Paul Bornstein

deutscher Schriftsteller und Literaturhistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Paul Bornstein (geboren am 8. April 1868 in Berlin; gestorben am 30. Juli 1939 in München) war ein deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller.

Leben und Wirken

Paul Bornstein kam aus einer jüdischen Familie, sein Vater Jakob Bornstein war Kaufmann, die Mutter war Anna, geborene Fraenkel.[1] Paul Bornstein besuchte das Friedrichsgymnasium in Berlin und beendete dieses mit 14 Jahren. Danach war er Einjährig-Freiwilliger und anschließend mehrere Jahre als kaufmännischer Angestellter in einer Fabrik tätig. 1887 ging er wieder zum Friedrichsgymnasium, wo er 1890 das Abitur ablegte. Danach studierte er Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte, zunächst ein Semester in Leipzig, danach in Berlin. 1894/1898 promovierte er zum Dr. phil. in Erlangen.

In dieser Zeit begann Bornstein eine intensive publizistische Tätigkeit in Berlin. Er gab unter anderem eine eigene Monatsschrift für Neuere Litteratur und Kunst von 1896 bis 1898 heraus und ein 23-bändiges Sammelwerk über die Kultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts von 1898 bis 1902. 1904 lebte er in Hamburg, seit 1905 in München-Pasing und dessen Umgebung, spätestens seit 1927 in Dachau.[2]

Bornstein war in dritter Ehe mit Anna Zachmann (* 1903) verheiratet[3], sie hatten den Sohn Paul Bornstein (* 1930).[4] Der Bildhauer Ernst Penzoldt schuf um 1926 eine Büste von ihm, deren Verbleib aber unbekannt ist.[5]

Publikationen

Bornstein verfasste einige Bücher. Er gab die gesammelten Werke von Friedrich Hebbel heraus und übersetzte mehrere Werke aus dem Französischen. Außerdem schrieb er zahlreiche Artikel für Zeitschriften wie Das literarische Echo, Simplicissimus, Jugend, Westermanns Monatshefte, Die Gesellschaft, Nord und Süd und weitere.[6]

Autor
  • Aurora von Königsmark, 1891
  • Die Memoiren des Cagliostro, Berlin 1891, (danach als Abenteuer des Geistes, 1894)
  • Aus Dämmerung und Nacht, 1896, Gedichte
  • Gottfried Ploucquets Erkenntnistheorie und Metaphysik, 1898, Dissertation (Digitalisat)
  • Die Dichter des Todes in der modernen Litteratur, 1899
  • Gesammelte Essays, 1899
  • Der Tod in der modernen Literatur und andere Essays, 1900
  • Friedrich Hebbels Persönlichkeit, 1924 (kurze Auszüge)
  • Der junge Hebbel, 1925
  • Friedrich Hebbel. Ein Bild seines Lebens, 1930
Herausgeber
  • Am Ende des Jahrhunderts. Rückschau auf 100 Jahre geistiger Entwicklung, Cronbach, Berlin 1898–1902, 23 Bände[7]
    • 1. Bruno Gebhardt, Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert, 1898
    • 2. Minna Cauer, Die Frau im neunzehnten Jahrhundert
    • 3. Simon Bernfeld, Juden und Judentum im neunzehnten Jahrhundert
    • 4. Georg Steinhausen, Häusliches und gesellschaftliches Leben im neunzehnten Jahrhundert
    • 5. Max Graf, Deutsche Musik im im neunzehnten Jahrhundert
    • 6. Karl Rosner, Die dekorative Kunst im im neunzehnten Jahrhundert
    • 7. F. C. Philippson, Handel und Verkehr im neunzehnten Jahrhundert
    • 8. Eduard Loewenthal, Die deutschen Einheitsbestrebungen und ihre Verwirklichung im neunzehnten Jahrhundert
    • 9. Bruno Gebhardt, Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert
    • 10. Georg Korn, Volksgesundheitspflege und Irrenwesen im neunzehnten Jahrhundert
    • 11. Georg Korn, Die Heilkunde im neunzehnten Jahrhundert
    • 12./13. Samuel Lublinski, Litteratur und Gesellschaft im neunzehnten Jahrhundert
    • 14. Rudolf Steiner, Welt- und Lebensanschauungen im neunzehnten Jahrhundert
    • 15. Eduard Loewenthal, Die religiöse Bewegung im neunzehnten Jahrhundert
    • 16./17. Samuel Lublinski, Litteratur und Gesellschaft im neunzehnten Jahrhundert
    • 18. Hermann Rösemeier, Die Arbeiter im neunzehnten Jahrhundert
    • 19. Rudolf Steiner, Welt- und Lebensanschauungen im neunzehnten Jahrhundert
    • 20. Bruno Meyer, Die bildenden und reproduzierenden Künste im neunzehnten Jahrhundert
    • 21. Heyso Korvin, Heerführung und Kriegwesen im neunzehnten Jahrhundert
    • 22. Thomas Achelis, Die Wandlungen der Pädagogik im neunzehnten Jahrhundert
    • 23. Siegmund Günther, Entdeckungsgeschichte und wissenschaftliche Geographie im neunzehnten Jahrhundert
  • Friedrich Hebbel. Gesammelte Werke nebst den Tägebüchern und einer Auswahl der Briefe, 1911–1925, sechs Bände[8]
  • Der Briefwechsel des Grafen August von Platen, 1911–1931, vier Bände
Übersetzer
  • Das Geheimnis von Versailles [1892]
  • Jeanne Marni, Pariser Droschken, 1899
  • Jeanne Marni, So sind nun die Kinder, 1900
  • Jeanne Marni, Großstadtpflänzchen, 1901
  • Gaston Maugras, Die Memoiren des Herzogs von Lauzun, 1901
  • Yvette Guilbert, Der Brettlkönig, 1902

Literatur

Einzelnachweise

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