Opecarcinus hypostegus

Art der Gallkrabben From Wikipedia, the free encyclopedia

Opecarcinus hypostegus (Syn. Pseudocryptochirus hypostegus) ist eine im östlichen Golf von Mexiko beheimatete Art der Gallkrabben.[1] Wie alle Gallkrabben ist die Art ein obligater Symbiont bei Steinkorallen, bei denen die Krabbenweibchen die Bildung von Hohlräumen („Gallen“) auslösen, die sie zeitlebens bewohnen.[2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Opecarcinus hypostegus

Opecarcinus hypostegus

Systematik
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Krabben (Brachyura)
Überfamilie: Cryptochiroidea
Familie: Gallkrabben (Cryptochiridae)
Gattung: Opecarcinus
Art: Opecarcinus hypostegus
Wissenschaftlicher Name
Opecarcinus hypostegus
Shaw & Hopkins, 1977
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Opecarcinus hypostegus in einem Tunnel bei der Steinkoralle Agaricia tenuifolia

Merkmale

Der Carapax ist eingedrückt. Er ist bei Männchen 2,4 bis 3,4 mm lang und 2 bis 2,8 mm breit, bei Weibchen 1,9 bis 4,4 mm lang und 1,6 bis 3,7 mm breit. Männchen haben eine große, U-förmige weiße Fläche auf dem Rücken, die Seitenränder sind kastanienbraun. Weibchen sind gefleckt rötlich-braun. Die Stirnregion fällt leicht nach unten ab. Im vorderen Bereich treten viele Höcker auf. Die Finger der Scheren sind gebogen. Das Sternum trägt Querreihen von Höckern.[1]

Weibchen

Weibchen haben einen im hinteren Bereich ovalen Carapax, die vordere Region ist dick und in einem Winkel von 40° nach unten gebogen. Die vordere Hälfte ist mit Höckern besetzt, vor allem im Bereich des Seiten- und Stirnrands. Die Augenhöhlen sind deutlich eingeschnitten, ihr äußerer Winkel stumpf, der innere mit Dornen besetzt. Die Dornen der Seitenränder sind stumpf und nehmen nach hinten an Größe zu. Beidseits der Medianen in der Antennenregion gibt es eine seichte Vertiefung. Die kleinen Augen sitzen auf dicken kurzen Augenstielen, die weniger als die Hälfte der basalen Antennenglieder erreichen. Letztere sind länger als breit, stark bezahnt und reichen bis zur halben Länge des Endglieds. Die übrigen Antennenglieder sind glatt und Borsten besetzt. Die Antennengeißel ist zweigliedrig. Die Antennulen sind so lang wie der Augenstiel. Das Ischium des dritten Maxillipeds ist breiter als lang, der distale Innenrand breit abgerundet und beborstet, der Innenrand gesägt, der äußere bezahnt, die Außenfläche mit Höckern besetzt. Der Merus ist so lang wie breit, der äußere distale Rand leicht hervorstehend und gesägt. Der Exopodit ist mit Borsten bewaffnet, die zwei Drittel der Länge des Außenrandes des Ischiums erreichen. Das Sternum ist konkav am Mundhöhlenrand und zur Mitte hin mit Querreihen von Höckern besetzt.[1]

Die beiden Scherenbeine sind gleich groß, die Finger gebogen, der Propodus lang und schlank, der Dactylus weniger als halb so lang wie der Propodus. Die Rückenflächen von Merus, Carpus und Propodus tragen Höcker. Die Scherenbeine sind deutlich kürzer und schwächer als die Schreitbeine. Merus, Carpus und Propodus der ersten beiden Schreitbeine (P2 und P3) sind abgeflacht, ihre Rückenfläche beborstet und mit Höckern besetzt. Die Länge des Merus Schreitbeine nimmt von vorn nach hinten ab, die des Propodus zu. Die beiden hinteren Beinpaare sind schlank und glatt, das letzte ist das längste. Das erste Pleopode ist zweiästig und besteht aus zwei Segmenten. Das rudimentäre Glied trägt lange Borsten. Zweites und drittes Pleopode haben zwei Glieder und Borsten.[1]

Männchen

Der Carapax ist nicht vorn abgebogen wie bei Weibchen, die Höcker sind reduziert. Der innere Augenhöhlenrand ist abgerundet. Die Hand des Scherenbeins ist kräftig. Die Schreitbeine sind schlank und nehmen nach hinten an Größe ab. Merus, Carpus und Propodus der ersten beiden Laufbeine sind granuliert. Das Abdomen ist länglich-oval, zweimal so lang wie breit. Die letzten drei Segmente tragen viele kurze Borsten. Das erste Pleopode hat 20, nach innen gerichtete gebogene Dornen.[1]

Lebensweise

Opecarcinus hypostegus bewohnt die Steinkoralle Agaricia tenuifolia in einem bedachten Tunnel („Galle“), der 1 bis 2,8 cm lang ist und eine 4 mm hohe und 4 bis 9 mm breite Öffnung hat. Die Öffnung ist damit groß genug, dass das Tier diesen Tunnel verlassen kann. Er weist eine Eindellung auf, die jene Stelle markiert, an der sich das Tier zum ersten Mal niedergelassen hat. Die Gallenbildung ist ein zweistufiger Prozess. Wenn sich die Krabbe zwischen die Korallenkelche begibt, wächst die Koralle aufwärts um die Krabbe herum. Die Kolonie von Agaricia tenuifolia wächst seitlich plattenartig aus und überwächst die kleine Eindellung, welche von der Krabbe ausgelöst wird. Weiteres Wachstum und Bewegungen der Krabbe halten die Öffnung des Tunnels groß und offen und verlängern ihn. Wird die Koralle aus dem Meerwasser entnommen, krabbeln mehrere Krabben aus ihren Tunneln heraus. Bis zu vier Krabben bewohnen eine Kolonie.[1]

Die Art tritt nur im östlichen Golf von Mexiko in Tiefen zwischen 25 und 30 Metern auf.[1]

Einzelnachweise

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