Original Design Manufacturer

Unternehmen, das ein Produkt herstellt, das von einem anderen Unternehmen für den Verkauf umetikettiert wird From Wikipedia, the free encyclopedia

Unter dem Begriff englisch Original Design Manufacturer (ODM) Originaldesignhersteller wird eine bestimmte Dienstleistung von einer bestimmten Gruppe von Unternehmen bezeichnet. Es handelt sich dabei um Entwicklungsdienstleistungen für einen Auftraggeber bzw. Erstausrüster (englisch Original Equipment Manufacturer (OEM)) z. B. im Rahmen einer bestehen Vertragsfertigung.

Der Fokus des ODM liegt auf dem Produktdesign oder dessen Entwicklung und nicht auf dem Branding oder Marketing. Es handelt sich dabei im Prinzip um einen Entwicklungsdienstleister im Zusammenhang mit Fertigungsdienstleistungen.

Beschreibung

Ein ODM spezialisiert sich neben anderen Dienstleistungen (z. B. Produktion) auf die Entwicklung für einen Auftraggeber. Diese Produkte werden dann unter dem Markennamen des Auftraggebers (vgl. auch Branding) verkauft.

Der Auftraggeber bzw. Kunde eines ODM greift somit auf das Fachwissen in der Konstruktion (Design) oder anderen entwicklungsnahen Aktivitäten zurück, ohne über eigene Ressourcen oder Fähigkeiten in diesem Bereich zu verfügen. Der Auftraggeber nutzt die Möglichkeit der Steuerung derartiger Produktentwicklungen über Verträge, Anforderungen und Spezifikationen. Alternativ übernimmt er lediglich die Endabnahme und verwandte Aktivitäten, z. B. das Qualitätsmanagement. Die Produktion kann ebenfalls in den Verantwortungsbereich des ODM fallen oder von einem Fertigungsdienstleister bzw. Auftragsfertiger übernommen werden.

Das ODM Geschäftsmodell bzw. Strategie ist eng mit dem Outsourcing und Offshoring verbunden. Siehe dort auch für weitere Hintergründe und die Entstehungsgeschichte im Sinne der Globalisierung, des Informationszeitalters und der digitalen Revolution.

Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist das Original Brand Manufacturing (OBM).[1] Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der OEM- und ODM-Konzepte.[2]

ODM-Industrie

Das ODM-Konzept stammt ursprünglich aus der Elektronik- bzw. Informations- und Kommunikationstechnologie-(ICT)-Industrie (auch bekannt als Computerindustrie) und steht in engem Zusammenhang mit dem Fabless-Modell sowie mit Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum, beispielsweise in Taiwan.[3]

Ein bekanntes Unternehmen ist der Konzern Foxconn, einem Anbieter von sogenannten Electronics Manufacturing Services (EMS), welcher Geräte für andere Unternehmen wie Acer, Apple, Dell, Hewlett Packard, Intel, Microsoft, Nintendo, Nokia, Sony und Toshiba in abgesteckten Anteilen designed und herstellt.

Speziell in der Produktion von Notebooks sind ODMs bekannt geworden. So stammen rund 90 % aller produzierten Notebooks von ODMs.[4] Typische ODM-Unternehmen sind hier u. a. ECS, Quanta Computer, Compal, Clevo und Wistron.[5]

Heutzutage wird das Konzept hinter ODM jedoch auch in anderen Industrien, beispielsweise in der Medizintechnikindustrie oder Modeindustrie praktiziert.[6][7] ODM ist auch Teil des Contract Manufacturing Organization (CMO) in der Pharmaindustrie.

Siehe auch

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI