Of (Trabzon)
Stadt und Landkreis in der Provinz Trabzon, Türkei
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Of ist eine Stadtgemeinde (Belediye) im nordöstlichen Teil des gleichnamigen Ilçe (Landkreis) der Provinz Trabzon und gleichzeitig eine Gemeinde der 2012 geschaffenen Büyükşehir belediyesi Trabzon (Großstadtgemeinde/Metropolprovinz Trabzon). Seit der Gebietsreform 2013 ist die Gemeinde flächen- und einwohnermäßig identisch mit dem Landkreis.
| Of | ||||
|---|---|---|---|---|
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Provinz (il): | Trabzon | |||
| Einwohner: | 43.591[1] (2025) | |||
| Koordinaten: | 40° 57′ N, 40° 16′ O | |||
| Höhe: | 10 m | |||
| Fläche: | 258 km² | |||
| Bevölkerungsdichte: | 169 Einwohner je km² | |||
| Telefonvorwahl: | (+90) 462 | |||
| Postleitzahl: | 61830 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | 61 | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2026) | ||||
| Gliederung: | 68 Mahalle | |||
| Bürgermeister: | Salim Salih Sarıalioğlu (AKP) | |||
| Postanschrift: | Sulaklı Mahallesi Belediye Meydanı, No:3 61830 Of / Trabzon | |||
| Website: | ||||
| Landkreis Of | ||||
| Einwohner: | 43.591[1] (2025) | |||
| Fläche: | 258 km² | |||
| Bevölkerungsdichte: | 169 Einwohner je km² | |||
| Kaymakam: | Eşref Akça | |||
| Website (Kaymakam): | ||||
Geografie

Die Region ist niederschlagsreich, bewaldet, gebirgig und landwirtschaftlich geprägt. Haupterzeugnisse sind Tee und Haselnüsse. Das Städtchen Of liegt an der Küstenstraße (E 97) zwischen Trabzon und Rize auf einer vom Fluss Solaklı Çayı geschaffenen Ebene. Die nächsten Kleinstädte sind Sürmene, 14 Kilometer westlich, und İyidere, 10 Kilometer östlich. Nach Süden zweigt eine Nebenstrecke in einem Taleinschnitt des Pontischen Gebirges nach Bayburt ab (90 Kilometer). 4 km weiter östlich bei der Ortschaft Kıyıcık mündet der Fluss Baltacı Deresi.
Geschichte
Antike
Óphis (griechisch „Schlange“), daraus abgeleitet Of, ist als Name der Region und des Flusses seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen. In der Tabula Peutingeriana ist die Stadt Of als Opiunte kartografiert.[2]
Im heutigen Ortsteil Eskipazar, gelegen am Ostufer des Flusses Baltacı Deresi (in der Antike als Psychros, von altgriechisch ψυχρός „kalt, kühl“, bekannt), befinden sich hinter einem modernen Schulgebäude die Überreste eines massiven Tores, das von runden Türmen flankiert wird. Diese Anlage wird als spätrömisches Kastell gedeutet. Es handelt sich dabei möglicherweise um das in der Notitia dignitatum erwähnte Kastell Caene Parembole beziehungsweise um das in einem Periplus des späten 6. Jahrhunderts genannte Kali Parembole.[3]
Osmanisches Reich
Die Konversion des Bezirks Of zum Islam vollzog sich nach heutigen historischen Erkenntnissen als ein schrittweiser, generationsübergreifender Prozess, der ab der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann und sich bis in das späte 17. Jahrhundert erstreckte. Die Bewohner standen später wegen ihrer Medrese im Ruf einer besonders dogmatischen Religionsauslegung.[4]
Nach den Forschungen des Anthropologen Michael Meeker war die Islamisierung kein abruptes Einzelereignis, sondern verlief allmählich und lässt sich anhand osmanischer Register nachvollziehen. Während die muslimische Bevölkerung im Jahr 1515, mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Fall von Trapezunt, mit 50 Haushalten (etwa 2 %) noch verschwindend gering war, wuchs sie bis 1583 auf 976 Haushalte (24 %) an.[5]
| Sektor | 1515 | 1554 | 1583 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Christlich | Muslimisch | Christlich | Muslimisch | Christlich | Muslimisch | |
| Unterer Osten | 979 | 26 | 1.039 | 187 | 908 | 551 |
| Oberer Osten | – | – | 61 | 7 | 200 | 16 |
| Unterer Westen | 988 | 22 | 1.078 | 128 | 1.160 | 264 |
| Oberer Westen | 288 | 2 | 427 | 27 | 646 | 95 |
| Nicht lokalisiert | 97 | – | 124 | 10 | 201 | 50 |
| Gesamt | 2.352 | 50 | 2.729 | 359 | 3.115 | 976 |
| Anteil Muslime | 2 % | 12 % | 24 % | |||

Bemerkenswert ist, dass die christliche Bevölkerung in diesem Zeitraum insgesamt zunächst noch anwuchs und sich ab etwa 1554 unter dem beginnenden Druck zunehmend in die höher gelegenen Täler zurückzog und dort neue Dörfer gründete. Der Wandel vollzog sich durch ein Zusammenspiel aus muslimischer Ansiedlung, steuerlich-wirtschaftlichem Druck und phasenweisen Gruppenübertritten einzelner Dörfer. Im Gegensatz zur Provinzhauptstadt Trabzon, wo der osmanische Staat aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen aktiv Muslime ansiedelte und so eine raschere Konversion der Christen erzwang, waren die Vorteile eines Religionswechsels im abgelegenen Of anfangs geringer. Im Laufe des 17. Jahrhunderts nahm der Druck jedoch zu und die Zahl der christlichen Haushalte kollabierte. Verzeichnete ein offizielles Dokument aus dem Jahr 1631 noch 441 christliche Haushalte, waren es 1673 nur noch 90. Der Bezirk wurde bis zum späten 17. Jahrhundert fast vollständig muslimisch.
