Paul Heydel

Maler, 1854-1935, in Dresden From Wikipedia, the free encyclopedia

Paul Heydel (* 7. Februar 1854 in Dresden; † 15. Oktober 1935 in Dresden-Bühlau) war ein deutscher Maler, Bildnismaler und Illustrator.

Leben

Der Sohn des Kochs und Gastwirts sowie Inhabers des Restaurants Schweizerhäuschen[1] in der Altstadt Dresdens[2] mit der Konzession für Schank- und Speisewirtschaft Alexander Bertram Heydel[3] und dessen Ehefrau Marie Sophie, geborene Dreßler, besuchte die Kunstakademie in Dresden.[4] Vor allem gehörte Ludwig Richter zu seinen Lehrern. Als 15-jähriger Schüler der Kunstgewerbeschule zu Dresden beteiligte er sich an einer alljährlich stattfindenden Ausstellung unter Schirmherrschaft der Professoren Bary (1813–1875) und Schönherr (1824–1906) sowie des Historienmalers Kriebel (1823–1890) mit einem nach einer Vorlage gezeichneten Kopf.[5]

Ab dem zwölften Lebensjahr wuchs er ohne Vater auf. In einer Bekanntmachung warf die Dresdener Polizeibehörde Heydels Vater, dem 1827 geborenen ehemaligen Gastwirt und Koch, öffentlich vor, dass dieser sich ohne Mitteilung seines künftigen Aufenthaltsortes der Erfüllung der Ernährungspflichten gegenüber der Familie entzogen habe.[6]

An der Berliner Akademie[7] studierte er Buchgestaltung und Typografie.[8] Zur Zeit seiner Eheschließung mit der aus seiner Geburtsstadt stammenden Anna Weidig im April 1878 übte er den Beruf eines Portraitmalers in Dresden aus.[9]

Er befasste sich als Künstler hauptsächlich mit der Aquarell-Malerei und besuchte so genannte Aquarell-Abende in Dresden und nach dem Umzugin die Hauptstadt Berlin auch dort.[10] Auf dem Dresdner Aquarell-Abend entstanden Studien für eine 1881 vom sächsischen Kunstverein veranstaltete Ausstellung unter seiner Teilnahme sowie weiteren Malern, wie Oskar von Alvensleben, Paul Barthel und Alfred Diethe.[11]

Der Dresdener Kunstverein stellte von seinem Mitglied Heydel zwölf Zeichnungen zu Heinrich von Kleists Werken aus.[12][13] In einer Rezeption wurde namentlich Heydel und dessen Bildkarten zu Kohlhaas sowie den Dramen von Kleist erwähnt.[14]

Im Jahre 1887 entstand sein Aquarell über eine Sitzung von malenden Künstlern auf einem Aquarell-Abend. Eine junge Frau im Ballkleid saß in der Malerrunde Modell.[15][16] Im selben Jahr wurde das von ihm geschaffene Gemälde mit dem Titel „Act-Saal“, auch Akt-Saal, in die ständige Ausstellung des Hamburger Kunstvereins aufgenommen.[17] Zuvor wurde das Aquarell „Akt-Saal“ in der Berliner akademischen Kunst-Ausstellung im Jahr 1887 gezeigt.[18] Im Katalog Jubiläums-Ausstellung der Akademie der Künste zu Berlin im Jahre 1887 wurde das Aquarell in Schwarz-Weiß abgedruckt.[19]

Gelegentlich schuf er Ölgemälde, z. B. Anfang des 20. Jahrhunderts die Sitzende junge Frau in Tracht.[20]

Als spezialisierter Geschichtsmaler wurde er im Jahre 1890 im Verzeichnis der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft aufgenommen.[21] Illustrationen lieferte Heydel für Buch- und Zeitschriftenverlage. Dekorative Gemälde malte er zudem für preußische Repräsentanten und ihre Bauten.

