Omas for Future

soziale Bewegung der Generation Ü50 From Wikipedia, the free encyclopedia

Omas for Future (kurz O4F oder OFF, auch Omas und Opas for Future) ist eine soziale Bewegung der Generation Ü50, die in Deutschland, Österreich und den Niederlanden aktiv ist. Sie setzt sich für eine zukunftsgewandte und nachhaltige Politik und Gesellschaft ein und ist damit Teil der Umweltbewegung. Ebenso sind Themen der Demokratieförderung und Frauenbewegung zentral.

Die von den Fridays for Future inspirierte Bewegung wurde 2019 von der Unternehmerin Cordula Weimann gegründet.[1][2] Mit Stand 2026 engagieren sich Ehrenamtliche in etwa 100 Regionalgruppen für eine nachhaltige Zukunft.[3]

Ziele

Die Organisation engagiert sich für die sozial-ökologische Transformation im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der UN. Sie entwickelt dafür Bildungsangebote zu nachhaltiger Entwicklung. Dazu zählen vier Zukunftsfilme[4] zu den Themen Stadt, Dorf, Landwirtschaft und nachhaltiger Konsum. In Vorträgen, Workshops, Quizformaten und Projekten werden Beispiele aus Kommunen und Initiativen vorgestellt, die Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung umgesetzt haben. Ziel der Angebote ist, konkrete Zukunftsbilder zu vermitteln und die Diskussion über nachhaltige und lebenswerte Entwicklung zu fördern.

OfF beim Klima After Work-Treffen, 2022

Ein weiterer Fokus liegt auf politischer Einflussnahme: Die Bewegung will zeigen, dass Klimaschutz auch wirtschaftlich und sozial sinnvoll ist und dass ältere Generationen als Multiplikatorinnen eine Schlüsselrolle spielen können. Daher ist ein wichtiger Aspekt die „Selbstwirksamkeit“ der Generation Ü50 und damit der Generation Baby-Boomer.[5] Dabei müssen die Ehrenamtlichen weder Großeltern noch weiblich sein. So gibt es auch Opas und ältere Engagierte ohne Kinder und Enkel. Hauptzielgruppe sind jedoch ältere Frauen, deren Sichtbarkeit und demokratische Teilhabe gestärkt werden soll.[6]

Struktur

Gemeinsam mit Systemanalytiker Harry Lehmann (Mitglied im Club of Rome) gründete Weimann den gemeinnützigen Verein Leben im Einklang mit der Natur e.V.[7] Als Trägerverein für die Bewegung ist dieser berechtigt, auch bundesweite Fördermittel zu akquirieren. So erhielt der Verein von 2024 bis 2026 eine Förderung für die „Steigerung der Klimakompetenz der Zielgruppe 50 plus“[8], aus dem Förderprogramm „Innovative Klimaschutzprojekte“ des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), sowie eine Förderung des Ministerium für Inneres, Heimat, Migration, Sicherheit und Sport (BMI) durch das Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“[9] von 2025 bis 2029. Der Verein hat noch weitere Initiativen wie LEIPZIG pflanzt[7] und Freiwillig 100[10].

Die Regionalgruppen, die es außer in Deutschland auch in Österreich und den Niederlanden gibt[11], planen und gestalten ihre Projekte eigenständig. Vernetzt sind und unterstützt werden sie über ein kleines Team in der zentralen Niederlassung in Leipzig.[12] 2026 gab sich die Bewegung eine soziokratische Struktur, wodurch die einzelnen Regionalgruppen über die Mitarbeit in Aktionskreisen die Aktionen, Inhalte und den öffentlichen Auftritt der Bewegung steuern.

Die Omas for Future bundesweit sind Mitglied im Bündnis Klima-Allianz Deutschland sowie Gründungsmitglied der European Grandparents for Climate.[13] Sie gehören ferner dem Dachverband Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) an.

Aktionen und Kampagnen

Cordula Weimann mit Klimabändern vor dem Reichstag, 2021

Die erste bundesweite Aktion stellen 2021 die sogenannten „Klimabänder“ dar. Gesammelt wurden in vielen Orten in Deutschland Bänder mit Wünschen zu Klimapolitik[14]. Seitdem organisieren einige Regionalgruppen, u. a. Böblingen und Bad Kreuznach jährliche „Zukunftstage“ unter Einbindung lokaler Initiativen und Netzwerke. In Leipzig standen im April 2023 beim Zukunftstag 100 Bäume mit Klimabändern auf dem Marktplatz. Involviert im Programm waren auch Unternehmen, darunter die Leipziger Stadtwerke.[15]

Anlässlich der Bundestagswahl 2025 organisierte die Bewegung eine bundesweite „Ampelaktion“ unter dem Motto „Wir wählen die Zukunft unserer Enkel – und Du?“ und rief damit kurz vor der Wahl auf „zur Wahl zu gehen und eine demokratische Partei zu wählen“[16]

Im Mai 2026 beteiligten sich mehrere Regionalgruppen an der bundesweiten Aktion "Art Against Ecocide – Häkeln gegen den Ökozid"[17], bei der Blütenteppiche mit gehäkelten Blumen den Artenschutz symbolisierten und die gemeinsame Forderung, Ökozid als internationales Verbrechen anzuerkennen, um Umweltzerstörung zu stoppen.[18]

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Im Rahmen der Projektförderung des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) entwickelten die Omas for Future ein „Zukunftsquiz“[19]. Das kostenfreie Quiz zu Themen wie Artenvielfalt, Ernährung und Gesundheit, Ressourcen und Energie erschien in gedruckten Heften sowie als digitales Quiz online. Es wird an Schulen, Vereinen und anderen Institutionen mit Moderatorinnen gespielt.[20]

Zum bundesweiten Vorlesetag der Stiftung Lesen am 11. November 2025 veröffentlichten die OfF das Kinderbuch Oma, erzähl mir von der Zukunft,[21] das mehr als 30.000 Kindern überall in Deutschland vorgelesen wurde und auf der Liste des Bundesbildungsministeriums als empfohlene Schullektüre steht. Intention war, nicht nur die Kinder, sondern auch möglichst viele Vorlesende der älteren Generation zu erreichen.[22]

Die Regionalgruppen organisieren in Deutschland regelmäßig Informationsstände, Lesungen, Ausstellungen[23], Filmvorführungen[24] und Quizze.

Auszeichnungen

  • UNESCO Nationale Auszeichnung Bildung für Nachhaltige Entwicklung 2022/23, 2025/26
  • Grüner Zukunfts-Klimapreis 2025 (2. Platz)
  • Klimaschutz nebenan 2022
  • Der Grüne Zweig Award 2023

Einzelnachweise

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