Der eigentliche Treiber dieser Entwicklung war die zunehmende Integration der Region in das Osmanische Reich. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden die ländlichen Küstengesellschaften spezifisch „imperial-muslimisch“, indem eine große Anzahl von Einwohnern (Oflus) in reguläre osmanische Truppen und irreguläre Milizen eintrat oder zu islamischen Religionslehrern und Studenten wurde.
Demgegenüber etablierte sich in der traditionellen griechischen Erinnerungskultur die Legende einer plötzlichen Massenkonversion, um diesen demografischen Wandel zu verarbeiten. Für die Christen in Trabzon war dies lange ein traumatisches Problem, das sie durch eine mythische Formel lösten. Um die Existenz einer großen muslimischen Bevölkerung mit byzantinischem Hintergrund zu erklären, entstand das Narrativ des Hochverrats. Ein prominenter christlicher Anführer habe das Christentum verraten, um sich die Gunst der osmanischen Herrscher zu sichern.[5] In der griechischen Geschichtsschreibung spiegelt sich diese Sichtweise bis heute wider. Nach der dort vorherrschenden Auffassung vollzog sich die Islamisierung der Ofiten primär während der Regierungszeit von Sultan Mehmed IV. (1648–1687), als viele Bewohner unter dem Druck lokaler Feudalherren (Derebeys) zusammen mit ihrem Bischof Alexander die Religion gewechselt haben sollen.[6] Laut den vom griechischen Lokalhistoriker Stavros G. Kokkinidis gesammelten Überlieferungen soll der damalige Bischof Alexandros Potouras aus Rache nach einem erbitterten Streit mit dem Metropoliten von Trapezunt zum Islam konvertiert sein, unter dem Namen İskender zum osmanischen Mufti in Trabzon aufgestiegen sein und seine Gemeinde zur Konversion gedrängt haben. Diese Überlieferung beruht jedoch auf einer chronologischen Verwechslung. Der legendäre Bischof Alexander des 17. Jahrhunderts wird fälschlicherweise oft mit dem realen osmanischen Gouverneur İskender Pascha gleichgesetzt, der bereits 1515 verstarb, also rund 150 Jahre vor den in der Legende beschriebenen Ereignissen.[7]
Als Gegenstück zu dieser Erzählung schreibt die lokale türkische Überlieferung den aus Maraş stammenden Gebrüdern (Osman Efendi, Hasan Efendi und İlyas Efendi) eine zentrale Rolle bei der Islamisierung der Region Of zu. Demnach sollen bereits zur Zeit des Kalifen Omar zwei christliche Gelehrte aus Of für einen religiösen Disput nach Medina entsandt worden sein. Von der Bescheidenheit und Gerechtigkeit des Kalifen beeindruckt, konvertierten sie zum Islam. Statt in ihre byzantinische Heimat zurückzukehren, ließen sie sich im klimatisch ähnlichen Maraş nieder. Fast tausend Jahre später, so die Legende, seien diese Urahnen zweien ihrer Nachfahren im Traum erschienen und hätten ihnen aufgetragen, nach Of zurückzukehren, um die dortige Bevölkerung zum Islam zu führen.[8] Die reale historische Präsenz dieser Gelehrtenfamilie weicht jedoch von der Legende ab. Zwar existieren für ihre Ankunft keine zeitgenössischen schriftlichen Belege, doch stützen Archivdokumente aus dem frühen 18. Jahrhundert ihre reale historische Präsenz als lokale religiöse Autoritäten. In den „Hurufat“-Registern von 1710/1711 ist dokumentiert, dass diese Familie vom Staat den Auftrag erhielt, die Region zu erschließen und als Imame und Leiter von religiösen Zentren (Zaviye) tätig zu sein.
