Panik um King Kong
Film von Ernest B. Schoedsack (1949)
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Panik um King Kong (Originaltitel: Mighty Joe Young) ist ein US-amerikanischer Abenteuer- und Fantasyfilm von Regisseur Ernest B. Schoedsack aus dem Jahr 1949. Obwohl der deutsche Titel den Film als eine Fortsetzung des originalen King-Kong-Films King Kong und die weiße Frau aus dem Jahr 1933 darstellen möchte, ist dies nicht der Fall. Für die Stop-Motion-Animationen verantwortlich war Willis O’Brien, der schon an dem 1933 erschienenen Film mitgewirkt hatte. Zudem markiert Panik um King Kong den ersten Kinofilm, an dem Ray Harryhausen seine Künste in der Stop-Motion-Animation unter Beweis stellen konnte.
| Film | |
| Titel | Panik um King Kong |
|---|---|
| Originaltitel | Mighty Joe Young |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1949 |
| Länge | 94 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Produktionsunternehmen | Argosy Pictures |
| Stab | |
| Regie | Ernest B. Schoedsack |
| Drehbuch | Ruth Rose |
| Produktion | Merian C. Cooper |
| Musik | Roy Webb |
| Kamera | J. Roy Hunt |
| Schnitt | Ted Cheesman |
| Besetzung | |
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Handlung
Das kleine Mädchen Jill Young lebt zusammen mit seinem verwitweten Vater John Young auf einer Farm in Afrika. Eines Tages tauscht sie mit Eingeborenen gegen einige Kleinigkeiten und eine teure Taschenlampe einen Gorillababy ein. Der Vater ist anfänglich leicht zornig und möchte den Gorilla zurückgeben, gestattet seiner weitgehend einsam aufwachsenden Tochter aber schließlich die Aufzucht und Pflege des nun Joe genannten Primaten.
Zwölf Jahre später in New York: Max O’Hara, ein großspuriger Abenteurer und Unternehmer, möchte in seinem neuen, exklusiven Nachtclub „Golden Safari“ in Los Angeles eine große Afrika-Show präsentieren. Diese soll zahlendes Publikum anlocken. Hierzu reist er nach Afrika, um Löwen und andere wilde Tiere einfangen. Alleine schon, um damit in den Zeitungen Schlagzeilen zu produzieren, engagiert er ein paar amerikanische Cowboys, die mit Lassos auf ihren Pferden der wilden Tiere habhaft werden sollen, was anfangs auch gelingt.
Eines Abends herrscht jedoch Unruhe im Camp der Cowboys, als der nunmehr zu stattlicher Größe herangewachsene Joe für Panik unter Mensch und Tier sorgt. Max O’Hara hingegen sieht in ihm die Möglichkeit, noch mehr Gewinn aus seiner geplanten Show herauszuholen, und lässt Jagd auf den LKW-großen Gorilla machen. Angesichts der übermenschlichen Stärke des Riesenaffen scheitert jedoch jeglicher Versuch, ihn einzufangen, und O’Hara selbst wird von Joe gepackt. Nur durch das beherzte Eingreifen von Jill Young, mittlerweile zu einer jungen, attraktiven Frau herangewachsen, kann Joe besänftigt werden. Jill hat inzwischen nach dem Tod ihres Vaters die Leitung der Farm übernommen und ist weiterhin eng mit Joe verbunden.
Der redegewandte O’Hara macht Jill allerlei Versprechungen von Ruhm, Erfolg und Glück, die in den Vereinigten Staaten auf die junge, einsame Frau warten würden. So kann er sie überzeugen, mit Joe zusammen im „Golden Safari“ aufzutreten. Der erste Auftritt: Die Klavier spielende Jill sitzt auf einer Plattform, die langsam in die Höhe schwebt. Zuerst nicht sichtbar, sieht man schließlich Joe, der die Plattform, Jill und das Klavier mit Leichtigkeit über seinen Kopf balanciert. Beim zweiten Auftritt macht man sich Joes Stärke noch publikumswirksamer zu Nutze, indem man ihn gegen die „10 stärksten Männer der Welt“ Seilziehen lässt (Darsteller dieser Szene war u. a. der ehemalige Box-Weltmeister Primo Carnera). Naturgemäß verlieren nach anfänglichem Nachgeben des Affen die Muskelmänner und einer nach dem anderen landet in einem afrikanischen Wildbach nachempfundenen Wasserreservoir.
