Réguisheim

französische Gemeinde im Elsass From Wikipedia, the free encyclopedia

Réguisheim [ʁe.ɡis.(h)ajm]  (deutsch Regisheim) ist eine französische Gemeinde mit 2.011 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Thann-Guebwiller und zum Kanton Ensisheim. Die Bewohner werden Réguisheimois und Réguisheimoises genannt.

Schnelle Fakten
Réguisheim
Réguisheim (Frankreich)
Réguisheim (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (68)
Arrondissement Thann-Guebwiller
Kanton Ensisheim
Gemeindeverband Centre Haut-Rhin
Koordinaten 47° 54′ N,  21′ O
Höhe 209–219 m
Fläche 23,87 km²
Einwohner 2.011 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 84 Einw./km²
Postleitzahl 68890
INSEE-Code
Website reguisheim.alsace

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Die Gemeinde erhielt 2022 die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Dörfer verliehen wird.[1]

Geografie

Die Gemeinde Réguisheim liegt in der Oberrheinebene, etwa auf halbem Weg zwischen Colmar und Mülhausen, beiderseits der Ill. Im Westen verläuft die Vieille Thur.

Nachbargemeinden von Réguisheim sind Meyenheim im Norden, Hirtzfelden im Osten, Munchhouse im Südosten, Ensisheim im Süden, Ungersheim im Südwesten sowie Merxheim im Nordwesten.

Der die Gemarkung querende Vauban-Kanal wurde um 1700 angelegt, um das nötige Baumaterial für den Bau der Festung Neuf-Brisach von den Vogesen und der Vorbergzone herbeizuschaffen. Nach 1860 siedelte sich in Réguisheim am Vaubankanal eine Textilfabrik an.

Geschichte

Auf der Gemarkung wurden Kelten- und Merowingergräber entdeckt. Das Altstraessel folgt der ehemaligen Römerstraße Augusta RauricaMons Brisiacus (Breisach). Urkundliche Ersterwähnung 817 als Regenesheim. Schon in der Frühzeit war das Dorf im Besitz der Abtei Murbach, die hier einen Dinghof besaß. Später besaßen auch die Grafen von Pfirt einen Dinghof im Ort, der 1324 durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg kam. Im Spätmittelalter erlitt das Dorf vielfache Heimsuchungen, so im 14. Jahrhundert durch die „Engländer“, im Hundertjährigen Krieg zeitweise unbeschäftigte Söldnertruppen im Dienste Burgunds, dann 1444 durch die Armagnaken, aber auch durch die Pest und den großen Dorfbrand von 1534. Im Dreißigjährigen Krieg wüteten insbesondere 1640 die Schweden im Ort. An der Straßenkreuzung D2/D47 erinnert eine Kapelle an das vermutlich nach einer Pestepidemie abgegangene Dorf Sermensheim.

Die Beschwerde des Müllers Hermann Klee gegenüber der Stadt Mülhausen über ausstehende 6 Plappert (deniers) gab Anlass zu dem von 1466 bis 1468 dauernden Sechsplappertkrieg elsässischer Adliger gegen die Stadt. Diese erhielt die Unterstützung eidgenössischer Kantone, was in der Folge zu einem engen Bündnis Mülhausens mit den Eidgenossen führte.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Regisheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Gebweiler, Bezirk Oberelsaß).[2] Während des Zweiten Weltkrieges wurden unter deutscher Besatzung 1940 die verbliebenen jüdischen Einwohner nach Südfrankreich deportiert. Sechzehn aus Réguisheim stammende Menschen wurden laut Yad Vashem Opfer der Endlösung.[3] Am Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Réguisheim die Befreiung von der Naziherrschaft im Zuge der letzten Offensive der Alliierten gegen den von den Deutschen fanatisch verteidigten Kessel von Colmar Ende Januar 1945.

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr191019621968197519821990199920072018
Einwohner1.477[2]1.2051.2391.3041.6121.5361.6601.7361.942
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Sehenswürdigkeiten

  • Die Stefanskirche (Église Saint-Étienne): Beim Neubau der Kirche 1778 (Chor und Schiff) wurde der (Chor?)-Turm der mittelalterlichen Kirche beibehalten. Bogenfriese, Lisenen und Halbsäulen gliedern die Mauerflächen des im späten 11. Jahrhundert entstandenen Turms. Das Glockengeschoss mit gekuppelten Rundbogenöffnungen. Der neue Turm aus dem späten 19. Jahrhundert (1888) in barockisierenden Formen. Der romanische Turm seit 1898 als Monument historique klassifiziert. Beachtenswerte Neurenaissance-Kanzel. Callinet-Orgel.
  • Ehemalige Synagoge, erbaut um 1840
Südwestseite der Kirche
Südseite des Kirchturms

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 379–380.
Commons: Réguisheim – Sammlung von Bildern

Nachweise

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