Die populäre Vorstellung einer spontanen „Massenbekehrung“ durch bloße religiöse Debatten gilt in der Forschung als romantisierte Volkstradition. Haupttreiber des religiösen Wandels war ein langfristiger Anpassungsprozess der ansässigen, pontischsprachigen Bevölkerung. Verstärkt und beschleunigt wurde diese Entwicklung durch regionale Krisen, wie die Celali-Aufstände, den damit einhergehenden Abwanderungsdruck auf Teile der christlichen Bevölkerung sowie punktuelle muslimische Ansiedlungen. Die Gelehrtenfamilie der Maraşlıs fungierte dabei weniger als initiale Ursache der Konversion, sondern vielmehr als strukturgebende Kraft für die Festigung des islamischen Lebens in der neu integrierten Region.[9][10] Dies deckt sich auch mit den Aufzeichnungen des osmanischen Historikers Şakir Şevket. Er hielt die Überlieferung fest, wonach rund 200 Jahre nach der osmanischen Eroberung ein Gelehrter der Maraş-Ulema namens Osman Efendi über Bayburt anreiste und die lokale Bevölkerung zum Islam führte.[11]
Sprache und Autonomie im 19. Jahrhundert
Die gemeinsame Kommunikationssprache aller Ofiten (im Türkischen Oflular, im Griechischen Oflides genannt) war unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit das Ofitisch-Pontische, eine lokale Variante der Pontischen Sprache.[6] Dies deckt sich mit historischen Berichten aus dem 19. Jahrhundert. Der französische Konsularbeamte Victor Fontanier berichtete 1830, dass Of eine Siedlung mit rund 3000 Häusern sei, deren muslimische Bewohner ausschließlich Romeyka sprachen. Auch der osmanische Historiker Şakir Şevket hielt fest, dass Schüler, die kein Türkisch beherrschten, in den lokalen Medresen auf Romeyka unterrichtet wurden.[11] Durch die Isolation nach der Islamisierung im 16. und 17. Jahrhundert bewahrten die muslimischen Sprecher in Of (das sogenannte ophitische Romeyka) archaische Sprachmerkmale des Altgriechischen, die bei den christlichen Pontos-Griechen durch deren andauernde Kontakte nach außen bereits verloren gegangen waren.[12]

Laut Fontanier stand die Region unter der Kontrolle lokaler Machthaber, während der osmanische Pascha von Trabzon dort keine reale Autorität besaß.[11] Die Region war im frühen 19. Jahrhundert ein zentraler Schauplatz der Tuzcuoğlu-Aufstände gegen die osmanische Zentralregierung. Im Zuge dieser Unruhen flüchtete der Rebell Tuzcuoğlu Memiş Ağa in den Schutz von Çakıroğlu İsmail Ağa, wurde jedoch nach dem Ende dieses Protektorats am 26. Oktober 1817 in Of gefangen genommen und hingerichtet.[13] Auch in den Folgejahren kam es in Of wiederholt zu bewaffneten Konflikten, so während der Aufstände von Tuzcuoğlu Abdülkadir Ağa im Jahr 1832, Tuzcuoğlu Tahir im Jahr 1833 sowie bei einer erneuten Erhebung durch Abdülkadir Ağa im Jahr 1834. Erst mit dessen Tötung im Jahr 1834 endete die Rebellion, was zu einer Phase der Stabilität in der Region führte.[14]
Der britische Konsul James Brant stellte 1835 fest, dass sich die Bräuche der Ofiten deutlich von jenen der benachbarten Lasen unterschieden. Er schätzte ihre militärische Stärke auf 24.000 bewaffnete Männer, was deutlich mehr war als die Lasen aufbieten konnten. Brant verglich die Ofiten mit den Bewohnern der griechischen Halbinsel Mani, da sie eine stark ausgeprägte Kultur der Blutrache pflegten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde.[15] Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb der deutsche Forscher Karl Heinrich Koch die Region „Off“ als ein weitgehend autonomes Gebiet. Bei dem von Koch erwähnten lokalen „Herrn von Off“ handelte es sich nach Einschätzung des Anthropologen Michael E. Meeker um den lokalen Machthaber Çakıroğlu Memiş Ağa, den Sohn des in der Region einflussreichen Derebeys Çakıroğlu İsmail Ağa. Dieser zahlte dem Pascha von Trabzon zwar Tribut, verwehrte osmanischen Regierungsbeamten jedoch den Zutritt. Obwohl die Region von Of wegen angeblicher Räubereien im Umland gefürchtet war, erlebten Reisende die Bewohner in ihrer Heimat als äußerst gastfreundlich. Diese Unabhängigkeit von staatlichen Steuereintreibern führte laut Koch zu einem vergleichsweise hohen landwirtschaftlichen Ertrag und Wohlstand.[16][17]
Laut osmanischen Steuerregistern aus dem Jahr 1834 wurde an der Mündung des Flusses Solaklı ein zweiter Markt für den Sonntag eingerichtet, ergänzend zu dem bisherigen Mittwochsmarkt in Eskipazar am Fluss Baltacı. Dies weist darauf hin, dass das Zentrum des Bezirks Of Mitte des 19. Jahrhunderts von Eskipazar nach Solaklı verlegt wurde, was durch osmanische Jahrbücher (Salnâme) aus dem Jahr 1878 bestätigt wird, die Solaklı als Zentrum des Bezirks nennen.[11] Die heutige Kleinstadt wurde im 19. Jahrhundert unter dem Namen Solaklı gegründet und später umbenannt. Die im Stadtlogo abgebildete Jahreszahl (1874) dürfte ein Hinweis auf die Verleihung des Belediye-Status sein.
In den osmanischen Bevölkerungsstatistiken des Jahres 1876 wurden für den Bezirk (Kaza) Of bei einer Gesamtbevölkerung von 26.333 Personen insgesamt 25.918 muslimische (rund 98,4 %) und lediglich noch 415 christlich-orthodoxe (rund 1,6 %) Einwohner verzeichnet.[18] Laut I. Parcharides sprachen im Jahr 1879 von den rund 10.000 bis 12.000 ofitischen Familien immer noch 8.000 bis 10.000 Romeyka, obwohl es zu diesem Zeitpunkt im Bezirk nur noch 192 christliche Familien gab.[15]
Erster Weltkrieg

Während des Ersten Weltkriegs kam es in den Tälern der Flüsse Solaklı und Baltacı zu den ersten Landgefechten zwischen osmanischen und russischen Truppen in der Umgebung von Trabzon. Nachdem Rize am 8. März 1916 in russische Hände gefallen war, bildeten osmanische reguläre Einheiten gemeinsam mit freiwilligen zivilen Milizen aus der Region ab dem 10. März eine neue Verteidigungslinie bei Of.[19]
Zunächst führten osmanische Vorposten in den Kelali-Hügeln Verzögerungsangriffe gegen die anrückenden Russen durch. Als jedoch die russische Schwarzmeerflotte in die Kämpfe eingriff, mussten sich die Verteidiger auf die Hauptlinie entlang des Flusses Baltacı Deresi zurückziehen. Das Zentrum dieser Verteidigungslinie bildete der Berg Cos. Da die russischen Landstreitkräfte den türkischen Widerstand an Land zunächst nicht brechen konnten, nahmen sie die Verteidiger mit massiver Unterstützung durch Schiffsartillerie in ein Kreuzfeuer. Das russische Schlachtschiff Imperatriza Marija, das vor Eskipazar ankerte, nahm die Stellungen bis hinauf zum Berg Cos unter schweren Beschuss und setzte die umliegenden Dörfer in Brand. Die verheerende Wirkung dieses Schiffes war derart gewaltig, dass die lokale Bevölkerung von Of und Sürmene ihm den Spitznamen Karakoncolos gab. Das ununterbrochene Bombardement von See durchbrach schließlich die osmanischen Pläne. Am 28. März 1916 sahen sich die türkischen Truppen gezwungen, ihre Stellungen aufzugeben, die daraufhin nacheinander in russische Hände fielen. Gemeinsam mit der fliehenden Zivilbevölkerung zogen sie sich unter anhaltendem Beschuss und unter Anwendung von Verzögerungstaktiken zunächst zum Fluss Manahos Deresi in Sürmene zurück.[19]
Türkische Republik
Bevölkerungsaustausch


Vor dem Bevölkerungsaustausch von 1923 lebte in der Region noch eine christlich-orthodoxe Minderheit, insbesondere in den Dörfern Halt, Zourel, Kourits, Krenita, Kofkia, Pga, Zisino und Lekka. Ein bedeutendes Zeugnis dieser Gemeinden war die um die Jahrhundertwende errichtete Schule von Zurel, die als größtes und modernstes christlich-orthodoxes Schulgebäude der Region galt.[20] Infolge des Austauschs wurden diese Einwohner nach Nordgriechenland umgesiedelt. Da das Kriterium für den Zwangsaustausch ausschließlich die Religionszugehörigkeit und nicht die Muttersprache war, war die große pontischsprachige, aber muslimische Mehrheit der Ofiten von der Deportation ausgenommen. Bis heute hat sich im ehemals zu Of gehörenden Nachbarlandkreis Çaykara ofitisch-pontische Dialekt erhalten.[15] Im Jahr 1926 kaufte eine Gruppe von christlich ofitischen Flüchtlingen aus den Gebieten Paranesti, Pantokerasia (Kilkis) und Filotas (Kozani) Ländereien zehn Kilometer nördlich von Katerini. Dort gründeten sie 1928 das Dorf Nea Trapezounta (ursprünglich Kato Ai-Giannis Ophis genannt). Mit etwa 700 Einwohnern ist es heute eines der wenigen rein ofitisch-pontischen Flüchtlingsdörfer in Griechenland.[6]
Berichte über erste Besuche ofitisch-griechischer Flüchtlinge im Juli des Jahres 1953 im damaligen Of spiegeln ein zwiespältiges Bild der griechischen Erinnerungskultur wider. Einerseits stand der Verlust der eigenen Kultur im Vordergrund, da viele christliche Wohnhäuser in Ruinen lagen und Kirchen umgewidmet worden waren. So war eine Kirche in Halt abgetragen worden, um Baumaterial für eine Moschee zu liefern, während die Schule von Zurel (Zourel) als staatliche türkische Mittelschule weiternutzte. Andererseits zeugen die Berichte von einer ausgeprägten Gastfreundschaft der lokalen türkischen Bevölkerung in Of. Die griechische Rückkehrer wurden unter vollständiger Übernahme aller Kosten beherbergt. Diese privaten Kontakte und Brieffreundschaften brachen jedoch nach den politisch motivierten Ausschreitungen des Pogroms von Istanbul vermutlich aus Angst vor staatlichen Repressionen vollständig ab.[21]
Die Flutkatastrophe von 1929
