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Çakıroğlu İsmail Ağa Konağı

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Das Çakıroğlu İsmail Ağa Konağı ist ein im Auftrag von Çakıroğlu İsmail Ağa erstelltes Herrenhaus.[1] Es befindet sich im Landkreis Of in der Provinz Trabzon und lag einige Kilometer von der Küste entfernt im Inland. Einer der Kamine ist auf 1235 islamischer Zeitrechnung datiert (entspricht 1819), was dem Fertigstellungsjahr des Baus entsprechen dürfte. Laut einer anderen Forschungsquelle trägt der steinerne, konische Kamin des Salons die Jahreszahl 1822 (1237 AH), was darauf hinweist, dass der Bau inmitten der verschiedenen regionalen Aufstände fortgeführt wurde.[2] Der Bau soll sechs Jahre gedauert haben und 40 Meister sollen an ihm beteiligt gewesen sein.[3] Das Bauwerk gilt als das größte aus Sandstein gebaute Herrenhaus der türkischen Schwarzmeerregion.[4]

Çakıroğlu İsmail Ağa Konağı in Of, Trabzon

Beschreibung

Einer der verzierten Kamine des Çakıroğlu İsmail Ağa Konağı

Das Gebäude, das überwiegend aus rosafarbenem Sandstein besteht, wurde auf einem Hügel mit Meerblick errichtet. Das Haus hat eine quadratische Grundfläche von 529 m² und die Wohnfläche beträgt ungefähr 1500 m².[5] Das Haus hat auf der zum Meer hingewandten Nordseite zwei Stockwerke mit kleinen Fenstern. Zum Süden hin besteht das Gebäude aus drei Etagen. Auf der Südseite verfügte das Gebäude zudem über eine massive Konstruktion, eine Art bewegliche Wand, die mit Seilzügen angehoben werden konnte, um die Rückseite des Hauses in eine offene Veranda mit Blick auf die Landschaft zu verwandeln.[2] Während das Erdgeschoss aus behauenem Stein errichtet wurde, baute man die oberen zwei Stockwerke in Fachwerkbauweise.[2] Die zweite und dritte Etage sind mit Holzarbeiten verziert. Außer den drei geschnitzten Holztüren und den Nischen der Kamine sind keine nennenswerte Schmuckelemente mehr erhalten.[6] Die Haupttore sind nach Westen und Osten ausgerichtet, an der Südseite gibt es mittig eine dritte Tür. Zudem ist an der Ostseite ein Tor für die Pferde eingebaut.

In der ersten Etage haben sich die Bedienstete des Großgrundbesitzers versammelt und das Gut des Herrenhauses wurde dort gesammelt.[7] Im Gegensatz zu gewöhnlichen Wohnhäusern jener Zeit wurde das Erdgeschoss nicht als Stall für die Haustiere genutzt.[2] Im Erdgeschoss befanden sich zudem zwei große Feuerstellen von etwa drei Metern Durchmesser, an denen außergewöhnlich große Essensmengen zubereitet werden konnten.[2] Gäste wurden auf der Westseite in einem separaten Raum untergebracht und neben diesem befand sich eine Waffenkammer.[4] Die Küche sowie ein geräumiger Innenhof mit zwei Zugängen befinden sich in der mittleren Etage. In dieser, wie es in den meisten Herrenhäusern in der Schwarzmeerregion üblich war, wurden Fermans erlassen und die Region verwaltet.[7] Nach Angaben der Bewohner wurde das Herrenhaus daher auch als „Regierung“ (hükümet) bezeichnet. Ein Begriff, der heute in der Stadt Of für das Gebäude verwendet wird, in dem die Bezirksbeamten, Richter und Bürokraten untergebracht sind.[2] Das Gebäude umfasste zur Verwaltung und Versorgung zudem einen Buchhaltungsraum, ein Hospital und einen Gebetsraum (Mescit). Im oberen Geschoss sind weitere Wohnräume sowie zahlreiche Schlaf- und Lagerräume.[3][2] Dort hat die Familie des Großgrundbesitzers gelebt.[7] Der große Empfangssalon war direkt von der offenen Veranda aus zugänglich und verfügte über Schränke, Türen, Pfosten sowie Decken aus kunstvoll geschnitzten Holzpaneelen.[2] Außerdem befindet sich in der unteren Etage des Herrenhauses eine Gefängniszelle.[4] Des Weiteren befinden sich eine Bibliothek, ein Bauernhof und Versammlungsräume im Gebäude.[5]