Er war einer der bedeutenden Künstler der Majolikamalerei.[22]

Das Haupt Christi, bildete das zentrale Motiv einer von ihm gestalteten Relief-Lunette aus Cadiner Keramik. Der Christus-Kopf bestand aus 45 einzelnen Fliesen der Majolika-Fabrik in Cadinen.[23] Das Kunsterzeugnis wurde im ersten Cadiner Verkaufskatalog aus dem Frühjahr 1907 für 450 Goldmark in Berlin angeboten.[22] Der Christuskopf in Majolika bildete ein Ausstellungsstück der Königlichen Majolika-Werkstatt Cadinen im Jahre 1910 in Berlin.[24] In der Berliner Ausstellung über Erzeugnisse der KÖNIGLICHEN-MAJOLIKA-WERKSTÄTTE-CADINEN, Leipziger Straße, wurden von Heydel weiter mit seiner Zeichnung eines unbekleidet spielenden Knaben vor einem aufrecht sitzendem Hund gezeigt sowie zum selben Motiv eine bunt bemalte Fliese (Größe 27 × 12 cm). Das ausgestellte Kachelbild Winter, zusammengesetzt aus einzelnen von Heydel bemalten Fliesen, stellte eine Mutter und ihren Jungen in winterlicher, warmer Kleidung vor verschneiter Landschaft dar und es wurde für 450 (Gold-)Mark zum Kauf angeboten.[25] Einen farbig bemalten Blumenkasten mit einer Kinderszene, dekoriert von einer Girlande, gestaltete er gemeinsam mit dem Architekten Alfred Messel.[26]

Zu seinen Lieblingsfiguren zählte die Kindergestalt Putto. Bleistiftzeichnungen von Putten schuf er bereits als 23-jähriger Künstler und ließ sie von Wilhelm Hoffmann im Lichtdruck veröffentlichen.[27] In Gestalt einer Putte mit Flügeln legte er weiter eine motivähnliche Originalzeichnung 1889 vor, auf der Amor ein Tanzorchester dirigierte.[28] Im Februar 1897 wies der Jurist, Journalist und Autor Richard Wrede (1869–1932) in seinem Nachschlagewerk Das geistige Berlin bei der Aufzählung von Heydels Werken auf dessen „Putten-Tanz“ hin.[29]

Bei seinen Künstler-Reisen im In- und ins Ausland erhielt er Impulse für künftige Motive seiner Gemälde. Nach einem Besuch in Schweden entstand das Bild von einer Bewohnerin der historischen Provinz Dalarna unter dem Titel Dalekarlierin. Dieses Aquarell stellte er 1889 der Dresdener akademischen Kunstausstellung zur Verfügung. Ein weiteres Aquarell von einer Italien-Reise, Die Löwin von San Marco, konnte als Exponat auf der Internationalen Kunst-Ausstellung 1892 in München betrachtet werden.[30] Das Bild Felsen vor Capri (50 × 72 cm) malte er 1903. Nach einer Frankreich-Reise entstand um 1890 das Aquarell Blick auf Sacre coer, vom Boulevard des Italiens aus gesehen.[31] Nach Heydels Aufenthalt in der Schweiz brachte 1896 der Verleger Richard Bong (1853–1935) das Gemälde Bad Lenk im Berner Oberland mit dem Wildstrubelgletscher heraus.[32]

Seine Bilder signierte er mit seinem Vornamen Paul sowie Familiennamen Heydel und gelegentlich mit einer weiteren Bemerkung zur Urheberschaft in Latein: pinx. Zusätzlich schrieb er links unten im Bild nicht selten seinen aktuellen Wohnort. Besonders bei den Buchillustrationen wendete er als Autor sein Monogramm „P.H.“ an.[33] Auch das Entstehungsjahr fügte er häufig seinen Illustrationen bei, z. B. aus dem Jahre 1883 der Illustration Vom zweiten deutschen Bergmannstag, „Paul Heydel 83“.[34]

Zu seinen Auftraggebern für Illustrationen zählten sowohl Buchverlage als auch Zeitschriften wie die Leipziger Gartenlaube und das in Stuttgart herausgegebene Wochenblatt Über Land und Meer[35] sowie die Frauenzeitschrift Der Bazar.

Seine frühen Zeichnungen wurden mit Hilfe des Holzschnittes veröffentlicht wie z. B. die vom Deutschen Feuerwehrtag 1880 in Dresden[36] und Kettendampfer auf der Elbe bei Dresden[37] und Fütterung des Giraffenkälbchens im Zoologischen Garten zu Dresden.[38] Das italienische Dörfchen in Dresden druckte 1887 das Stuttgarter Wochenblatt als Grafik nach der Originalzeichnung ab.[39]

Der Maler, Zeichner und Illustrator Adolph von Menzel förderte Heydel.[40] Heydel zog im September 1886 nach Berlin, um hier zunächst für den Verleger Franz von Lipperheide Illustrationen herzustellen.[41]

In seinen Originalzeichnungen befasste sich vielfach mit Motiven zu zeitgeschichtlichen Themen im Kaiserreich. So hielt er die Verkündung des letzten Erlasses von Kaiser Wilhelm I. durch Bismarck in der Reichstagssitzung vom 9. März 1888 in einer Zeichnung fest.[42][43] Er lieferte zum Aufsatz von Gustav Dahms über das „Museum für Naturkunde in Berlin“ detailgetreue Zeichnungen von Situationen in der Reichstagssitzung vom 9. März 1888 und in der und der zoologischen.[44] Für einen Artikel des Journalisten Oskar Klaußmann (1851–1916) zum deutschen Zeitungswesen lieferte er zusammen mit dem Illustrator Fritz Gehrke Abbildungen, darunter den Ablauf im Postzeitungsamt, die Inseratannahme des Berliner Tageblattes, einen Zeitungskiosk am Potsdamer Tor in Berlin.[45]

Er war vor allem mit Gemälden in Aquarellmalerei, jedoch auch in Tempera, Öl und Gouache auf Ausstellungen vertreten, insbesondere in Berlin, Dresden, Düsseldorf und München. Während der 61. „Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin“ vom 1. September bis 27. Oktober 1889 wurde das von ihm in Ölfarben auf Leinwand gemalte Bild „Portrait in Allgäuer Tracht“ gezeigt und zum Verkauf angeboten[46], als er in der Berliner Bülowstraße 69 wohnte. Auf der Großen Berliner Kunst-Ausstellung vom 3. Mai bis 2. September 1894 in einem Gebäude auf dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Landes-Ausstellungs-Park am Lehrter Bahnhof[47] konnte sein Gemälde Die Parzen besichtigt werden. Das Copyright an diesem Gemälde[48] besaß der von Franz Hanfstaengl gegründete und dessen Sohn Edgar (1842–1910) weitergeführte Kunstverlag Franz Hanfstaengl in München.

Im Jahre 1896 wurde Heydel im Allgemeinen Künstler-Lexikon als Maler und Illustrator bekannt gemacht.[49] Der Kunsthistoriker Friedrich von Boetticher charakterisierte Heydel differenziert als Portrait- u. Genremaler, Illustrator.

Als es in Geschäftshäusern üblich wurde, die Räume von Künstlerhand schmücken zu lassen, erhielt Heydel den Auftrag, ein humorvolles Wandgemälde für ein neu erbautes Automaten-Restaurant in Berlin auszuführen. Er wählte ein lustiges Motiv: Männer konnten aus einem großen Automaten gezogen werden, um sie so durch Berliner Frauen als „Schätze“ zu retten. Der Kunstmaler ließ zwei der abgebildten, geflügelten Putten den Erwerb am Automaten beobachten.[50] Die illustrierte Zeitschrift Zur Guten Stunde, Deutsches Verlagshaus Bon & Co., veröffentlichte ein farbiges Kunstblatt mit der Bildunterschrift „Der Eheautomat. Nach dem Gemälde von P. Heydel“ und dem Zusatz „Aquarell-Faksimile“.[51] Zuvor hatte der Künstler zuvor hatte der Künstler unter „Paul Heydel [18]97“ dasselbe Motiv benutzt, um eine farbige Postkarte zu einer Automaten-Ausstellung typografisch mit folgendem Text auf der Bildseite zu gestalten:

„Den Mann entnimm vom Automat.

Drauf lege ihn in's Strecke-Bad.[52]
Durch das geläutert ER DICH kürt;
Und flugs zum Standesamte führt!“[53]

Im Jahre 1902 gehörte Heydel der Jury und Kommission der Deutsch-Nationalen Kunstausstellung in Düsseldorf unter dem Vorsitz von Arthur Kampf an. Dort arbeitete er u. a. mit den Mitgliedern Ludwig Manzel und Max Schlichting zusammen.[54] Er war zweiter Vorsitzender der Ausstellungskommission der VII. Ausstellung des Verbandes Deutscher Illustratoren im Rahmen der Großen Berliner Kunst-Ausstellung 1904 und wirkte neben dem ersten Vorsitzenden Franz Skarbina. Unterstützt wurden beide von den Mitgliedern Wilhelm Beckmann, Franz Jüttner, Friedrich Kallmorgen, Wilhelm Kuhnert und den Schriftführer Franz Müller-Münster (1867–1936)[55], einem Illustrator, Grafiker, Historien- und Genremaler. Zu den Exponaten der VII. Ausstellung des Verbandes Deutscher Illustrationen steuerte Heydel Aquarelle zum Thema Wassersport bei, darunter Vom Wannsee und Stralau.[56] Bereits 1901 wirkte Heydel als einfaches Kommissions- und Jury-Mitglied der VII. Ausstellung des Verbandes Deutscher Illustratoren.[57]

An der Künstlerausstellung im Januar 1905 in Berlin beteiligte er sich mit einer Reihe von Aquarellen aus der Gegend um Schloss Cadinen.[58] im selben Jahr nutzte er die Gouache-Malerei u. a. für die Schaffung des Gemäldes Der Löwe von Syrakus, auch „Babylonischer Löwe“ genannt.[59] Der Löwe wurde bei Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft in vielen Einzelstücken geborgen und mit der Aquarell-Malerei vergleichbaren Gouache gemalt. Der schreitende Löwe mit gesenktem Schweif aus der Prozessionsstraße wurde sowohl 1909 ein Bild-Motiv in den Veröffentlichungen des Deutschen Verlagshauses Bong & Co., Berlin[60] als auch 1966 in einem von dem Grafiker Klaus Hennig entworfenen Briefmarkensatz der Deutschen Post (DDR).[61]

Der Autor der Zeitschrift Berliner Architekturwelt Adolf Brüning wies bei der Beschreibung des neuen Wohnhauses für den 42-jährigen Berliner Kaufmann Herrmann N. Israel (* 17. Juli 1863 in Potsdam)[62][63] und dessen Ehefrau Else Israel[64], geb. Cohn (1869–1942), daraufhin, dass der Bauherr zur Ausgestaltung eines repräsentativen Zimmers mehrere Gemälde von Heydel ausgewählt hatte, während der Landschaftsmaler Julius Bodenstein die Wand- und Deckenmalereien gestaltete.[65]

Zunächst als Zeichner und Maler tätig, wurde Heydel im Jahre 1903 nebenbei als Berater der von Wilhelm II. gegründeten Majolika- und Terrakotta-Werkstätten in Cadinen berufen.[66]

Im April 1907 wurden Cadiner Fliesen in Berlin im Hohenzollern-Kunstgewerbehaus der Besitzer Lehmann & Weber ausgestellt. Einen breiten Raum dieser Ausstellung nahmen die nach Entwürfen von Heydel gefertigten Majoliken ein.[67] Zu den ersten Besuchern gehörte der deutsche Kaiser. Entwürfe von Heydel und waren u. a. als Wandbekleidung für ein Kinderheim in Zehlendorf produziert worden.[68] Als Motive für die Majoliken wählte er Kinderspiele im Wandel der Jahreszeiten.[69] Er entwarf für die Eingangshalle Villa Kretzschmar des Bankiers Hermann Kretzschmar (* 15. April 1847) und dessen Frau Susanne einen keramischen Wandfries. Dieser wurde von der Cadiner Königlichen Majolika- und Terrakotta-Werkstatt hergestellt.[70] Eine zweite Ausfertigung des Wandbildes befand sich im U-Bahnhof Klosterstraße in Berlin-Mitte.[71] In der Eingangshalle der Zehlendorfer Villa wurden Kinder bei der Gartenarbeit, darunter die jüngste Tochter Hildegard Kretzschmar, abgebildet.

Als das Kaiserpaar im Herbst 1907 seine Ziegelei- und Majolika-Werkstätte besuchte, interessierte es sich besonders für die Arbeiten von Heydel.[72]

Die deutsche Presse machte 1908 darauf aufmerksam, dass im Berliner Atelier Heydels eine Werkstätte für Cadiner Kunst bestand. Dort hatte der Künstler eine eigene Technik für die Übertragung von Bildern auf die noch ungebrannten Fliesen entwickelt.[73] Die Majolika-Technik Heydels wurde den Cadiner Majolika-Werkstätten zugänglich gemacht.[74] Heydel spendete namens der Kgl. Majolika-Werkstätten zu Cadinen am 27. August 1909 ein Fliesengemälde als Lehrmittel der Gewerbeschule in Dresden.[75]