Im Juli 1929 wurde die Region von der schwersten Flut- und Erdrutschkatastrophe der frühen türkischen Republikzeit getroffen. Nach 40-stündigen, beispiellosen Regenfällen traten die Flüsse massiv über die Ufer. Unter anderem wurde der Fluss Solaklı durch angeschwemmte Trümmer und Bäume aufgestaut, bevor die Wassermassen katastrophal durchbrachen. Laut einem Untersuchungsbericht der Universität Istanbul starben allein im Bezirk Of 134 Menschen, davon 88 im Dorf Zisino (Bölümlü). Insgesamt wurden in Of 845 Häuser vollständig zerstört und 1.365 weitere unbewohnbar, zudem wurde die Straßenverbindung nach Bayburt (D 915) weggespült. Da durch die Zerstörung der landwirtschaftlichen Flächen und Mühlen eine Hungersnot drohte, initiierte der Staat ab August 1929 eine rund einjährige Umsiedlungskampagne. Zahlreiche Überlebende aus Of wurden in den benachbarten Bezirk Maçka umgesiedelt und dort in Ländereien und Häusern untergebracht, die durch den wenige Jahre zuvor erfolgten griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch leer standen. Weitere Flutopfer wurden in Provinzen wie Bayburt, Erzurum, Samsun und Van angesiedelt.[11]
Gesellschaftliche Identität
Die Bewohner des Bezirks galten bei der städtischen Bevölkerung der Türkei oft als sozial konservativ und in ihrer religiösen Haltung als äußerst dogmatisch. So prägte sich landesweit das Stereotyp des „Hodschas aus Of“ (Oflu hoca), eines Klerikers mit einer sehr strengen und wörtlichen Auslegung des islamischen Rechts. Trotz dieses religiösen Konservatismus, der im Widerspruch zu den laizistischen Reformen der frühen Republik stand, rebellierten die lokalen Eliten nicht gegen den Staat, wie es etwa im benachbarten Rize der Fall war. Im Gegenteil zeichneten sie sich durch eine hohe Staatstreue und einen starken türkischen Nationalismus aus. Laut Meeker handelte es sich dabei nicht um eine bloße Fassade, sondern um eine von ihm so bezeichnete Strategie des „Kemalo-Islamismus“ – einen pragmatischen Dualismus, in dem die Honoratioren der Stadt zwei scheinbar widersprüchliche Prinzipien vereinten. So hielten sie sich im öffentlichen Raum strikt an kemalistische Vorschriften mit Anzug, Krawatte sowie Hut und verteidigten in Kaffeehaus-Diskussionen leidenschaftlich die laizistische Politik der Republik. Gleichzeitig praktizierten sie eine akribische islamische Frömmigkeit. Sie unterbrachen politische Debatten für ihre Gebetswaschungen, hielten das Ramadan-Fasten öffentlich im Kaffeehaus ein, besuchten gewissenhaft das Freitags- sowie das nächtliche Teravih-Gebet und verbannten aus ihrem Stamm-Kaffeehaus strengstens Alkohol sowie Kartenspiel und Glücksspiel. Zudem verurteilten sie die politische Opposition dafür, Religion in die Politik einzubringen. Diese tiefgreifende Verflechtung von Patriotismus und religiöser Tradition bildete sich paradoxerweise in einer Bevölkerungsgruppe heraus, deren Alltag bis in die jüngere Zeit von der pontischen Sprache geprägt war.[5]
Eine starke Präsenz der ofitischen Männer im staatlichen, klerikalen oder kaufmännischen Sektor wurde durch eine strikte Arbeitsteilung der Geschlechter ermöglicht. Während die Männer oft der Arbeitsmigration nachgingen, übernahmen die Frauen die schwere landwirtschaftliche Subsistenzarbeit an den Steilhängen der Region.[5] Einen Kontrast zu dieser traditionell streng männlichen Rollenverteilung bildete die Amtszeit von Semahat Sarıalioğlu, die von 1998 bis 1999 als erste Bürgermeisterin von Of amtierte und damit erst die zweite Frau in der gesamten türkischen Schwarzmeerregion war, die ein solches Amt innehatte.[22]
Territoriale Entwicklung im 20. Jahrhundert
Im Laufe des 20. Jahrhunderts verkleinerte sich das Territorium des Bezirks (Kaza) Of schrittweise durch die Abspaltung neuer Landkreise. Ursprünglich umfasste der Bezirk auch die Gebiete der heutigen Nachbarlandkreise Çaykara (historisch Kadahor aus dem Romeyka-Pontischen von Kato Chori, „unteres Dorf“), Dernekpazarı (historisch Kondu) und Hayrat.[23]
Aufgrund der Gebirgsgeografie in den Flusstälern, langer Anfahrtswege zur Kreisstadt und einer hohen Bevölkerungsdichte beschloss die türkische Regierung im Dezember 1947 die Abspaltung von Çaykara und Dernekpazarı. Mit dem Inkrafttreten 1948 wurde Çaykara zu einem eigenständigen Landkreis erhoben. Um die Verwaltung vor Ort zu erleichtern, wurde Dernekpazarı 1949 mit Zentrum im Dorf Kondu zunächst als Unterbezirk (Nahiye) unter Çaykara neu eingerichtet, bevor es 1990 ebenso wie Hayrat zu einem eigenständigen Landkreis erklärt wurde.[23]
Gebietsreform
Bis Ende 2012 bestand der Landkreis neben der Kreisstadt aus den sieben Stadtgemeinden (Belediye) Ballıca, Bölümlü, Cumapazarı, Eskipazar, Gürpınar, Kıyıcık und Uğurlu sowie 52 Dörfern (Köy), die während der Verwaltungsreform 2013 in Mahalle (Stadtviertel, Ortsteile) überführt wurden. Den Mahalle steht ein Muhtar als oberster Beamter vor. Ende 2020 lebten durchschnittlich 643 Menschen in jedem der nun 68 Mahalle, 7.939 Einwohner im bevölkerungsreichsten (İrfanlı).
