Paul-Ehrlich-Institut

Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel in Langen, Hessen, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen ist das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Der neue Behördenname löste am 23. Juli 2009 die alte Bezeichnung Bundesamt für Sera und Impfstoffe ab. Es ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Benannt wurde es nach seinem ersten Direktor, dem deutschen Mediziner und Nobelpreisträger Paul Ehrlich. Am 1. November 1972 wurde es mit dem Gesetz zur Errichtung eines Bundesamtes für Sera und Impfstoffe zu einer selbständigen Bundesoberbehörde.[4]

StellungBundesoberbehörde (seit 1. November 1972)
AufsichtsbehördeBundesministerium für Gesundheit
Gründung1. Juni 1896 (Steglitz bei Berlin)
Schnelle Fakten Paul-Ehrlich-Institut - Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel — PEI —, Staatliche Ebene ...
Paul-Ehrlich-Institut - Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel
— PEI —
Staatliche Ebene Bund
Stellung Bundesoberbehörde (seit 1. November 1972)
Aufsichtsbehörde Bundesministerium für Gesundheit
Gründung 1. Juni 1896 (Steglitz bei Berlin)
Hauptsitz Langen
Behördenleitung Stefan Vieths, Präsident[1]
Bedienstete ca. 800 (2019)[2]
Haushaltsvolumen 95,2 Mio. EUR (2024)[3]
Netzauftritt www.pei.de
Schließen
Eingang des Instituts im Jahr 2022

Aufgaben

Das Paul-Ehrlich-Institut ist zuständig für die Zulassung und staatliche Chargenprüfung und -freigabe von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln[4] und trägt wesentlich zur Sicherheit dieser Arzneimittel bei. Zusätzlich ist das Paul-Ehrlich-Institut für die Sicherheit bestimmter In-vitro-Diagnostika (IVD) zuständig: Es überwacht alle IVD-Produkte der Risikoklasse D und bestimmte IVD-Produkte der Risikoklasse C.[5] Das Institut befasst sich mit der Genehmigung klinischer Studien der von ihm betreuten Arzneimittel. Zu den Aufgaben gehört ferner die Pandemievorsorge und Pandemiebekämpfung mit Impfstoffen und anderen Arzneimitteln (Art. 1 Abs. 2 Nr. 8 des Gesetzes über das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel).

Zu den Arzneimitteln, die vom Paul-Ehrlich-Institut bewertet werden, gehören

Eine wichtige Aufgabe des Paul-Ehrlich-Instituts ist neben der Zulassung auch die wissenschaftliche Beratung. Außerdem gehört die Forschung zu den zentralen Aufgaben des Instituts.

Die Weltgesundheitsorganisation hat das Institut im Juli 2005 zum WHO-Kooperationszentrum für die Qualitätssicherung von Blutprodukten und In-vitro-Diagnostika ernannt.[7] Im August 2013 wurde das Paul-Ehrlich-Institut WHO-Kooperationszentrum für die Standardisierung und Bewertung von Impfstoffen.[8]

Aufgrund der Erfahrungen während der COVID-19-Pandemie wurde am PEI im Jahr 2021 das Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika (ZEPAI) errichtet. Dieses soll zu einer koordinierten Vorsorge und Bekämpfung zukünftiger Pandemien in Deutschland und weltweit beitragen.[9][10]

Pharmakovigilanz von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln

Das Paul-Ehrlich-Institut ist für die Überwachung der Sicherheit (Pharmakovigilanz) von Impfstoffen für Mensch und Tier sowie biomedizinischen Arzneimitteln zuständig. Zu den gemeldeten Verdachtsfällen von Impfnebenwirkungen und Impfkomplikationen veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut periodisch Auswertungen, in denen es sich zur Impfstoffsicherheit und möglichen Risikosignalen äußert. Während der COVID-19-Pandemie veröffentlichte das Paul-Ehrlich-Institut entsprechende Auswertungen zu den neuen COVID-19-Impfstoffen in separaten Sicherheitsberichten.[11] Hierzu ist seit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im November 2020 gemäß § 13 Absatz 5 IfSG ein Datenabgleich zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und dem PEI vorgesehen, um mögliche Risikosignale von Impfstoffen, insbesondere den neuartigen COVID-19-Impfstoffen, zu erkennen. In einer Antwort der Bundesregierung vom 4. Juni 2024 auf eine schriftliche Frage wird ausgeführt, dass „die neuen Datenflüsse mit ersten KVen getestet“ werden und „die Auswertung der entsprechenden Datensätze [...] derzeit in Vorbereitung“ sind.[12][13][14]

Geschichte

Das Paul-Ehrlich-Institut ging hervor aus dem Staatsinstitut für experimentelle Therapie (gegründet 1896), dessen Aufgabe es war, Impfstoffe und Sera zu überprüfen und über Krebserkrankungen und Syphilis zu forschen.[15] Am 1. Juni 2021 feierte das Institut sein 125-jähriges Bestehen.[16]

Direktoren und Präsidenten

Sonstiges

Träger der Paul-Ehrlich-Silbermedaille

Commons: Paul-Ehrlich-Institut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI