Oskar Hamann
deutscher Glasgestalter
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Oskar Hamann (* 8. November 1928; † 2001) war ein deutscher Glasgestalter.
Leben und Werk
Hamann absolvierte eine Lehre als Maurer. Er wollte ursprünglich Architektur studieren, studierte dann aber an der Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg Künstlerische Glasgestaltung. Er schloss als Werkkünstler für Glasgestaltung ab und hatte dann eine einjährige Aspirantur. An der Schule lernte er Marga Günter kennen, die er heiratet und mit der er zwei Töchter hatte. Schon während der Aspirantur gründete er mit seinen Kommilitonen Reginald Richter und Richard O. Wilhelm im September 1954 das Kollektiv der Magdeburger Glasgestalter, das ab 1956 als Werkgenossenschaft Glasgestaltung Magdeburg und von 1972 bis zur Schließung 2000 als Kollegium Bildender Künstler Glasgestaltung Magdeburg firmierte. Er war dessen stellvertretender Vorsitzender und ab 1984 Vorsitzender.
Erste Aufträge erhielten sie für Objekte in Magdeburg und Berlin und den Neubau der Schiffbautechnischen Fakultät an der Universität Rostock. Weitere baugebundene glaskünstlerischen Werke schufen sie insbesondere für Ferienheimen und betriebliche Einrichtungen, Kindergärten, Kliniken, Rathäuser und Kirchen. Die Aufträge dafür kamen von Volkseigenen Betrieben, Räten von Bezirken oder Städten, Bezirksleitungen von Parteien, Hochschulen und der Neuapostolischen Kirche, seltener von Ministerien. Davon können fast 80 Hamann zugeordnet werden. Weitere schuf er gemeinsam mit seiner Frau.
Ihre Arbeit gab der Anwendung von Glas in der baubezogenen Kunst der DDR wichtige Impulse. Wilhelm schrieb dazu: „Wir wussten, dass nicht die angenehmen, inhaltlich und formal leichter zu bewältigenden Farbglasfenster und sonstigen schmückenden Glasflächen des gehobenen privaten Bedarfs dominieren, sondern ein größerer Auftraggeber, die Gesellschaft und ihr sozialistischer Staat, die Anforderungen bestimmen würden … Jedes schöpferische Mitglied unserer Werkgenossenschaft trägt persönliche Verantwortung für die besondere, von ihm übernommene Aufgabe.“[1]
Hamann war ab 1969 Kandidat und von 1971 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. 1970 erhielt er den Kunstpreis der DDR.
Hamann ist neben seiner Frau auf dem Westfriedhof Magdeburg beigesetzt.
Werke (Auswahl)
- Entwicklung der Glasmacherkunst (1968, vier Fensterverglasungen mit je sieben Scheiben; Weißwasser, vormalige Fallada-Schule; mit Marga Hamann)[2]
- Treppenhausverglasung (1972, Glas-Stahlbeton, vierzehnteilig, u. a. mit Stadtwappen und Texten, 6,80 × 4,60 m; Kreisgericht Tangerhütte, Otto-Nuschke-Straße 47)
- Glaswand und -Fenster (Eingangstür-Bereich des Gemeindehauses der Neuapostolischen Kirche, Magdeburg, Leipziger Straße 52)[3]
- Glasbetonfenster mit floralen Motiven (1978, ca. 4,80 × 11,30 m; Magdeburg, damalige Wohngebietsgaststätte Bördenstuben.)[4]
- Fenstergestaltung (1979, variabel einsetzbare Glaselemente 10 cm² Berlin, Neubau des Bereichs Speiseversorgung der Charité)[5]
- Natur und Technik (1983, Glasmosaik am Vordereingang der Mensa der Universität Magdeburg; mit Marga Hamann)[6]
Ausstellungen (unvollständig)
- 1974, 1979 und 1984: Magdeburg, Bezirkskunstausstellungen
- 1977/1978: Dresden, VIII. Kunstausstellung der DDR
- 1982: Fürstenwalde, Altes Rathaus („Miniatur in der bildenden Kunst der DDR“)
Literatur
- Fritz Kämpfer, Klaus G. Beyer: Kunsthandwerk im Wandel. Aus dem Schaffen dreier Jahrzehnte in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Nation, Berlin, 1984
- Matthias Puhle (Hrsg.): Die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg 1793–1963. Die Geschichte der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg sowie deren Vorgänger- und Nachfolgeinstitute im Spiegel ihrer künstlerischen und gestalterischen Leistungen. Ausstellung vom 22. Oktober 1993 bis 16. Januar 1994, Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg. Magdeburger Museen, Magdeburg 1993, ISBN 978-3-930030-01-9.
- Hamann, Oskar. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 309
- Sabine Ullrich: Malerei mit Licht und Glas. Baugebundene Glaskunst in und aus Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, Berlin, 2024. ISBN 978-3-42280-191-2; passim