. Dies wurde im Vertragswerk der – von der chinesischen Seite nicht ratifizierten – Shimla-Konferenz (1914) festgeschrieben, die den Himalaya-Hauptkamm (McMahon-Linie) zur Grenze zwischen Tibet und Britisch-Indien festschreiben wollte.[11]

Auf der Karte der Provinz Ostbengalen und Assam aus dem Imperial Gazetteer 1907 ist das Gebiet der späteren North-East Frontier Agency noch nicht als zu Britisch-Indien gehörig eingezeichnet

In der Folge formierten die Briten aus diesen Gebieten die so genannten North-East Frontier Tracts (NEFT), nur lose verwaltete Gebiete mit relativ autonomen Stammesbevölkerungen. Nach der Unabhängigkeit Indiens 1947 übernahm die indische Regierung auch die ehemaligen Ansprüche der Briten und bemühte sich um eine Integration der Region in den jungen Staat. 1951 wurden die NEFT als North-East Frontier Agency (NEFA) reorganisiert. Im Oktober und November 1962 kam es zum Indisch-Chinesischen Grenzkrieg. In dessen Verlauf drangen chinesische Truppen bis in die Assam-Ebene ans nördliche Brahmaputra-Ufer vor, zogen sich aber nach wenigen Wochen wieder in die Ausgangsstellungen nördlich der McMahon-Linie zurück.

Am 20. Januar 1972 erhielt die ehemalige NEFA den Status eines Unionsterritoriums mit dem neuen Namen Arunachal Pradesh. Er wurde am 20. Februar 1987 in einen Bundesstaat umgewandelt, womit die Einrichtung einer gesetzgebenden Versammlung einher ging, die erstmals im Februar 1978 gewählt wurde.[12]

Die Volksrepublik China beansprucht Arunachal Pradesh als „Südtibet“, das an das von ihm besetzte Tibet anschließt. Mit einer aktualisierten Version der Standard Map of China wurden im Jahr 2023 auf indischer Seite heftige politische Reaktionen hervorgerufen.[13] Die Sondersituation von Arunachal Pradesh drückt sich u. a. auch darin aus, dass zur Einreise in diesen Bundesstaat indische Sondergenehmigungen erforderlich sind – nicht nur für Ausländer, sondern auch für ortsfremde Inder.

Politik

Politisches System

Arunachal Pradesh besitzt seit 1975 eine eigene Regierung mit einem gewählten Chief Minister an der Spitze und eine eigene Legislative, bestehend aus einem Einkammernparlament, der Arunachal Pradesh Legislative Assembly. Die 60 Abgeordneten des Parlaments werden alle fünf Jahre durch Direktwahl bestimmt. 59 Sitze sind für Angehörige der indigenen Stammesvölker (Scheduled Tribes) reserviert. Das Parlament hat seinen Sitz in Itanagar. Der Chief Minister (Regierungschef) von Arunachal wird vom Parlament gewählt. An der Spitze des Bundesstaats steht jedoch der vom indischen Präsidenten ernannte Gouverneur (Governor). Seine Hauptaufgaben sind die Ernennung des Chief Ministers und dessen Beauftragung mit der Regierungsbildung. Der für Manipur zuständige Höchste Gerichtshof ist der Gauhati High Court mit Sitz in Guwahati, in dessen Zuständigkeitsbereich ganz Nordostindien fällt. Eine Zweigstelle befindet sich in Itanagar.

Arunachal Pradesh stellt zwei Abgeordnete in der Lok Sabha, dem Unterhaus des indischen Parlaments, und einen in der Rajya Sabha, dem indischen Oberhaus.

Parteien

Weitere Informationen Partei, Sitze ...
Ergebnis der Parlamentswahl 2014[14]
ParteiSitze
Indischer Nationalkongress (INC)42
Bharatiya Janata Party (BJP)11
People’s Party of Arunachal (PPA)5
Unabhängige2
Gesamt60
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Die dominierende politische Kraft in Arunachal Pradesh war bislang der Indische Nationalkongress. Die Kongresspartei hat bis zum Jahr 2016 alle Regierungen seit der Gründung des Bundesstaates 1975 geführt. Bei der letzten Parlamentswahl im Mai 2014 errang die Kongresspartei mit 42 von 60 Sitzen erneut die absolute Mehrheit. Die hindu-nationalistische Bharatiya Janata Party (BJP) gewann elf Wahlkreise. Fünf Wahlkreise gingen an die Regionalpartei People’s Party of Arunachal (PPA) und zwei an unabhängige Kandidaten. Als Ergebnis der Wahl wurde der seit November 2011 amtierende Chief Minister Nabam Tuki von der Kongresspartei im Amt bestätigt. Bei der zeitgleich stattfindenden gesamtindischen Parlamentswahl 2014 gewann in Arunachal Pradesh einen von zwei Wahlkreisen die Kongresspartei, den anderen die BJP.

