Ost-West-Pipeline
Erdöl-Pipeline vom Erdölfeld von Abqaiq zum Hafen Yanbu, Saudi-Arabien
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Die Ost-West-Pipeline (arabisch خط أنابيب النفط الخام بين الشرق والغرب, DMG Ḫaṭṭ Anābīb an-Nafṭ al-Ḫām baina š-Šarq wa-l-Ġarb) ist eine Pipeline für Erdöl in Saudi-Arabien, die vom Erdölfeld von Abqaiq im Osten des Landes durch die Arabische Halbinsel zum Hafen Yanbu im Westen führt. Sie wurde 1982 eröffnet.[1]

Sie entstand als Konsequenz aus dem Irak-Iran-Krieg, als Öltanker in der Straße von Hormus beschossen wurden[2] und wurde gebaut, um Öl von den großen Ölfeldern im Osten Saudi-Arabiens zum Roten Meer zu transportieren. Damit kann die Straße von Hormus umgangen und möglichen militärischen Auseinandersetzungen in dieser ausgewichen werden.[3]
Technische Daten
Die doppelsträngige Erdölleitung ist 1200 km lang. Die beiden Röhren haben Durchmesser von 48 Zoll (etwa 1,22 m) und 56 Zoll (etwa 1,42 m). Elf Pumpstationen[4] sorgen für eine Kapazität von normalerweise 5 Millionen Barrel Erdöl pro Tag. Seit dem Irankrieg 2026 beträgt sie 7 Millionen Barrel pro Tag. Auf dem Weg über das Hedschas-Gebirge überwindet die Leitung einen Höhenunterschied von 1082 Metern; dementsprechend muss der enorme Druck durch das Gewicht der Ölsäule am Westabfall des Gebirges zum Roten Meer mit Reduzierstationen auf ein für die Rohre und die Armaturen aushaltbares Maß verringert werden.[5]
Drohnenangriff Mai 2019
Am 14. Mai 2019 wurden zwei Pumpstationen der Pipeline bei ad-Dawadimi und ʿAfif von Drohnen angegriffen. Das entstandene Feuer konnte bald gelöscht werden.[6] Die Pipeline stellte vorübergehend ihren Betrieb ein. Am gleichen Tag wurde auch der Hafen in Yanbu von sieben Drohnen angegriffen.
Jemenitische Huthi-Rebellen übernahmen die Verantwortung für beide Angriffe.
Kapazitätserhöhungen
Im Jahr 2018 kündigte Aramco eine Erhöhung der Kapazität der Ost-West-Rohölpipeline von 5 Millionen Barrel pro Tag auf 6,5 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2023 an.
Mit Stand April 2026 beträgt die Maximalkapazität der Pipeline 7 Mio. Barrel pro Tag,[7] wovon 5 Mio. Barrel für den Export zur Verfügung stehen und 2 Mio. Barrel der Belieferung einer Erdölraffinerie in Yanbu dienen. Die Durchflusssteigerung gelang, indem ein Strang, der normalerweise Gaskondensat befördert, für die Durchleitung von Öl adaptiert wurde. Die Umschlagkapazität des Hafens von Yanbu konnte zur Umgehung der gesperrten Straße von Hormus von zunächst 0,8 Mio. Ende Februar 2026 auf rund 4,66 Mio. Barrel pro Tag bis Ende März 2026 gesteigert werden.[5][8]
Irankrieg 2026
Im Zuge des Irankriegs sperrte der Anliegerstaat Iran ab Anfang März 2026 die Straße von Hormus; ab dem 13. April versuchte die US-Marine zusätzlich, Schiffe mit Start oder Ziel Iran aufzuhalten.[9] Als Umgehungsmöglichkeit kam dieser Pipeline dadurch besondere Bedeutung zu. Die Kapazität der Leitung konnte temporär von 5 auf 7 Millionen Barrel Erdöl pro Tag gesteigert werden. Diese Kapazität wurde Ende März 2026 vorübergehend aufgrund des Irankriegs voll ausgenutzt.[10][11] Am 9. April 2026 gab das saudi-arabische Energieministerium bekannt, dass eine der Pumpstationen der Ost-West-Pipeline mit einer iranischen Drohne beschädigt wurde, was zu einem Durchflussverlust von etwa 700.000 Barrel pro Tag führte. Am 12. April war der Schaden behoben. Diese Pipeline galt und gilt während der Blockade der Straße von Hormus als eine Hauptversorgungsroute für die Weltmärkte.[5]