Oberndorf (Solms)

Ortsteil von Solms From Wikipedia, the free encyclopedia

Oberndorf ist ein Stadtteil von Solms im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis und bildet zusammen mit Burgsolms die Kernstadt.

Schnelle Fakten Stadt Solms ...
Oberndorf
Stadt Solms
Wappen von Oberndorf
Koordinaten: 50° 32′ N,  25′ O
Höhe: 154 (151–206) m ü. NHN
Fläche: 5,23 km²[1]
Einwohner: 2489 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 476 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 35606
Vorwahl: 06442
Karte
Lage von Oberndorf in Solms
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Geographische Lage

Oberndorf liegt in einem Talkessel am Solmsbach, der sich hier zwischen bewaldeten Berghängen tief in die letzten Ausläufer des Hintertaunus am Lahntal eingegraben hat. Auf dem Bergrücken im Südwesten ist das hochgelegene Braunfels nur wenige Hundert Meter von Oberndorf entfernt, während die Gemarkung im Osten die bewaldeten Berghänge mit der ehemaligen Grube Ferdinand[3] und die 289 Meter Höhe erreichende Kammlinie bis kurz vor Laufdorf einschließt. Nördlich von Oberndorf ist die Bebauung mit Burgsolms zusammengewachsen und südlich befindet sich in etwa vier Kilometer Entfernung der Braunfelser Stadtteil Bonbaden.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die Ortsgeschichte von Oberndorf ist eng mit der Burgsolmser verwurzelt. So beanspruchen beide Ortschaften im Jahr 788 im Lorscher Codex durch eine Kirche erstmals erwähnt zu werden. Da von der Burgsolmser Mutterkirche die Rede ist, ist vermutlich von Oberndorf auszugehen. 1128 werden die Orte als Solmesso genannt, aber bereits um 1300 differenziert. So wird nun der Ortsname Superior Sulmisse, also Obersolms, dem späteren Oberndorf, erwähnt.

Bedeutend für Oberndorf war die Eisenverarbeitung im Dorf in der Oberndorfer Hütte, wo das Erz aus den umliegenden Gruben verhüttet wurde. Ihre Gründung geht auf Graf Heinrich Trajektin von Solms-Braunfels im Jahr 1666 zurück. 1859 wurde die Hütte aufgegeben.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 1. Juli 1971 die bis dahin eigenständigen Gemeinden Oberndorf und Burgsolms freiwillig zur neuen Gemeinde Solms.[4] Diese Gemeinde wurde am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz mit den Gemeinden Bielhausen und Niederbiel zur neuen Großgemeinde Solms zusammengeschlossen.[5] Die Großgemeinde erhielt am 11. April 1978 die Stadtrechte.[6] Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Historische Namensformen

In erhaltenen Urkunden wurde Oberndorf unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Sulmissa, super fluvio (788) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3089 = 3708 a]
  • Sulmissam, super fluvium (788) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3089 = 3708 a]
  • Sulmisheimer, in marca (803) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3091 = 3722e]
  • Sulmissere, in marca (803) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3091 = 3722e]
  • Sulmisheimer, in marca (811) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3090 = 3726]
  • Sulmissere, in marca (811) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3090 = 3726]
  • Sulmisheimer, in marca (817) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3092 = 3729a, 3094]
  • Sulmissa, in (817) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3092 = 3729a, 3094]
  • Sulmissa, in villa (855) [2. Hälfte XII Jh., Codex Laureshamensis III, Nr. 3039 = 3735]
  • Solmesso (1128) [Mainzer Urkundenbuch 1, Nr. 554]
  • Sulmese, de (1129) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3, Nr. 1329]
  • Oberndorf, de (1228) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, Nr. 12]
  • Oberndorff, de (1261) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, Nr. 99]
  • Solmß, in villa que vulgariter Oberndorff nuncupatur (1283) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 2, Nr. 133]
  • superior Solmisse (1319) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, Nr. 949]
  • Obernsolmisse, zu (1332) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 1, Nr. 1196]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Oberndorf angehört(e):[1][7]

Einwohnerentwicklung

Oberndorf: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2018
Jahr  Einwohner
1834
 
350
1840
 
451
1846
 
470
1852
 
463
1858
 
518
1864
 
523
1871
 
551
1875
 
609
1885
 
747
1895
 
754
1905
 
845
1910
 
947
1925
 
1.036
1939
 
1.161
1946
 
1.515
1950
 
1.609
1956
 
1.655
1961
 
1.773
1967
 
2.021
1970
 
2.111
1980
 
?
1987
 
1.960
2000
 
?
2011
 
2.355
2013
 
2.489
2015
 
2.545
2018
 
2.547
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Zensus 2011[9]; Stadt Solms:2013:[10], (2015[11], 2018[12] mit Nebenwohnsitzen)

Religionszugehörigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

 1834:334 evangelische, 12 katholische, 12 jüdische Einwohner
 1961:1401 evangelische (= 79,02 %), 354 katholische (= 19,97 %) Einwohner

Wappen

Evangelische Kirche

Am 8. Mai 1968 wurde der Gemeinde Oberndorf im damaligen Landkreis Wetzlar ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In goldenem, mit blauen Schindeln bestreuten Feld ein rotbezungter und -bewehrter blauer Löwe, belegt mit einem silbernen Schild, darin ein roter Hammer und Schlägel schräggekreuzt.[13]

Kulturdenkmäler

Verkehr

Bahnhof Braunfels-Oberndorf

Durch Oberndorf führt die L 3283, die nördlich von Burgsolms von der Bundesstraße 49 kommend, Richtung Bonbaden verläuft, sowie die L 3451, die von Wetzlar kommend, nach Braunfels führt.

Oberndorf lag mit einem Haltepunkt Burgsolms-Oberndorf und einem Bahnhof Braunfels-Oberndorf seit 1912 an der Bahnstrecke Friedrichsdorf–Albshausen. Mit der abschnittsweisen Stilllegung der Strecke 1985 wurde die Bahnanlagen weitgehend abgebaut. Trotzdem lässt sich auch heute der Bahndamm und die Trassenführung in der Umgebung der Ortschaft erkennen. Ein Bahnhof besteht heute in Albshausen sowie ein Haltepunkt in Burgsolms (beide an der Lahntalbahn).

Commons: Oberndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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