Operation Mountain Resolve
Militäroperation der US-Streitkräfte in Afghanistan
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Die Operation Mountain Resolve war eine großangelegte Militäroperation der US-Streitkräfte und der Afghanischen Nationalarmee in den Provinzen Nuristan und Kunar. Die Mission konzentrierte sich vor allem auf das Pech-Tal und dem Distrikt Waygal, wo die Koalitionstruppen gegen aufständische Milizen, Taliban und Al-Qaida-Kämpfern vorgingen.
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| Teil von: Krieg in Afghanistan 2001–2021 | |||||||||||||
| Datum | November 2003 | ||||||||||||
| Ort | Provinzen Nuristan und Kunar | ||||||||||||
| Ausgang | Leichter Erfolg der Koalitionstruppen | ||||||||||||
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Hintergrund
Nachdem die Taliban im Jahr 2001 entmachtet und aus den größeren Städten vertrieben worden waren, zogen sich ihre verbliebenen Kräfte in die Grenzregionen zu Pakistan zurück. Die bergigen Landschaften und engen Täler des Hindukusch boten ideale Rückzugsorte, in denen sich die Aufständischen neu organisieren und ihre Strukturen wieder aufbauen konnten.
Im Jahr 2003 erhielten Geheimdienste Hinweise darauf, dass sich im Waygal-Tal führende Vertreter der Aufständischen trafen. In der Region waren zudem mehrere Zellen der Hizb-i Islāmī aktiv, einer Gruppierung um den ehemaligen afghanischen Premierminister Gulbuddin Hekmatyār. Diese Erkenntnisse veranlassten die Koalitionskräfte, eine militärische Operation in den Tälern des Hindukusch einzuleiten, mit dem Ziel, die Aufständischen in der Region zu schwächen.[1][2]
Verlauf
Soldaten der Koalitionskräfte führten im 19 km langen Waygal-Tal Patrouillen in mehreren Dörfern durch. Dabei stießen sie auf Botschaften der Aufständischen, die an Moscheen und Schulen angebracht wurden und die Bevölkerung davor warnten, mit den amerikanischen Truppen zusammenzuarbeiten.[2]
Die Operation begann am Abend des 6. Novembers, als Soldaten aus der Luft in die Region eingeflogen wurden, um das schwer zugängliche Gebiet zu sichern und Aufständische zurückzudrängen. Während des Einsatzes erhielten die Bodentruppen Luftunterstützung durch AH-64 Apache-Kampfhubschrauber und A-10 Thunderbolt II-Erdkampfflugzeuge, die feindliche Stellungen aus der Luft bekämpften und die vorrückenden Einheiten absicherten. Bewohner des Dorfes Taza Gul Kala berichteten, dass die Aufständischen nach einem tödlichen Luftangriff mit sechs Todesopfern das Gebiet verlassen und die Leichen der Getöteten mit sich genommen hätten. In einem nahegelegenen Dorf entdeckten die Soldaten anschließend militärische Ausrüstung, darunter Munition und verschiedene Dokumente.[2][3]
An der Operation waren Einheiten der 10th Mountain Division, Army Rangers, Navy SEALs sowie weitere Spezialkräfte beteiligt. Der Einsatz wurde durch die extremen Witterungsbedingungen erschwert. Die Soldaten mussten sich bei eisigen Temperaturen und durch meterhohe Schneeverwehungen vorarbeiten. Im Anschluss an die Operation errichteten die US-Streitkräfte in der Nähe des Dorfes Nangalam einen Stützpunkt mit dem Namen Camp Blessing.[1][2]
Folgen
Im Verlauf der Operation stießen die eingesetzten Truppen auf mehrere Waffendepots der Aufständischen. Angesichts des zunehmenden Drucks durch die Koalitionskräfte flohen viele der bewaffneten Kämpfer aus der Region. Bei den Gefechten wurde zudem ein Kommandeur der Hizb-i Islāmī getötet.[4] Die genaue Anzahl der getöteten Aufständischen bleibt allerdings unklar.
Berichte über Gefallene unter den Koalitionstruppen im unmittelbaren Einsatzgebiet liegen nicht vor. Allerdings kam es in der Nähe des Militärstützpunkts Bagram zu einem Hubschrauberabsturz, dessen Besatzung an der Operation beteiligt gewesen war. Bei dem Unglück kamen fünf US-Soldaten ums Leben, sieben weitere wurden verletzt.[5]
Diese Operation stellte den Auftakt zu einer ganzen Reihe weiterer militärischer Einsätze in dieser Region dar. Im Jahr 2005 folgten die Operationen Red Wings und Whalers. Ein Jahr später wurde mit Operation Mountain Lion eine weitere großangelegte Offensive im östlichen Afghanistan durchgeführt.[1]
Das nahegelegene Korengal-Tal entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem der umkämpftesten Gebiete des Landes. Aufgrund der intensiven und verlustreichen Gefechte erhielt es den Namen „Tal des Todes“, da dort einige der heftigsten Kämpfe des gesamten Afghanistan-Einsatzes stattfanden und zahlreiche US-Soldaten ihr Leben verloren.[6]