Oskar Berbig
* 9.10.1884 Zürich, + 21.6.1930 Zürich; Glasmaler. Zusammenarbeit mit Augusto Giacometti. Glasfenster für Kirchen in Frauenfeld, Kilchberg, Küblis, Winterthur sowie für das Stadthaus Zürich. Sohn von Friedrich Berbig
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Leben
Hans Oskar Berbig (genannt Oskar Berbig) war der Sohn des Glasmalers Friedrich Berbig.[1] Berbig besuchte 1899–1901 die Gewerbeschule und Kunstgewerbeschule in Zürich und absolvierte eine Ausbildung zum Glasmaler 1903–1904 in Leipzig. 1904/05 und 1908/09 arbeitete er in der väterlichen Werkstatt in Zürich-Enge. Er war zeitweise in Paris (1906), Wien und Budapest (1907), Hamburg, Berlin und New York (1910–1913) tätig. Ab 1913 war er Teilhaber in der väterlichen Werkstatt an der Schulhausstrasse 8/10 in Zürich-Enge und wurde 1916 Inhaber dieser Firma. Ab 1918 war Berbig Zünfter der Zunft zu den Drei Königen in Zürich-Enge.
Kurz nach der Übernahme des väterlichen Betriebes heiratete Berbig Ida Hilpert und hatte mit ihr die vier Kinder Ida (* 1917), Helen (* 1917), Oskar (* 1920) und Eduard (* 1925). Während der Seegfrörni 1928/29 überquerte Berbig die noch nicht freigegebene Eisfläche im unteren Zürcher Seebecken und brach kurz vor dem Ziel ein. Trotz sofortiger Hilfe zog er sich eine doppelte Lungenentzündung zu, von der er sich nicht mehr richtig erholte. Er verstarb am 21. Juni 1930 in Zürich.[2]
Werk


Bei der Ausführung von Glasgemälden arbeitete er mit Augusto Giacometti, Otto Morach, Giuseppe Scartezzini und Albin Schweri zusammen. Nach eigenen Entwürfen fertigte er Kirchenfenster für Langnau am Albis, Walzenhausen, Küblis und an weiteren Orten in Graubünden und im Wallis an.
Er führte folgende Glasgemälde von Augusto Giacometti aus:[3]
- Drei Fenster im Langhaus der Kirche St. Martin, Chur (1918–1919)
- Das Licht in der Rheinkapelle des Hohenfirstenhofs im Vischer’schen Garten, Basel (1919)
- Glasgemälde in der Villa Bloch-Hilb, Zürich (1920)
- Drei Fenster im Chor der reformierten Kirche St. Nikolaus, Küblis (1921–1922)
- Drei Fenster in der Vorhalle der reformierten Kirche Kilchberg ZH, Kilchberg ZH (1922–1923)
- Drei Fenster im Chor der Stadtkirche Winterthur (1922–1924)
- Die Trauung der Maria im Trauzimmer des Stadthauses Zürich (1924)
- Heilige Drei Könige. Kunstsammlung des Kantons Zürich (1924)
- Taufe Christi durch Johannes. Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur (um 1927)
- Vier Fenster im Chor der Kirche St. Johann, Davos (1925–1927)
- Drei Fenster im Chor der reformierten Kirche St. Jakob Klosters (1922, 1927–1928)
- La Spraunza im Chor der reformierten Kirche San Luzi Zuoz (1927–1930)
Er führte das Glasgemälde in der reformierten Kirche von Wiesendangen (1925) von Giuseppe Scartezzini[4] und das Christusfenster in der reformierten Kirche Arbon von Albin Schweri aus.
Diese eigenen Werke von Oskar Berbig sind bekannt:
- Drei Chorfenster in der reformierten Kirche Langnau am Albis (1920–1972 wieder entfernt)[2]
- Zwei Fenster in der reformierten Kirche Walzenhausen[5]
- Glasfenster Unbefleckten Herzens Mariens’ in der Pfarrkirche Andiast
- Glasscheibe «Die Zunft der drei Könige 1917»[6]
- Vier Scheiben im Besitz der Stadt Zürich: Madonna, Rüden, Grossmünster, Zürcher Wappen[7]
- Drei ungegenständliche Fenster im Langhaus, ein Fenster im Chor und ein Rundfenster über dem Eingang in der reformierten Kirche Küblis.[8]
Literatur
- Künstler-Lexikon der Schweiz XX. Jahrhundert. Verlag Huber & Co., Frauenfeld 1958–1961.
- Biografisches Lexikon der Schweizer Kunst, Verlag NZZ, 1998, ISBN 3-85823-673-X.
- Michael Egli, Denise Frey, Beat Stutzer: Augusto Giacometti, Catalogue raisonné. Band 2. 2023, ISBN 978-3-03942-175-6.
- Marco Giacometti: Augusto Giacometti. Die Biografie. Band 2. 2022, ISBN 978-3-03942-077-3.
- Thomas Germann: Oskar Berbig und die Langnauer Chorfenster. In: Langnauerpost. 71, Ebnöther Druck AG, Herbst 1994.
