Paul Heimbach
deutscher Maler, Zeichner, Objekt-, Klang- und Buchkünstler und Vertreter der Copy Art
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Paul Heimbach (* 25. Dezember 1946 in Euskirchen; † 29. November 2013 in Köln)[1][2] war ein deutscher Maler, Zeichner, Objekt-, Klang- und Buchkünstler und Vertreter der Copy Art.
Leben und Wirken
Paul Heimbach war in seiner künstlerischen Tätigkeit Autodidakt, seit 1956 lebte er in Köln. Mit 21 Jahren begann er, abstrakte Tuschebilder, Künstlerbücher und Buchobjekte zu entwickeln. Die aus mehreren einzeln aufgetragenen Schichten aufgebauten Tuschearbeiten entstanden durch das Ausgießen der drei Grundfarben Blau, Rot und Gelb auf eine Wasseroberfläche, von der sie dann auf Papier abgezogen wurden (15 Tuscheblätter mit jeweils 15 Farbschichten, 1977).[3]
Bei seinen Künstlerbüchern arbeitete Heimbach meist mit Transparentpapier. Die Darstellung war so auf Vorder- und Rückseite sichtbar und bildet eine durchgängige motivische Verbindung mit den folgenden Seiten (Buch 15, Filzstift auf Transparentpapier, 50 Blatt, 1970).[4]
In den 1980er Jahren entstanden u. a. aus der Beschäftigung mit musikalischen Phänomenen abgeleitete serielle Farbpartituren und Arbeiten mit Tageszeichnungen. In seinem Klangbuch Joy von 1989 integrierte Heimbach auch Töne und Geräusche in die Gestaltung seiner Buchobjekte.[5] Mit Tusche verteilte Heimbach 1001 Buchstaben aus James Joyce Roman Finnigans Wake auf 40 Seiten Transparentpapier. Das Buch, in Metalldeckblättern gefasst, wurde fest auf einem Sockel montiert. Die Geräusche des Umblätterns der Seiten wurden elektronisch verstärkt (Hall-Vorverstärker und Stereo-Verstärker gehören zum Werk) und über Kopfhörer an den blätternden Betrachter übertragen.
Ab 1992 beschäftigte sich Paul Heimbach mit magischen Quadraten, mathematischen Zahlenproportionen und Permutationen, die in konzeptueller Weise in die nun zum Teil auch computerunterstützte künstlerische Praxis integriert wurden (z. B. nach Zahlen, Computer-Zeichnungen nach magischen Quadraten, Künstlerbuch, Köln 1997; Jupiterquadrate, 21 Zeichnungen nach magischen Quadraten, 1995).[6]
2014 wurde Paul Heimbach in das Künstler:innenarchiv Stiftung Kunstfonds aufgenommen. Ein Teil seiner Werke ging in die ehemalige Benediktiner-Abtei Brauweiler in Pulheim. Seinen Nachlass verwalten seit 2018 die Stiftung Kunstfonds[7] und die Künstlerin Nicole Morello.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Künstlerbücher
- würfelwürfe. 28 Fotokopien und 28 Collagen auf Transparentpapier, schwarzer Leineneinband, 15 × 21 cm, 1995.
- Albrecht Dürer/Paul Heimbach – 1525/1990. Das Viertbüchlein, 34 Seiten, Fotokopie, DIN A4, roter Einband mit Goldschrift, 1990.
- Alphabet. Die in Zeitungspapier gebundene Mappe enthält: 26 Titelblätter, (um einen Buchstaben reduziert, der auf der Rückseite erscheint) ein Heft mit den ausgefilterten Buchstaben, eine Zusammenstellung und ein Heft für 26 Buchstaben, in dem die Schriftzeichen unter geänderten Größenverhältnissen zusammentreffen, 32 × 23 cm, 1989.
