Oxazole

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Oxazole sind eine Stoffgruppe der organischen Chemie. Es handelt sich um Heteroaromaten, die sich vom Grundkörper Oxazol ableiten.

Oxazole
Allgemeine Struktur der Oxazole
Struktur der Oxazole, die Reste R1 bis R3 können beispielsweise Wasserstoff oder Organylgruppen sein

Vorkommen

Hexabranchus sanguineus

Oxazole kommen verschiedentlich in der Natur vor. Die Calyculine sind komplexe Naturstoffe aus dem Schwamm Discodermia calyx, die jeweils einen Oxazolring enthalten. Der Schwamm Theonella swinhoei bildet das fungizide Oxazol Swinhoeamid.[1.1] Hexabranchus sanguineus (Ordnung Nacktkiemer) bilden Ulapualid A und Ulapualid B, mit denen sie ihre Eier vor Fressfeinden schützen. Es handelt sich um Makrolide mit einer Triaryl-Einheit aus drei Oxazolringen.[2] Gymnothecaoxazol A und Gymnothecaoxazol B kommen in Gymnotheca chinensis vor.[1.2]

Herstellung

Oxazole können beispielsweise in der Van-Leusen-Oxazolsynthese hergestellt werden. Dabei wird ein Aldehyd mit dem Van-Leusen-Reagenz umgesetzt. Ein Beispiel ist die Herstellung von 5-Phenyloxazol aus Benzaldehyd.[3] In der Davidson-Oxazolsynthese wird ein O-Acylacyloin (Ester eins Acyloins) unter Cyclisierung mit Ammoniumacetat umgesetzt. Bei der Robinson-Gabriel-Synthese wird stattdessen ein N-Acylaminoketon mit einem wasserentziehenden Reagenz cyclisiert. Geeignete Reagenzien sind beispielsweise Polyphosphorsäure, Phosphorsäure / Acetanhydrid, Triphenylphosphindiiodid, das Burgess-Reagenz oder Phosphoroxychlorid.[4]

Die Wipf-Williams-Oxazolsynthese geht von einem β-Hydroxyamid aus. Dieses wird mit Diethylaminoschwefeltrifluorid oder Bis(2-Methoxyethyl)aminoschwefeltrifluorid cyclisiert, wobei zunächst ein Oxazolin entsteht, das oxidativ aromatisiert werden kann, zum Beispiel mit Bromtrichlormethan / DBU. In der Fischer-Oxazolsynthese wird das Cyanhydrin eines Aldehyds mit einem weiteren Aldehyd umgesetzt, um ein Oxazol zu erhalten.[4]

In der Japp-Oxazolsynthese werden 1,2-Diketone mit einem aromatischen Aldehyd und Ammoniak zur Reaktion gebracht. Eine alternative Möglichkeit ist hier die Reaktion eines Oxims mit α-Oxogruppe mit einem Benzylhalogenid. In der Schöllkopf-Reaktion sind die Edukte ein Isonitril und ein Acylierungsmittel (Carbonsäurechlorid, Carbonsäureanhydrid, Carbonsäureamid, Carbonsäureazid, Carbonsäureester, Lacton).[4]

Einzelnachweise

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