Paramastix

Gattung der Grünalgen From Wikipedia, the free encyclopedia

Paramastix ist eine Gattung einzelliger mikrobieller Eukaryoten (Mikroeukaryoten, Protozoen) des Süßwassers,[5] die zuerst in Skandinavien (insbesondere in Schweden) gefunden wurden[6][7] und meist als Mitglied der Hemimastigophora gelten.[7] Sie um­fasst die Arten P. conifera (Typusart), P. lata, P. minuta und P. trun­cata.[7][8]

Erbeutung eines Individuums von Komma caudata[9] durch P. conifera
Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name der Familie ...
Paramastix

Systematik
Reich: Disparia
ohne Rang: Membrifera[1]
Stamm: Hemimastigophora
Ordnung: Hemimastigida
Familie: Paramastigidae
Gattung: Paramastix
Wissenschaftlicher Name der Familie
Paramastigidae
Skuja 1948 emend. Karpov 2011[2][3][4]
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Paramastix
Skuja, 1948[4][2]
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Forschungsgeschichte

Die Gattung Paramastix wurde erstmals 1948 von Heinrich Leonhards Skuja zusammen mit ihrer monotypischen Familie Paramastigidae beschrieben.[7] Die Typusart ist Paramastix conifera,[10] die 1997 von Michael Zölffel und Oliver Skibbe „wiedergefunden“ zum zweiten Mal beschrieben wurde.[8]

1966 wurde sie von Torbjörn Willén zwar neben den Gattungen Hexamitus, Tetramitus und Trepomonas in die Gruppe (Unterfamilie) der Polyblepharidinae[11] der Chlorophyta eingeordnet.[12] Im Allgemeinen wurde sie jedoch früher innerhalb der Protozoen den Flagellaten gesehen.[13]

Heute wird die Gattung meist neben Hemimastix als Mitglied der Hemimastigophora gesehen,[7] die im November 2025 von Marek Valt, Ivan Čepička et al. der neuen Supergruppe (Reich) Disparia (syn. Promethea[14]) innerhalb der Diaphoretickes zugeordnet wurden.[1]

Morphologie

Die Mitglieder der Gattung Paramastix haben einen rundlichen Zellkörper,[15] ihre äußere Form ist rotationssymmetrisch und wird von Mikrotubuli gestützt.[16] Ihre 8–12 Geißeln (Flagellen) enden über der Mitte des Zellkörpers.[17][18]

Ökologie

Die Arten der Gattung Paramastix leben im Süßwasser, unter anderem in großen Flüssen.[19][5]

Die Typusart P. conifera kommt am häufigsten im Herbst vor.[19] Laut einer Studie aus dem Jahr 2008 machte diese Art im Eriesee in einer Tiefe von 1 Meter 8,12 % des Phytoplanktons aus.[20] Im Jahr 2008 fanden El-Deeb Ghazy et al. sie in den fakultativen Abflüssen und Kanälen von Oxidationsteichen.[13]

Paramastix ist Beute und Nahrung für einige Arten der Myzozoa und Verwandter[21] (Alveolata).[21]

Systematik

Dies ist die Klassifizierung der Mitglieder von Paramastix und ihrer nächsten Verwandten (Stand 11. Dezember 2025):[22]

Phylum Hemimastigophora W. Foissner, H. Blatterer & I. Foissner, 1988[23][24](N) [Spironematellozoa Doweld 2001]


(N) – National Center for Biotechnology Information (NCBI)[22]
(A) – AlgaeBase[7][30][7]
(V) – Marek Valt, Alexander K. Tice, Ivan Čepička et al. (2025)[1]
(S) – Yegor Shɨshkin (2022)[4]
(W) – World Register of Marine Species (WoRMS)[5]

Etymologie

Der Gattungsname Paramastix leitet sich ab von altgriechisch πᾰρᾰ- părắ, deutsch neben, ‚gegenüber‘;[31] und ebenfalls μάστιξ mastix, deutsch Geißel, ‚Peitsche‘ (vgl. Hemimastix, Mastigonema, Mastigamoeba), womit das Flagellum gemeint ist.

Art-Epitheton (Namenszusatz) der Typusart:

Die weiteren Art-Epitheta sind gemäß AlgaeBase nach Stearn (1983) ebenfalls lateinische fem. Adjektive, nämlich:[7]

  • lata: ‚breit‘, ‚weit‘; als Substantiv aber auch ‚Seite‘, ‚Flanke‘;
  • minuta: ‚sehr klein‘, ‚winzig‘;
  • truncata: ‚abgeschnitten‘ (d. h. sehr abrupt endend, als wäre es gerade abgeschnitten).

Weiterführende Literatur

  • Alexandra C. Jeuck: Extended Phylogeny and Morphology of Marine and Freshwater Choanoflagellates with Additional Methological Studies on Heterotrophic Flagellates. Dissertation an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln, 2014; PDF. Siehe insbes. Tafel 6 (S. 29).

Einzelnachweise

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