Marga Hamann
deutsche Glasgestalterin
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Leben und Werk
Marga Hamann absolvierte eine Lehre als Kerammalerin[1] in der Industrie, in der sie umfangreiche technische Kenntnisse erlangte. Anschließend studierte sie in der Fachklasse Glas der Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg. Ihre Ausbildung umfasste vor allem die Techniken des Glasschliffs und der Glasgravur.
An der Schule lernte sie Oskar Hamann kennen, den sie 1953 heiratete. Nach dem Studium widmete sie sich in Magdeburg vorerst primär der Familie mit ihren beiden Töchtern. Sie bearbeitete aber auch schon einige größere Aufträge. So schuf sie 1954 für den ersten offiziellen Auftrag des späteren Kollegiums Bildender Künstler Glasgestaltung Magdeburg den Entwurf von sechs Fenstern für zwei Etagen im Treppenhaus des Instituts für Agrochemie der Universität Rostock und Treppenhausfenster für die Magdeburger Verkehrsbetriebe. Als einzige Frau war sie dann von 1963 bis 1994 als freischaffende Glasgestalterin Mitglied des Kollegiums.
Marga Hamann schuf vor allem baugebundene Werke wie Glasfenster und Raumteiler in Glasbeton-Technik und als Glasapplikation, teils kombiniert mit Schwarzlotmalerei, Sandstrahl- und Glasätzung. Diese entstanden insbesondere für staatliche, gesellschaftliche und sakrale Bauten, so um 1975 die Wallonerkirche Magdeburg, für Handels- und gastronomische Einrichtungen und für Häuser privater Auftraggeber, darunter Kurt Masur. Für dessen Wohnhaus in Leipzig fertigte sie einen Raumteiler in Glasbeton und Fenster in Applikationstechnik. Bis 2023 wurden für ihr Werkverzeichnis 50 architekturbezogene Arbeiten und einige weitere, die sie mit ihrem Ehemann schuf, ermittelt.
Marga Hamann war ab 1971 Kandidatin und von 1974 bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
Sie wurde neben ihren Eltern und ihrem Ehemann auf dem Westfriedhof Magdeburg beigesetzt.
Selbstreflexion
„Es kommt mir darauf an, mit Farbe und Form eine bestimmte Vorstellung zu vermitteln, die dem Charakter des Objekts entspricht und dem Betrachter noch Spielraum für eigene Gedanken lässt.“
Werkbeispiele
- Vegetative Formen (1972, Glasbeton; Jeggeleben, Fenster im Treppenhaus am Aufgang zum Speisesaal der damaligen LPG „Wilhelm Pieck“)
- Glasbetonfenster (1972/75, Neubaugebiet Magdeburg-Reform, Gaststätte Kosmos)
- Die Schönheit der Börde in ihren volkstümlichen Blumen und Ornamenten (Glasbetonfenster; Neubaugebiet Magdeburg Nord, Wohngebietsgaststätte)
- Schmetterlingsflug (1978, Glasapplikation auf Ornamentglas, 3,50 × 5,40 m; Zeulenroda, Patientenannahme der damaligen Poliklinik)[2]
- Natur und Technik (1983, Glasbeton; Magdeburg, Universität Magdeburg, Westseite des Gebäudes 27; mit Oskar Hamann)[3]
- Mehrere Wappen (Schwarzlotmalerei; Magdeburg, Arkaden im Erdgeschoss des Rathauses)
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
- 1974, 1979 und 1984: Magdeburg, Bezirkskunstausstellungen
- 1977/1978: Dresden, VIII. Kunstausstellung der DDR (mit der Glasapplikation Farbe und Struktur für das Foyer des damaligen Regierungskrankenhauses der DDR)[4]
Literatur
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neu-es Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 309
- Sabine Ullrich: Malerei mit Licht und Glas. Baugebundene Glaskunst in und aus Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, Berlin, 2024. ISBN 978-3-42280-191-2; passim