Oberhergheim

französische Gemeinde im Elsass From Wikipedia, the free encyclopedia

Oberhergheim [o.bəʁ.(h)ɛʁk.(h)ajm]  ist eine französische Gemeinde mit 1.315 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Thann-Guebwiller und zum Kanton Ensisheim. Die Bewohner werden Oberhergheimois und Oberhergheimoises genannt.

Schnelle Fakten
Oberhergheim
Oberhergheim (Frankreich)
Oberhergheim (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Thann-Guebwiller
Kanton Ensisheim
Gemeindeverband Centre Haut-Rhin
Koordinaten 47° 58′ N,  24′ O
Höhe 197–207 m
Fläche 19,86 km²
Einwohner 1.315 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 66 Einw./km²
Postleitzahl 68127
INSEE-Code
Website oberhergheim.fr

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Die Gemeinde erhielt 2022 die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Dörfer verliehen wird.[1]

Geografie

Die Gemeinde Oberhergheim liegt am linken Ufer der Ill, auf der rechten Seite verläuft der Canal Vauban, der hier nach Nordosten in Richtung Neuf-Brisach abbiegt. Im Westen reicht das Gemeindegebiet bis an die Vieille Thur.

Geschichte

Auf der Gemarkung wurden Fundstücke der Keltenzeit und eine römische Straßenstation entdeckt. Ersterwähnung 742 als Heruncovillare. Bereits im 13. Jahrhundert wurden Ober- und Niederhergheim unterschieden. Der Ort war ursprünglich im Besitz der Abtei Murbach und kam dann an deren Schirmvögte, die Habsburger. Diese vergaben das Dorf im 13. Jahrhundert als Lehen an die Herren von Hattstatt. Von diesen ging es im 16. Jahrhundert an die Schauenburger. Im 18. Jahrhundert erwarb der königliche Statthalter in Straßburg, Baron von Klinglin, den Ort. Das von ihm erneuerte Schloss der Schauenburger wurde in der Revolution zerstört.

Im Westfälischen Frieden ging der Ort 1848 mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Oberhergheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Gebweiler, Bezirk Oberelsaß).[2]

Im Zweiten Weltkrieg befand sich ein deutsches Ersatzteillager für Flugzeuge in Oberhergheim. Am 5. Februar 1945 erlebte der Ort die Befreiung von der deutschen Besatzung.

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr191019621968197519821990199920072020
Einwohner1.042[2]8748949039571071110212121266
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Sehenswürdigkeiten

  • Die Sankt-Leodegarskirche (Église Saint-Léger) wurde 1844 an der Stelle einer mittelalterlichen Vorgängerkirche erbaut. Bemerkenswert ist die schöne spätklassizistische, vom Turm überragte Westfassade der Louis-Philippe-Zeit. Toskanische Pilasterpaare und ein bekrönender Dreiecksgiebel gliedern die Fassadenmitte. In der Kirche befindet sich eine denkmalgeschützte Callinet-Orgel aus dem Jahre 1853, die sowohl gestalterisch als auch musikalisch als eine der besterhaltenen und repräsentativsten ihrer Zeit gilt.
  • Die Geodätische Stele (französisch Stèle géodésique) liegt im Ortsteil Maschinenzug und wurde unter Napoleon 1804 zum Zwecke der Landesvermessung errichtet. Details siehe im Weblink der zugehörigen Literatur ab Seite 176. Die Stele ist seit 1979 als Monument historique klassifiziert.[3]
  • Die Schule, ursprünglich Mädchenschule stammt vom Colmarer Architekten Laubser, von dem auch die Pläne für die Kirche stammen und der damals zahlreiche Schulhäuser im Departement entwarf.

Persönlichkeiten

  • Martin Drölling (1752–1817),[4] bekannter Kunstmaler, Vater des Kunstmalers Michel-Martin Drolling (1786–1851) und von Louise-Adéone Drolling (1797–1834), einer der wenigen erfolgreichen Kunstmalerinnen der damaligen Zeit, wurde in Oberbergheim geboren.
  • Joseph Saur (1908–2012) wurde ebenfalls in Oberhergheim geboren, war ein Maler, Bildhauer und Holzschnitzer, der sich überwiegend der sakralen Kunst gewidmet hat. Er hat in seiner langen künstlerischen Schaffenszeit eine Vielzahl von Kirchen im Elsass ergänzt, verschönert und renoviert.[5][6][7]
  • Léonard Saur (1933–2019), stammt auch aus Oberhergheim und war der Neffe von Joseph Saur. Beide vereinte die gleiche künstlerische Begabung und sie arbeiteten sehr viel gemeinsam. In der Zeit von 1965 bis 1971 war Léonard Saur auch als Bürgermeister von Oberhergheim tätig.[8]

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 374–376.
  • Martin Rickenbacher: Napoleons Karten der Schweiz – Landesvermessung als Machtfaktor 1798–1815. hier + jetzt Verlag, 2011, ISBN 978-3-03919-825-2, S. 176 ff.

Nachweise

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