Geschichte

Während des Konflikts zwischen den Familien Hazinedaroğlu und Tuzcuoğlu, welcher sich später zum Lazen-Aufstand (1832–1834) entwickelte, suchte der Derebey Tuzcuoğlu Memiş Ağa im Jahr 1817 Zuflucht bei Çakıroğlu İsmail Ağa.[8]

Im Jahr 1844 bereiste der deutsche Botaniker und Naturforscher Karl Heinrich Koch die Region und wurde von İsmail Ağas Sohn, Memiş Ağa, empfangen. Da Memiş Ağa zu dieser Zeit bereits ein eigenes Haus an der Küste besaß, Kochs Aufzeichnungen jedoch explizit ein Gebäude auf einer Anhöhe schildern, lässt sich das beschriebene Treffen im höher gelegenen Çakıroğlu İsmail Ağa Konağı verorten.[2] Karl Koch hinterließ in seinem Werk Die Kaukasischen Länder und Armenien (1855) präzise Beschreibungen über das Gebäude und die Bewirtung:

„Das Haus des Mutessellims lag auf einer freundlichen Anhöhe; eine Treppe führte von außen auf eine Art Balkon, von dem aus man in das Innere der Wohnung gelangte. Hier saß der Besitzer und hatte einen schönen Jagdfalken auf seiner Hand. Als er die Fremdlinge erblickte, erhob er sich und hieß uns willkommen [...].“

Karl Koch: Die Kaukasischen Länder und Armenien, 1855, S. 107–114

Weiterhin beschrieb Koch die inneren Räumlichkeiten und die Gastfreundschaft im Konak:

„In der Zwischenzeit führte er uns in ein luftiges, ziemlich großes Zimmer, hieß uns auf dem Diwan niedersehen und ließ uns eine Tasse Kaffee, welchen der Kawehdshi, das heißt der Diener, der die Kaffeebereitung über sich hat, außerdem aber auch gar nichts thut, immer bereit hält, reichen. Wir tranken das schwarze, sehr bittere, weil nicht versüßte Getränk [...]. In der Zeit wurden uns die kleinen Täßchen wieder abgenommen und dafür lange Pfeifen übergeben.“

Karl Koch: Die Kaukasischen Länder und Armenien, 1855, S. 107–114

Die Bauweise und die Atmosphäre des Hauses hinterließen bei Koch einen starken historischen Eindruck: „Die ganze Umgebung, die Bauart des Hauses, der Söller oder Balkon, der Falke und so Manches erinnerte uns an unsere Ritter des Mittelalters.“[9]

Im Ersten Weltkrieg wurde das Herrenhaus von russischen Kriegsschiffen beschossen, wurde allerdings dabei kaum beschädigt. Es sind lediglich an einigen Stellen sehr leichte Spuren von Kanonenkugeln zu erkennen.[4]

Das Çakıroğlu İsmail Ağa Konağı wurde 1979 von der türkischen Generaldirektion für Altertümer und Museen repariert und hat sich bis heute gehalten.[10] Das Gebäude wurde als historisches Werk registriert und ist aktuell sanierungsbedürftig.[3]

Im Jahr 2017 hat der Bildungs- und Kulturverein Çakıroğlu das Herrenhaus unter der Anwesenheit von dem türkischen Innenminister Süleyman Soylu an die Provinz Trabzon übergeben. Das Herrenhaus soll restauriert werden und nach Fertigstellung als Gasthaus fungieren.[11]

Die Projektplanung der Restauration wurden 2018 abgeschlossen und seit dem Jahr 2019 laufen die Restaurationsarbeiten des Gebäudes.[12][13]

Einzelnachweise

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