Infrastruktur
Der historische Siedlungskern der modernen Kleinstadt entwickelte sich rund um das Viertel Solaklı Mahallesi, das bis 1950 das Zentrum des urbanen Wachstums bildete. Der erste offizielle Bebauungsplan wurde 1957 durch den Architekten Ferzan Baydar erstellt.[24]
Strom- und Wasserversorgung
Die Infrastruktur des Landkreises entwickelte sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts nur langsam. Im Jahr 1953 besaßen die zentralen Stadtviertel noch keine Elektrizitätsversorgung. Ab 1955 wurde der Ort an das regionale Stromnetz des Wasserkraftwerks İkizdere angeschlossen. Bis 1983 waren 69 der 72 zum Landkreis gehörenden Dörfer elektrifiziert.[24]
Auch die Trinkwasserversorgung war lange unzureichend. 1962 begann das staatliche Wasserbauamt (DSİ) mit der systematischen Entnahme von Trinkwasser aus dem Fluss Solaklı Çayı. Aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums wurde die Kapazität jedoch erst durch umfangreiche Ausbaumaßnahmen der İller Bankası ab 1983 nachhaltig gesichert.[24]
Verkehr und Telekommunikation
Durch die Lage an der Küstenstraße E 97 und die Zunahme des Individualverkehrs kam es in den 1970er Jahren zu Belastungen im Stadtzentrum. Zur Entlastung des Durchgangsverkehrs wurde 1982 der zentrale Busbahnhof (Of 100. Yıl Otogar ve Garajı) in Betrieb genommen. Eine einschneidende Veränderung für das Stadtbild bedeutete der Bau der mehramspurigen Schwarzmeer-Küstenautobahn (D 010 / E 97, Samsun–Sarp). Die Ortsdurchfahrt von Of wurde 2005 fertiggestellt. Hierfür wurden zwischen 1987 und 1997 durch Landgewinnung (Deniz dolgusu) umfangreiche Flächen am Meeresufer aufgeschüttet.[24]
Die Modernisierung des Fernmeldewesens begann 1981 mit dem Neubau des zentralen PTT-Gebäudes. Im August 1982 wurde die Telefonzentrale von Of auf vollautomatischen Betrieb für Fern- und Auslandsgespräche umgestellt, worauf in den Folgejahren die Anbindung der umliegenden Landgemeinden über Richtfunkstationen erfolgte.[24]
Wirtschaft
Die Wirtschaft des Landkreises Of ist historisch von der Landwirtschaft geprägt. Während bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Eigenversorgung dominierte, entwickelte sich der Ort ab den 1950er Jahren zu einem Zentrum der türkischen Teeverarbeitung.[24]

Landwirtschaft und Teeanbau
Die Gesamtoberfläche des Landkreises (ca. 330 km²) besteht zu etwa einem Drittel aus landwirtschaftlich genutzter Fläche und zu weiteren gut 38 % aus Wald- und Forstflächen. Magerwiesen und ertragloses Land machen den Rest aus.[24]
Bis in die 1950er Jahre basierte die Landwirtschaft auf dem Anbau von Mais, Bohnen, Getreide sowie Obst (darunter Äpfel, Birnen, Walnüsse und Kastanien). Erste Versuche zum staatlich geförderten Teeanbau wurden 1945 initiiert und ab 1951 systematisch ausgeweitet. Innerhalb weniger Jahrzehnte verdrängte der Tee die traditionellen Nutzpflanzen fast vollständig als Haupteinnahmequelle. Ergänzend wird in geringerem Umfang Haselnussanbau betrieben (staatliches Entwicklungsprojekt ab 1976), zudem existiert in Küstennähe der Anbau von Zitrusfrüchten. In den höher gelegenen Almregionen (Yayla) bildet die Rinder- und Schafzucht die Grundlage der lokalen Milch- und Käseproduktion.[24]
Industrie

Die Industrialisierung des Ortes ist nahezu ausschließlich an die Teeverarbeitung gekoppelt. Bis Ende der 1950er Jahre existierten in Of lediglich kleine Handwerksbetriebe.[24]
1959 nahm die erste staatliche Teefabrik in Eskipazar mit einer Tageskapazität von 20 Tonnen den Betrieb auf. Mit dem Ausbau der Anbauflächen folgte 1968 der Bau der Großfabrik Of Çay Fabrikası, die in den 1970er Jahren jährlich rund 7,5 Millionen Kilogramm Grünes Blatt verarbeitete. Die staatliche Teegesellschaft (Çaykur) eröffnete in den Folgejahren weitere Werke in Bölümlü (1974), Çamlı (1983) und Karaca (1985).[24]
Nach der Liberalisierung des Teemarktes Ende der 1980er Jahre siedelten sich auch private Teefabriken an (darunter die Marke Of Çay ab 1988 sowie Özçay, Demçay und Hancıçay). Zur Diversifizierung der lokalen Wirtschaft wurde ab 1985 ein kleines Gewerbegebiet (Küçük Sanayi Sitesi) errichtet, das 1994 eröffnet wurde und über 100 Gewerbebetriebe beherbergt. 1987 ging zudem eine Futtermittelfabrik in Betrieb.[24]
Bergbau, Fischerei und Handel
Bereits in den osmanischen und frührepublikanischen Staatskalender (1927 und 1935) wurden in den Tälern um Of Vorkommen von Kupfer, Eisen, Mangan, Zink, Pyrit und Blei dokumentiert und Konzessionen an private Betreiber vergeben, eine großindustrielle Ausbeutung blieb jedoch aus.[24]
An der Küste spielte die Hochsee- und Küstenfischerei lange eine wichtige Rolle. Aufgrund zunehmender Meeresverschmutzung im Schwarzen Meer ging der Ertrag ab den 1980er Jahren zurück. 2002 wurde im Stadtteil Cumhuriyet ein geschützter Fischereihafen mit angeschlossener Genossenschaft fertiggestellt.[24]
Der Marktort Of profitierte historisch von seiner Lage an den Handelsrouten zwischen dem Meer und dem anatolischen Binnenland (Bayburt/Erzurum). Der traditionalistische Wochenmarkt findet donnerstags statt. Das Genossenschaftswesen ist stark ausgeprägt. 1942 wurde die Haselnuss-Verkaufsgenossenschaft (OFTS) gegründet, 1955 folgte die Vertretung der Tee-Erzeuger.[24]
