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Ove Ramel Sehested

Dänischer Geheimer Staatsminister (1757-1838) From Wikipedia, the free encyclopedia

Ove Ramel Sehested (* 13. März 1757 in Nannestad, Norwegen; † 21. Oktober 1838 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Jurist, Politiker und Geheimer Staatsminister. Er bekleidete zahlreiche hohe Ämter in der dänischen Zentralverwaltung, unter anderem als Präsident des Generalzollkammer- und Kommerzkollegiums, und machte sich zudem als Naturforscher und Insektensammler einen Namen.

Ove Ramel Sehested, Porträtgemälde von Hans Hansen.

Biographie

Herkunft und Ausbildung

Ove Ramel Sehested entstammte einer dänisch-norwegischen Offiziersfamilie. Er wurde als ältester Sohn des Generalmajors Frantz Vilhelm Sehested (1722–1787) und dessen erster Ehefrau Anne Barbara, geborene Løvenskiold (1735–1774) in Nannestad in Norwegen geboren. Benannt wurde er nach seinem Großvater väterlicherseits.[1]

Seine Ausbildung erhielt er zunächst an der Sorø Akademi und studierte anschließend Rechtswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Bereits 1775 schloss er sein Studium als juristischer Kandidat ab. Während seiner Studienzeit schloss er eine lebenslange Freundschaft mit Niels Tønder Lund (1749–1809), mit dem er das Interesse an Naturgeschichte teilte.

Laufbahn im Staatsdienst

Sehested machte im dänischen Staatsdienst unter der absoluten Monarchie eine rasche Karriere. Er wurde früh ein enger Mitarbeiter des einflussreichen Finanzministers Ernst Heinrich von Schimmelmann. 1778 trat er als Auskultator dem Ökonomie- und Kommerzkollegium (dänisch: Økonomi- og Kommercekollegiet) bei. 1781 wurde er zum Ausschussmitglied in diesem Kommerzkollegium ernannt, 1784 zum Stellvertreter und 1804, als Schimmelmann sich zunehmend dem Finanzwesen widmete, ohne sein Amt als Handelsminister abzugeben, wurden Sehested der Großteil seiner Aufgaben sowie der Titel des Ersten Stellvertreters übertragen. Erst nach Schimmelmanns Rücktritt 1813 übernahm Sehested zentrale Führungspositionen in der Verwaltung des Gesamtstaates, indem er Präsident des Ökonomie- und Kommerzkollegiums wurde. 1814 übernahm er zudem interimistisch die Leitung der Westindisch-Guineischen Rente- und Generalkammer (zuständig für die dänischen Kolonien). 1816 wurde er Chef des neu gegründeten Generalzollkammer- und Kommerzkollegiums (dänisch: Generaltoldkammer- og Kommercekollegium) – eine Position, die er bis zu seinem Rücktritt 1831 innehatte.

Neben seinen administrativen Aufgaben war Sehested auch diplomatisch und politisch involviert. Er war 1814 an den Verhandlungen zum Kieler Frieden beteiligt, der die Trennung Norwegens von Dänemark besiegelte. Ab 1824 war er Mitglied des Geheimen Staatsrates (dänisch: Gehejmekonseil) und trug den Titel eines Geheimen Staatsministers. Er galt bei König Friedrich VI. als ein hoch geschätzter Beamter, bekannt für seine sachliche und direkte Art.

Naturwissenschaftliches Wirken

Bereits in seiner Jugend entwickelte Sehested eine Passion für die Entomologie (Insektenkunde). Gemeinsam mit seinem Freund Niels Tønder Lund unternahm er Studienreisen, unter anderem nach Kiel zu Johann Christian Fabricius und nach England zu Joseph Banks. Zusammen mit Lund baute er eine bedeutende Insektensammlung auf (bekannt als Sehested & Lund Sammlung), die 1810 vom dänischen Staat angekauft wurde und heute Teil der Sammlungen des Zoologischen Museums in Kopenhagen ist. Fabricius benannte ihm zu Ehren eine Schmetterlingsart (Pyralis sehestedtiana). 1789 gehörte Sehested zu den Gründern der Naturhistorischen Gesellschaft (Naturhistorieselskabet) in Kopenhagen.

Tod

Ove Ramel Sehested blieb zeit seines Lebens unverheiratet. Er trat 1831 von allen Ämtern zurück und verstarb 1838 in Kopenhagen. Er wurde in der Ramel-Sehestedschen Kapelle in der Klosterkirche von Sorø beigesetzt.[1]

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

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