Optisches Tracking
Trackingmethode, die bei digitalen Bildverarbeitung im Bereich der Geowissenschaften zum Einsatz kommt
From Wikipedia, the free encyclopedia
Optisches Tracking beschreibt den „(halb-)automatischen Prozess der Verfolgung eines bestimmten Objektes anhand optischer Informationen“.[1] Es wird in der digitalen Bildverarbeitung in unterschiedlichen natur- und geowissenschaftlichen sowie technologischen Bereichen, wie der Luft- und Raumfahrttechnik, der Medizintechnik[2][3], der Robotik[4], der Bewegungsanalyse im Sport[5] oder der Physiotherapie[6] sowie in der Überwachungstechnik eingesetzt.[7]
Im Bereich der Geowissenschaften werden linienförmige Strukturen - in der Regel Straßen, Flüsse, Kanäle, Bahnlinien etc. - mit Hilfe des Trackers (Verfolger) in digitalen Bilddaten wie z. B. Luft- oder Satellitenbildern erfasst. Bei der halbautomatischen Erfassung wird ein Startstück vorgegeben, in dem der Tracker eindimensionale Querprofile erstellt und in diesen aus dem Grauwertprofil Kanten ermittelt. Mit der erfassten Breiteninformation sucht der Tracker den weiteren Linienverlauf. Die halbautomatische wie auch automatische Linienerfassung aus Bilddaten steckt noch in den Kinderschuhen.
Systeme
Im Bereich der Virtuellen Realität versteht man unter einem optischen Tracker ein optisches Gerät, das Position und Orientierung des Benutzers misst (siehe Tracking, Tracker (Gerät)). Ein solches System kann zum Beispiel aus mehreren Digitalkameras bestehen, die Markierungen am Benutzer – bzw. dessen VR-Helms – aufnehmen. Aus der Position der Markierungen auf den Kamerabildern und der relativen Positionierung der Kameras zueinander kann man die Position der Markierungen im Raum und damit die des Benutzers berechnen (genau das macht das menschliche Gehirn auch beim Stereoskopischen Sehen). Umgekehrt kann auch eine Kamera am Kopf des Benutzers angebracht werden, die sich dann an festen Markierungen (Referenzmarkersystem) im Raum orientiert (das sogenannte inside-out tracking im Gegensatz zum zuvor beschriebenen outside-in tracking).
Die Markierung können rein passiv sein als reflektierende Kugeln oder Folien, oder auch als farblich abgehobene Muster. Dazu muss die Szene mit den Markierungen beleuchtet werden, was auch mit Infrarot-Licht möglich ist. Es können aber auch selbstleuchtende punktförmige Lichtquellen, z.B. kleine (Infrarot-)LEDs als aktive Markierung genutzt werden. Je einfacher die Markierungen vom Umfeld zu unterscheiden sind, umso zuverlässiger funktioniert das Tracking.
Systeme, die ohne Markierungen auskommen, befinden sich noch in der Anfangsphase ihrer Entwicklung.
Optische Tracker bieten im Allgemeinen eine wesentlich höhere Genauigkeit als elektro-magnetische Tracker[2] [8] oder akustische Tracker, funktionieren aber nur, wenn Sichtverbindung zwischen der jeweiligen Markierung und den Kameras besteht. Eine Verdeckung – z. B. durch einen Arm – unterbricht den Messvorgang. Außerdem ist die Erkennung der Markierungen nicht immer eindeutig möglich: wenn z. B. mangelnde Beleuchtung herrscht, oder Sonnenschein oder Reflexionen die Messung behindern.
Weblinks
- Optisches Tracking The Spatial Studio
- Optical Tracking - CNNLok Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS