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Palazzo Branconio dell’Aquila

nicht erhaltener Palast in Rom, Italien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Palazzo Branconio dell’Aquila war ein manieristischer Palast aus dem 16. Jahrhundert in Rom in der italienischen Region Latium. Er lag im Viertel Borgo in der Via Alessandrina und in der Nähe des Petersdoms.

Palazzo Branconio dell’Aquila in Rom: Fassade (Stich aus dem 17. Jahrhundert)
Raffael: Selbstporträt mit einem Freund, vielleicht Giovanbattista Branconio dell’Aquila

Geschichte und Beschreibung

Der Palast wurde von Raffael in den letzten Jahren seines Lebens, im Jahre 1518 projektiert,[1] oder vielleicht auch 1520,[2] und zwar für dessen Freund Giovanbattista Branconio dell’Aquila, einen wohlhabenden Berater des Papstes und Goldschmied.

Das Aussehen des Gebäudes unterschied sich vom maßgeblichen bramantesischen Modell des Palazzo Caprini und auch vom gemessenen Stil Raffaels beim Palazzo Jacopo da Brescia und beim Palazzo Vidoni Caffarelli (der ebenfalls Raffael zugeschrieben wird). Der Palazzo Branconio dell’Aquila hatte eine beispiellose Fassade.[3]

Das Gebäude zeigte einen reichen Ornamentschatz und eine sehr freie kompositorische Gestaltungsweise, die als einer der Startpunkte der manieristischen Architektur angesehen werden kann und die künftigen Entwicklungen der römischen Architektur, wie z. B. an der Fassade des Palazzo Spada, beeinflusste.[4]

Es stellte das damals aktuelle Modell auf den Kopf, das ein Erdgeschoss mit Bossenwerk und die Säulenordnung im ersten Obergeschoss aufwies; das Erdgeschoss, in dem sich einige Ladengeschäfte befanden, zeigte toskanische Halbsäulen vor einer Wand, die Bögen einrahmten und auf denen ein vereinfachtes Gebälk ruhte; das erste Obergeschoss dagegen war, ähnlich den Trajansmärkten, durch den Wechsel von Nischen und Fenstern gekennzeichnet, letztere gerahmt in einer Reihe von Ädikulä mit Tympana darüber, im Wechsel gebogen und dreieckig, über denen ein Band, verziert mit Festons von Giovanni da Udine mit einem polychromen Wappen des Papstes verlief; dieses Band stand mit einem Zwischengeschoss, unterbrochen von Fenstern und mit Fresken bemalten Feldern, in Verbindung. Das Gebäude wurde später mit einem Attikageschoss komplettiert, über dem ein Gesims mit Triglyphen angeordnet war.

Es scheint, dass an der Projektierung auch Giulio Romano mitgearbeitet hat, wahrscheinlich am Innenhof.[1]

Bei diesem Projekt fehlt die perfekte Übereinstimmung zwischen Architektursprache und Konstruktionsstruktur, z. B., wenn man die leeren Flächen in den Nischen im ersten Obergeschoss auf die Ordnungsachse im Erdgeschoss ausrichtet.

Der Palast wurde 1660 abgerissen, um die Einrichtung eines freien Platzes vor der Kolonnade des Petersplatzes zu ermöglichen (Piazza Rusticucci). Wir kennen seine Beschaffenheit aus Stichen aus der Zeit vor seinem Abriss, aber es sind auch Projektzeichnungen mit einigen Varianten erhalten, die die Entstehung architektonischer Innovationen Raffaels aufzeigen.[3]

Einzelnachweise

Quellen

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