Pamela Hogan

Regisseurin From Wikipedia, the free encyclopedia

Pamela J. Hogan (geb. vor 1970) ist eine US-amerikanische Filmemacherin und Medienmanagerin. Für die Dokumentarfilm-Serie Ladies First erhielt sie 2005 den Emmy Award. Ihr Film Ein Tag ohne Frauen von 2025 wurde weltweit ausgezeichnet.

Biographie

Pamela Hogan absolvierte ein Studium an der Harvard University und erwarb einen Master-Abschluss in Journalismus an der Columbia University, wo sie heute [2026] auch als Dozentin im Masterstudiengang „Dokumentarfilm“ tätig ist.[1]

1984 war sie erstmals als assoziierte Produzentin für eine Folge von Portrait of America tätig, 1987 präsentierte sie ihre erste Regiearbeit mit dem Fernsehfilm Ducks Under Siege. 1989 trat sie erstmals als Coproduzentin an der Serie NBC White Paper auf. Im Jahr 2000 war sie für den unter ihrer Regie entstandenen Fernsehfilm Ultimate Weapon: The H-Bomb Dilemma auch erstmals alleine für die Produktion verantwortlich.

Sie wurde „Executive Producer“ der internationalen PBS-Serie Wide Angle, in der sie gemeinsam mit Filmemachern aus aller Welt an Dokumentarfilmen arbeitete, die wenig beachtete Geschichten beleuchteten. Für Wide Angle schrieb sie die Pilotfolge Ladies First über die Führungsrolle von Frauen in Ruanda nach dem Völkermord von 1994, die 2005 mit dem „Emmy Award“ als beste Dokumentarfilmserie ausgezeichnet wurde.[2]

Sie war Mitbegründerin und ausführende Produzentin der 2011 gestarteten PBS-Serie Women War & Peace. Sie selbst schrieb das Drehbuch für die Folge I Came to Testify über bosnische Frauen, die durch ihre Aussagen das Thema Vergewaltigungen und sexuelle Versklavung im Krieg erstmals weltöffentlich machten, was schließlich auch zu Veränderungen im Völkerrecht führte. Die Filme der Serie wurde von 12 Millionen Zuschauern im US-Fernsehen gesehen.[1]

Ihr Independent-Film Looks Like Laury Sounds Like Laury wurde von der New York Times als eine der „Besten Fernsehsendungen des Jahres 2015“ gefeiert.[1]

In der 2003 gestarteten und 2016 abgeschlossenen sowie veröffentlichten Langzeitdokumentation Time for School begleitete sie sieben Kinder in sieben Ländern, die gegen alle Widrigkeiten ankämpfen, um in der Schule bleiben zu können.[2]

Anfang der 2020er Jahre sprach Hogan die isländische Dokumentarfilmerin Hrafnhildur Gunnarsdóttir an, ob sie nicht gemeinsam einen Film über den Frauenstreik 1975 in Island machen sollten, der zwar dort zentral im nationalen Gedächtnis verankert war, dessen Geschichte aber nach ihrer Einschätzung in einem Film nachgezeichnet und einem globalen Forum präsentiert werden sollte.[3]

Der Film zeigt die Entwicklung Islands vom Streik am 24. Oktober 1975, an dem damals 90 Prozent der Frauen teilnahmen, zu dem Land, in dem laut Weltwirtschaftsforum seit vielen Jahren die weltweit größte Geschlechtergerechtigkeit herrscht.[4]

Der Film zeigt eine weitläufige und karge Landschaft. Auch wenn viel der damals gedrehten Aufnahmen nicht mehr auffindbar waren, zeigt der Film historische Filmsequenzen, wie Schulen geschlossen blieben, das Telefonsystem nicht mehr funktionierte, Zeitungen nicht erscheinen konnten, die isländische Fluglinie ihre Flüge streichen musste und überall Hausarbeit liegen blieb. Am Ende zeigt der Film Bilder aus dem Zentrum Reykjavíks, gefüllt mit tausenden aktivistischen Frauen. Trickfilmsequenzen ergänzen die Erinnerungen von Aktivistinnen, die den Streik auf die Beine stellten.[4]

Die kanadische Tageszeitung Globe and Mail bezeichnete den Film als „weltweiten Aufschrei“. Nach der Premiere beim Hot Docs Canadian International Documentary Festival in Toronto wurde der Film auf zahlreichen Festivals weltweit gezeigt. Er wurde mit Publikumspreisen beim Mill Valley Film Festival, dem Filmfestival Thessaloniki und dem Internationalen Filmfestival Gimli in Kanada ausgezeichnet. Zudem erhielt er den Preis für den besten Dokumentarfilm beim Victoria Film Festival in Kanada, den Dokumentarfilmpreis der Nordischen Filmtage Lübeck und eine lobende Erwähnung für den besten Film zum Thema Politik beim Internationalen Dokumentarfilmfestival Ji.hlava in Tschechien.[1]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2011: Murrow Award des Overseas Press Club für die Serie „Women, War & Peace“
  • 2005: Emmy Award für „Outstanding Continuing Coverage of a News Story - Long Form“ für den Dokumentarfilm „Ladies First“[5]
  • Making a Difference for Women Award des National Council for Research on Women
  • Television Academy Award für die Serie „Women, War & Peace“
  • Silver Gavel der American Bar Association für „I Came to Testify“
  • Gabriel Award für „Time for School: 2003-2016“[1]
  • Robert-Spiers-Benjamin-Preis für die beste Berichterstattung über Lateinamerika[1]

Filmographie (Auswahl)

  • 2024: „Ein Tag ohne Frauen“ (Original: „The Day Iceland Stood Still“) (Regie, Drehbuch gemeinsam mit Hrafnhildur Gunnarsdóttir)
  • 2016: „Time for School: 2003-2016“ (Regie und Drehbuch)
  • 2015: „Looks Like Laury Sounds Like Laury“ im Rahmen der Serie: „America ReFramed“ (Regie und Drehbuch)
  • 2011 : „I Came to Testify“ für die Serie „Women, War & Peace“ (Drehbuch)
  • 2011: „The War We Are Living“ für die Serie „Women, War & Peace“ (Drehbuch)
  • 2005: „Ladies first“ für die Serie „Wide Angle“
  • 2001: „Bill Moyers Reports: Earth on Edge“
  • 2000: „Ultimate Weapon: The H-Bomb Dilemma“ (Regie)
  • 1991: „Wildlife Wars USA: Bears Under Siege“ in der Serie „National Geographic Explorer“ (Regie)
  • 1987: „Ducks Under Siege“ (Regie)

Einzelnachweise

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