Werke in öffentlichen Sammlungen und Museen (Auswahl)
Künstlerbücher, Mappenwerke und Editionen von Paul Heimbach finden sich außer in Privatsammlungen u. a. in folgenden Institutionen:
- Ampersand Foundation, Johannesburg
- Bayerische Staatsbibliothek, München
- Bibliothèque Nationale de France, Paris
- Bibliothèque nationale du Luxembourg, Luxemburg
- Boston Public Library, Boston
- Centre Georges-Pompidou, Paris
- Klingspor-Museum, Offenbach
- Kunstbibliothek Berlin
- Manchester Metropolitan University, Manchester
- Museum für Angewandte Kunst, Wien
- Museum für Gestaltung, Zürich
- Museum Ludwig, Köln
- Museum van het Boek, Den Haag
- Neues Museum Weserburg, Bremen
- Sackner Archive of Concrete and Visual Poetry, Miami
- Städtisches Museum Gelsenkirchen
- Sterling Memorial Library, Yale University
- Museum of Modern Art, New York
- Tate Gallery, London
- Victoria & Albert Museum, London
- Van Abbemuseum, Eindhoven
Auszeichnungen
- 1981: Förderstipendium der Stadt Köln
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellung (e)
- 2013: Bestbooks. Kunstbibliothek, Berlin
- 2011: Sequences. Johan Deumens Gallery, Amsterdam
- 2010: Borrowing from Sources, Art Amsterdam/Johan Deumens editions & artists’ books
- 2010: Künstlerbücher. Kulturbahnhof Eller, Düsseldorf
- 2009: Library Exhibition. Van Abbemuseum, Eindhoven
- 2008: In Serie. Johan Deumens Gallery, Haarlem
- 2006: On both sides of the road. De Bewaerschole, Burgh-Haamstede
- 2005: Books from the Art Books Press Collection, Seattle
- 2004: Joyce in Art. Royal Hibernian Academy, Dublin.
- 2004: Künstlerbuchmesse Seoul, Korea, Galerie Druck&Buch
- 2003: Basisfarben und Bücher. ArtCube im artotel Potsdam (e)
- – : Schloss Honhardt, art in residence, Frankenhardt (e)
- – : Buchgalerie Mergemeier, Düsseldorf (e)
- 2002: Basisfarben. ArtCube Berlin (e)
- – : Accrochage zum 20sten. Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e.V., Bonn
- 2000: Gutenberg 2000, Nicht ans Wort gebunden. Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig
- 1998: El Arte de los Libros de Artista, Instituto de Artes Graficas de Oaxaca
- – : Biblioteca Mexico, Mexiko-Stadt
- 1998: Buchvorstellung: Die Farbe und nichts als die Farbe. Studio der Galerie Schüppenhauer, Köln
- 1997: lectura analógica, lectura digital, arte en CD-ROM. Galerie Druck&Buch im Goethe Institut, Madrid
- – : Neue Arbeiten. Buchgalerie Mergemeier, Düsseldorf
- 1996: Artist makes Headlines, Kunstzeitung Zeitungskunst. Neues Museum Weserburg Bremen
- – : Buchkunst Galerie Druck&Buch in der Staatsbibliothek Berlin
- 1994: Kunstsammlung Tumulka, München, (e)
- – : Kunst, wie sie im Buche steht. Für Hartmut Honzera (1953–1994), Museum für Kunsthandwerk, Frankfurt
- 1993: Summer of Artist's Books. Galerie Henn, Maastricht
- 1991: Bücher und Klangobjekte. Galerie Druck&Buch, Tübingen
- – : Köln-Kunst. Kunsthalle Köln
- 1990: Klangskulpturen. Kunstraum Fuhrwerkswaage, Köln
- 1989: Klang-Reihen. Städtische Galerie, Würzburg
- 1988: Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e.V., Bonn (e)
- – : Hommage à Morton Feldman. Kölnischer Kunstverein, Köln (e)
- 1986: Altes Rathaus, Euskirchen (e)
- 1981: Junge Graphiker. Oldenburger Kunstverein, Oldenburg
- 1980: Transparentbücher und Bildgeschichten. Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Köln (e)
- 1979: Tuschebilder und Transparentbücher. Kölnischer Kunstverein, Köln (e)
- 1978: The Art of Artists Books. Teheran Museum of Contemporary Art, Teheran
- 1970: Bilder und Bücher. Galerie Chronos, Leverkusen (e)
- 1968: Galerie Kümmel, Köln (e)
Weblinks
- Website Paul Heimbach