Bildung und Kultur
Bildungswesen
Das moderne Schulsystem entwickelte sich in Of ab den 1920er Jahren. In der Frühen Republik war der Analphabetismus vor allem in den ländlichen Teilen des Landkreises extrem hoch (1935 lag die Alphabetisierungsrate bei Frauen in den Dörfern bei unter 1 %). In den folgenden Jahrzehnten folgte ein schrittweiser Ausbau des Grund- und Sekundarschulnetzes.[24]
1925 wurde mit der Merkez İlkokulu die erste dreijährige Grundschule im Stadtzentrum eröffnet. 1948 folgte die erste Mittelschule (später Şehit Ahmet Türkkan Lisesi), 1968 wurde ein İmam-Hatip-Gymnasium eingerichtet.[24]
Mit der Gründung der Technischen Fakultät Of (Of Teknoloji Fakültesi) im April 2004 als Teil der Karadeniz Teknik Üniversitesi entwickelte sich Of zum Hochschulstandort. Die Fakultät umfasst Studiengänge für Bauingenieurwesen, Softwareentwicklung, Energiesysteme und Holztechnik.[24]
Kultur und Medien
In den 1940er Jahren bildeten die lokalen Volkshäuser (Halkevi) das Zentrum des kulturellen Lebens (Laientheater, Vorträge). 1954 wurde der Kulturverein Of (Of Kültür Derneği) gegründet, der unter anderem Schulstipendien vergab und Kulturfilme vorführte. Ab 1968 stand der Stadt eine öffentliche Bibliothek (Halk Kütüphanesi) zur Verfügung.[24]
Ein festes Lichtspielhaus (Yeni Yıldız Sineması) existierte ab 1953 im Bozkurt-Hotel und wurde bis zu seinem Abbruch Ende der 1980er Jahre für Filmvorführungen und Bürgerversammlungen genutzt.[24]
Die lokale Zeitungsgeschichte begann 1949 mit der Gründung der Wochenzeitung Yeni Of. Spätere Neugründungen waren unter anderem Of Gazetesi (1980) und Of Havadis (2007).[24]
Ein zentraler lokaler Gedenktag ist der 28. Februar. An diesem Tag wird jährlich die Beendigung der russischen Besatzung von 1918 im Ersten Weltkrieg mit Festumzügen im Stadtzentrum begangen.[24]
Sport

Die Stadt und der Landkreis Of haben mit dem Fußballverein Ofspor seit den 1990er Jahren eine Fußballmannschaft, die die Region überwiegend in der dritthöchsten türkischen Spielklasse, der heutigen TFF 2. Lig, vertrat.[25]
Hauptspielstätte des lokalen Fußballs ist das städtische Stadion (Of İlçe Stadı), das vom türkischen Jugend- und Sportministerium mit einer Kapazität von 5.000 Zuschauerplätzen neu errichtet wurde. Neben dem Naturrasenplatz befinden sich unterhalb der beiden Haupttribünen Trainingshallen für weitere Sportarten wie Ringen.[26]
Für den Schwimmsport verfügt die Stadt seit 2017 über ein kommunales, halbolympisches Hallenbad (Of Yarı Olimpik Kapalı Yüzme Havuzu). Die Anlage befindet sich an der Straße nach Çaykara in direkter Nachbarschaft zur Technischen Fakultät der KTÜ.[27]
Politik
Politisch dominierte auf kommunaler Ebene bis in die 1990er Jahre die laizistische CHP. Bei nationalen Parlamentswahlen vollzog sich jedoch ab 1987 eine dauerhafte Verschiebung hin zu konservativen geprägten Parteien – zunächst der ANAP, in den 1990er Jahren der Refah Partisi und seit den 2000er Jahren der AKP.[24]
Die Kommunalpolitik der Stadt ist seit dem späten 19. Jahrhundert durch eine außergewöhnliche familiäre Kontinuität geprägt. Die Familie Sarıalioğlu hält das Bürgermeisteramt seit der offiziellen Gemeindegründung im Jahr 1874 lückenlos in Familienhand.[28] Diese Hegemonie begann im Osmanischen Reich mit Sarıalizade Ömer Lütfü Bey, dem ersten Bürgermeister der Gemeinde, der das Amt 52 Jahre lang bekleidete. Die Familie stellte seitdem alle 14 Bürgermeister der Stadt. Häufig stammen selbst die Gegenkandidaten der landesweiten Oppositionsparteien (wie der CHP oder YRP) aus derselben Großfamilie.[22] Aus dieser Dynastie amtierte unter anderem Oktay Saral von 1999 bis 2011 als Bürgermeister von Of, bevor er als Parlamentsabgeordneter in die nationale Politik wechselte und 2016 zum Chefberater von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan ernannt wurde.[29][30]
Persönlichkeiten
- Çakıroğlu İsmail Ağa (1787–1839), osmanischer Derebey
- Mahmut Ustaosmanoğlu (1929/1931–2022), religiöser Führer der İsmail-Ağa-Gemeinde
- Hikmet Sami Türk (* 1935), Rechtswissenschaftler, Politiker, ehemaliger Justizminister
- Erdoğan Bayraktar (* 1948), türkischer Politiker, ehemaliger Minister für Umwelt und Stadtplanung
- Ali Ağaoğlu (* 1954), türkischer Bauunternehmer
- Haluk Ulusoy (* 1958), türkischer Fußballverbandspräsident
- Mustafa Varank (* 1976), Politiker, ehemaliger Minister für Industrie und Technologie
- Mehmet Yılmaz (* 1979), türkischer Fußballnationalspieler
- Faruk Atalay (* 1981), türkischer Fußballspieler
- Mehmet Ayaz (* 1982), türkischer Fußballspieler
- Yusuf Kurtuluş (* 1986), türkischer Fußballspieler
- Abdullah Öztürk (* 1989), türkischer Para-Tischtennisspieler, Paralympiasieger, Europameister
- Yusuf Abdioğlu (* 1989), türkischer Fußballspieler
- Mücahit Atalay (* 1991), Fußballspieler
- Yaser Hacımustafaoğlu (* 1991), türkischer Fußballspieler
- Burak Ayaz (* 1993), türkischer Fußballspieler
Bauwerke



- Çakıroğlu Hasan Ağa Konağı: Mitte des 19. Jahrhunderts erbautes, zweigeschossiges Herrenhaus mit quadratischem Grundriss. Die Konstruktion kombiniert ein Erdgeschoss aus Bruchstein mit einem Obergeschoss aus steinverfülltem Holzfachwerk und breiten Dachtraufen.
- Çakıroğlu İsmail Ağa Konağı: Im Ortsteil Sıraağaç auf einer Anhöhe gelegenes, um 1819–1822 aus rosafarbenem Sandstein errichtetes Herrenhaus. Das Gebäude mit quadratischer Grundfläche gilt als das größte Sandstein-Herrenhaus der türkischen Schwarzmeerregion. Neben seiner Wohnfunktion diente es als regionales Verwaltungszentrum, verfügte über eine Waffenkammer sowie eine Gefängniszelle.
- Eskipazar Kalesi: Im Ortsteil Eskipazar nahe der Mündung des Baltacı Deresi gelegene Festungsruine aus der Spätantike. Die mutmaßliche römische Garnisonsanlage wird in der historischen Geografie mit den antiken Festungsorten Caene Parembole bzw. Kali Parembole identifiziert.[3][31]
- Hapsiyas-Brücke (Bölümlü Köprüsü): Überdachte Holzbrücke über den Solaklı Çayı im Ortsteil Bölümlü. Nach der Zerstörung eines Vorgängerbaus durch die Flutkatastrophe von 1929 wurde das Bauwerk 1935 von Aziz Bey neu errichtet.[32]
- Medrese und Bibliothek von Uğurlu: Bildungsensemble im Ortsteil Uğurlu. Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute zweigeschossige Medrese in Stein- und Holzfachwerkbauweise wurde 1958 zur Schule umgewandelt. Die nahegelegene, freistehende Bibliothek aus Quaderstein wurde laut Inschrift 1867 (H. 1284) erbaut.[32]
- Moschee von Bölümlü-Mithatpaşa (Kalanas Camii): Im Ortsteil Bölümlü gelegener Holz- und Steinbau aus dem 19. Jahrhundert. Eine dendrochronologische Untersuchung des verwendeten Kastanienholzes datiert das Bauwerk auf das Jahr 1874. Das Eingangsportal trägt die Signatur des Baumeisters. Der Innenraum zeichnet sich durch hölzerne Schnitzereien an der Frauenempore (Mahfil) und dem Deckenmedaillon aus, während die Kanzel (Minbar) schlicht gehalten ist.[33]
- Moschee von Gürpınar-Hacıbayram (Mapsino Camii): Laut Inschrift 1886 erbaute Moschee aus Quaderstein und Holz im Ortsteil Gürpınar mit zugehörigem historischen Friedhof (Hazire).[33]
- Of Kalesi (auch İyvan Kalesi): Im Ortsteil Çamlı auf einem Küstenfelsen gelegene Ruine einer byzantinischen Höhenburg aus dem 13. oder 14. Jahrhundert, von der ein rund acht Meter hohes Mauerfragment erhalten ist.[34][35]
- Schule von Zurel: Ende des 19. Jahrhunderts errichtetes zweigeschossiges Steingebäude im Ortsteil Sarayköy. Die von der damaligen christlich-orthodoxen Dorfbevölkerung erbaute Einrichtung bot ursprünglich Unterricht auf Pontisch und galt als modernster Schulbau der Region. In der türkischen Republikzeit wurde das Gebäude als staatliche Mittelschule weitergeführt.[20]
- Historische Moschee von Sıraağaç (Çalek Camii): Im Ortsteil Sıraağaç gelegener historischer Sakralbau, der seit 2020 staatlich restauriert wird.[36]
- Moschee von Bölümlü-Kaban (Fatih): 1807 errichteter und 1867 umgestalteter reiner Kastanienholz-Blockbau. Der Innenraum besitzt naturnahe Wandmalereien mit Motiven von Lebensbäumen, Blumenvasen und hängenden Lampen.[32]
- Moschee von Sugeldi (Ağaçlı Camii): Laut Inschrift 1863/64 (H. 1280) erbaute Holz-Stein-Moschee auf einem historischen Friedhof mit reichem Schnitzdekor an Kanzel, Empore und Deckenmedaillon.[32]
- Türbe von Tuzcuoğlu Memiş Ağa (Ağaçlı): Grabstätte des 1817 hingerichteten Anführers der regionalen Tuzcuoğlu-Aufstände im Ortsteil Ağaçlı. Das Grabmal befindet sich auf dem Friedhof der 1767 erbauten und im 20. Jahrhundert abgebrochenen Ağaçlı-Moschee.[32]