Die Auftritte von Joe machen den Nachtclub zu einem Publikumsmagneten und auch Jills Namen berühmt. Diese hat jedoch Zweifel, da Joe in der Gefangenschaft unglücklich ist und die meiste Zeit in einem Käfig verbringen muss. Als sie und Gregg, einer der Cowboys, dies vorbringen, kann O’Hara die Sorgen der beiden vorläufig zerreden. Bei einem der folgenden Auftritte treten Jill als Leierkastenspielerin und Joe als Hütchen tragender Compagnon auf. Sie werden vom johlenden Publikum mit Pappmünzen beworfen. Jeder, der seine Münzen in Joes Hut befördern kann, bekommt einen Preis. Einigen der betrunkenen Gäste reicht diese ohnehin peinigende Darbietung nicht und sie werfen statt mit Münzen mit leeren Flaschen nach Joe. Nach der Vorstellung beschließen Jill und Gregg, die sich inzwischen auch privat nähergekommen sind, mit Joe in seine afrikanische Heimat zurückzukehren.
Doch so weit kommt es erst gar nicht, da es einer Gruppe von drei völlig betrunkenen Männern gelingt, zu Joes Käfig vorzudringen und ihn mit einigen Flaschen Alkohol ebenfalls zu alkoholisieren. Als Joe alle ihm gegebenen Flaschen geleert hat, wird einer der Männer wütend über den Verlust der selbigen und verletzt Joe mit einem brennenden Feuerzeug. Joe, der sich nicht mehr unter Kontrolle hat, bricht aus seinem Gefängnis aus und demoliert den gesamten Nachtclub. Dabei geraten auch die Löwen in Freiheit. Unter den Zuschauern bricht blankes Chaos aus, einige Menschen beinahe geötet. Joe wird gefangen genommen und es wird gerichtlich beschlossen, ihn zu erschießen. Max O’Hara plagt daraufhin sein Gewissen, und er schmiedet mit Gregg einen Fluchtplan. Mit einem LKW wird Joe, Jill und Gregg die Flucht ermöglicht, mit einem Schiff ist ein Transport nach Afrika vereinbart. Die Polizei, die eigentlich schon zur Erschießung des Gorillas angerückt war, ist ihnen aber dicht auf den Fersen.
Auf ihrem Weg in die Freiheit kommen sie an einem brennenden Kinderwaisenhaus vorbei, und Jill und Gregg beschließen, die dem Verbrennungstod geweihten Kinder zu retten. Bis auf eines gelingt ihnen das auch. Joe kommt ins Spiel, der einen neben dem Haus stehenden großen Baum nutzt, um in die oberen Etagen des brennenden Hauses zu kommen. Er packt das Kind behutsam, ist im Begriff den Baum abwärts in Sicherheit zu gelangen, muss aber feststellen, dass bereits über die Hälfte des selbigen Feuer gefangen hat. Der Baum gibt langsam nach und Joe, der sich fest umklammert, rettet durch seine Tat und unter Einsatz seines Lebens auch noch das letzte der Waisenkinder. Aufgrund dessen lässt man Gnade walten und Joe, Jill und Gregg dürfen wieder zurück auf die Farm in Afrika.
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films empfand den Film als „komisch und sentimental“ und attestierte ihm nur „vereinzelte Sensationshöhepunkte“.[1] Marcus Littwin (tierhorror.de) hingegen meint „Wer diesen Film nicht kennt, hat wirklich was verpasst“ und findet, die Geschichte sei „mit viel Herz und Humor erzählt“.[2]
Hintergrund
- Der ursprüngliche Filmtitel lautete Mr. Joseph Young of Africa.
- Der Film wurde von Dezember 1947 bis März 1948 auf 35-mm-Format gedreht.
- Als Vorbild des Nachtclubs diente der Cocoanut Grove im berühmten Ambassador Hotel in Los Angeles, Kalifornien.
- Willis O’Brien überwachte die Stop-Motion-Effekte, die von Ray Harryhausen ausgeführt wurden.
- Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack, Willis O’Brien und Marcel Delgado arbeiteten erstmals seit 1933 wieder zusammen. Auch Robert Armstrong und James Flavin, die im Film von 1933 auftraten, haben hier wieder Rollen.
- Es war der letzte Film von Regisseur Ernest B. Schoedsack.
- Disney drehte 1998 mit Mein großer Freund Joe ein Remake.
- Der USA-Start war am 27. Juli 1949, die Deutschlandpremiere war am 1. September 1950.[3]
Auszeichnungen
- 1950: Oscar für die besten Spezialeffekte: Willis O’Brien