Im Januar 2016 kam es zu einer Regierungskrise, als sich im Regionalparlament 16 Abgeordnete von der Kongresspartei abspalteten und die Abwahl von Tuki forderten. Am 26. Januar 2016 wurde die Regierung suspendiert und der Bundesstaat bis zum 19. Februar 2016 unter die Kontrolle der Zentralregierung (president’s rule) gestellt. Die Dissidenten wurden aus der Kongresspartei ausgeschlossen und vereinigten sich am 3. März 2016 mit der People’s Party of Arunachal.[15] Am 19. Februar 2016 wurde der Führer der Dissidentenfraktion, Kalikho Pul, nachdem er sich der Unterstützung der BJP-Abgeordneten und einiger Unabhängiger versichern konnte, zum neuen Chief Minister gewählt.[16][17] Die Verhängung von president’s rule wurde jedoch am 13. Juli 2016 durch das Oberste Gericht für illegal erklärt. Ab dem 16. Juli 2016 amtierte Pema Khandu (Kongresspartei) als neuer Chief Minister. Die Kongresspartei-Dissidenten kehrten weitgehend wieder in die Kongresspartei zurück.[18]

Verwaltungsgliederung

Der Bundesstaat Arunachal Pradesh ist in folgende 21 Distrikte (Stand: 2014[19]) unterteilt (Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte gemäß vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung 2011):[20]

C = Code, J = Gründungsjahr, GV = Geschlechterverteilung
Weitere Informationen C, Distrikt ...
CDistriktVerw.-
sitz
LageplanJFläche
in km²
Einw.
(2011)
Ew. / km²GV Bev.-
zuwachs in %
(2001–2011)
Alphabeti-
sierungs-
rate
in %
AJAnjawHawai
2004619021.0893,41,24213,7759,40
CHChanglangChanglang
19874662147.95131,71,09411,9661,90
Dibang ValleyAnini
200191297.9480,91,2389,3064,80
EKEast KamengSeppa
1980413478.41319,00,98837,1462,48
ESEast SiangPasighat
1980400599.01924,71,03913,3073,54
KamleRaga
2017
Kra DaadiJamin
2015
Kurung KumeyKoloriang
2001598189.71715,00,972111,0150,67
Lepa-RadaBasar
2018
LDLongdingLongding
2012[21][21][21][21]
ELLohitTezu
19805212145.53827,91,11016,4469,88
UDLower Dibang ValleyRoing
2001385653.98614,01,16636,7670,38
Lower SiangLikabali
2017
LBLower SubansiriZiro
1980345282.83924,01,02648,6576,33
NamsaiNamsai
2014
 Pakke-KessangLemmi
2018
PAPapum PareYupia
19922875176.38561,31,05344,5782,14
 Shi-YomiTato
2018
SiangPangin
2015
TATawangTawang
1984217249.95023,01,42728,3360,61
TITirapKhonsa
19652362111.99747,41,07411,6352,23
USUpper SiangYingkiong
1994618835.2895,71,1225,7759,94
UBUpper SubansiriDaporijo
1980703283.20511,81,01850,3463,96
WKWest KamengBomdila
1980742287.01311,71,32516,6469,40
WSWest SiangAalo
19808325112.27213,51,0928,0467,62
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Seit Anfang 2011 wurden weitere Distrikte in Arunachal Pradesh gebildet bzw. sind in Planung:

  • Longding mit Sitz in Longding wurde am 26. September 2011 vom Distrikt Tirap abgespalten.
  • Namsai mit Sitz in Namsai wurde am 15. August 2014 vom Distrikt Changlang abgespalten.
  • Kra Daadi mit Sitz in Palin wurde am 8. Februar 2015 vom Distrikt Kurung Kumey abgespalten.
  • Lower Siang mit Sitz in Likabali wurde 2017 gebildet.
  • Middle Siang und Arunachal Pradesh Capital District sind weitere geplante Distrikte.

Persönlichkeiten

Commons: Arunachal Pradesh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Arunachal Pradesh – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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