Palicidae
Familie der Krabben
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Palicidae ist eine Familie der Krabben mit 63 Arten. Sie tragen mit ihrem letzten Beinpaar tote Objekte wie abgestorbene Korallen und Foraminiferen oder Holz. Die Vertreter bewohnen freilebend das Flach- und Tiefwasser der Meere,[1] von der unteren Gezeitenzone (subtidal) bis in den mittleren Kontinentalhang und bevorzugen sandige und schlammige Untergründe. Lediglich die Gattung im Exopalicus kommt eher auf Korallenriffen vor.[2]
| Palicidae | ||||||||||||
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Pseudopalicus oahuensis | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Palicidae | ||||||||||||
| Bouvier, 1898 |
Merkmale
Der Carapax ist annähernd quadratisch bis rundlich, die Rückenseite typischerweise eingedrückt, gekörnt und häufig mit deutlich abgegrenzten Regionen. Die Region zwischen Kiemenregion und Mesogatricum ist eingedrückt. Der Stirnrand ist zwei- bis vierlappig. Der vordere Seitenrand trägt 14 Zähne oder spitze Höcker. Die Augenhöhlen sind tief und breit. Die Cornea ist vertikal abgeflacht oder rund, die Augenstiele sind meist lang. Die Antennulen sind lang und falten sich quer. Das Proepistom ist schmal. Das Basalglied der Antennen ist rechteckig oder erweitert. Das Epistom erscheint eingesunken oder vertikal erweitert. Die Mundhöhle ist viereckig und weitestgehend von den dritten Maxillipeden bedeckt. Der episternale Fortsatz des siebten Sterniten überragt den hinteren Seitenrand hinter dem letzten Schreitbein und umringt den achten Sterniten.[1]
Das letzte Schreitbein (P5) ist stark zurückgebildet, dünn und stark beweglich. Es ist weiter rückenseitig positioniert als die anderen Schreitbeine. Seine Coxa ist schmaler als die der anderen Schreitbeine und verlängert. Sein distaler Rand hat eine tiefe breite Einkerbung, in der die anderen Glieder liegen. Seine Basis (zu den Gliedmaßenabschnitten siehe Spaltbein) ist vom verlängerten Ischium getrennt, der Dactylus gebogen und als Greiforgan gestaltet. Alle Somiten des Pleons und das Telson sind bei beiden Geschlechtern frei beweglich, einige aber oft verschmolzen. Der erste und zweite Somit sind sehr schmal und abgeflacht. Der Arretierhöcker für das Pleon ist sehr flach oder mittelgroß, liegt an der Kante des fünften Sterniten und korrespondiert mit einer flachen Aushöhlung am sechsten pleonalen Somiten. Die Geschlechtsöffnung (Gonoporus) der Männchen liegt coxo-sternal, der Penis unter zwei schmalen ungleichen Platten. Das erste Gonopodium hat gewundene Teile, sein Ende ist ein- oder zweiästig. Die Vulva liegt sternal und in der Form variabel. Die Öffnung ist stets von einer weichen Membran bedeckt, niemals von einem Deckel oder einer sternalen Bedeckung.[1]
Systematik
Das World Register of Marine Species unterscheidet folgende Gattungen:[3]
- Exopalicus Castro, 2000
- Miropalicus Castro, 2000
- Neopalicus Moosa & Serène, 1981
- Palicoides Moosa & Serène, 1981
- Paliculus Castro, 2000
- Palicus Philippi, 1838
- Parapalicus Moosa & Serène, 1981
- Pseudopalicus Moosa & Serène, 1981
- Rectopalicus Castro, 2000