Im November 1911 stellte der Verein für Kunst und Kunstgewerbe Erzeugnisse aus der kaiserlichen Werkstätte aus, darunter Werke von Heydel.[76]

Von ihm entworfene Fliesenbilder wurden u. a. in einer Teltower Direktoren-Villa eingebaut[77] auf dem Gelände einer damaligen Porzellanmanufaktur. Die ehemalige Direktoren-Villa einschließlich der noch vorhandenen Majolika-Fliesen wurde im Jahre 2010 als Baudenkmal in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen.[78]

In Katalogen für Auktionen wurde die praktische Anwendung der Inglasur als Technologie in der Feinkeramik dargestellt, beispielsweise bei der Umsetzung von Heydels Entwurf einer Cadiner Fliese mit dem Motiv eines preußischen Wachsoldaten vor einem Schilderhaus. Diese Fliese trug auf der Bildseite die Signatur: PAUL HEŸDEL, inv. Cardinen und zusätzlich seinen damaligen Wohnsitz Berlin. Den Abschluss von zwei Putten-Tableaus aus Keramikfliesen, entworfen von Heydel um 1910, zeigten je einen Putto an einer Säule. Die Signatur in der unteren rechten Ecke der jeweils rechten Fliese des Tableaus lautete PAUL HEŸDEL, inv. Cadinen. Auf der Rückseite einzelner Fliesen, des Scherbens, war die Prägemarke der Königlichen Majolika-Werkstätten Cadinen mit der Kaiserkrone abgebildet. Das Kunstgewerbemuseum Dresden besitzt solche von Heydel entworfenen und in Cadinen hergestellten Keramikfliesen.[79]

Das Hamburger Hotel „Atlantik“ wurde Eigentümerin eines von Heydel signierten und datierten Fliesen-Wandgemäldes von ca. zwei Meter Höhe.[80] Auf rund 130 Cadiner Majolika[22] wurde die Wilhelm II. in der Uniform eines Großadmirals der Kaiserlichen Marine mit Admiralstab abgebildet.[81] In der Uniformkunde konnte sich der Fliesenmaler besonders auf das Wissen seines Vetters, des Marineoffizier Eberhard Heydel (1872–1926) stützen. Den „Vetter Heydel vom Marinerstab“ erwähnte er auf einer Bildpostkarte aus Bühlau, geschrieben am 15. Februar 1916 an den Kommerzienrat Hermann Kretzschmar in Berlin.[82] stützen. Das Admiral-Fliesenbild wurde Mittelpunkt einer historischen Ansichtskarte von der Großen Halle im Hamburger Hotel Atlantic.[83]

Das Fliesen-Gemälde wurde 1979 wieder entdeckt und fünf Jahre später freigelegt.[84] Bereits für die Skizze hatte der Künstler die Zustimmung des deutschen Kaisers eingeholt und nach Rückkehr Wilhelm II. von dessen Korfu-Reise durfte Heydel persönlich ihm das Werk zur Begutachtung vorstellen.[85] Ein ähnliches Gemälde von Kaiser Wilhelm II. gab es über dem Kamin im Grünen Salon, auch Marinesaal genannt, des Berliner Schlosses.[86] Dieses Gemälde Wilhelm als Großadmiral aus dem Besitz des Kaisers wurde als genehmigte Reproduktion in einem Sonderheft der illustrierten Zeitschrift Die Woche 1913 als ganzseitiges Schwarz-Weiß-Bild veröffentlicht.[87]

Wilhelm II. besaß in seinen Privaträumen im Berliner Schloss ein von Heydel entworfenes Fliesenwandbild.[80] Auch für das damalige Kaufhaus Wertheim in Berlin schuf er Zeichnungen für Majolika-Fliesen.[88] Das von Heydel gemalte Schloss zu Berlin erschien als farbige Extra-Kunstbeilage in der illustrierten Zeitschrift Moderne Kunst.[89]

Bildnisse des Großen Kurfürsten und Friedrich II. schuf Heydel in Form von Medaillons.[90] Ausgewählte Stücke seiner Majolika-Kunstwerke wurden 1910 der Öffentlichkeit in einer Ausstellung von Cadiner Produkten im Warenhaus A. Wertheim Berlin, Leipziger Straße, gezeigt.[91]

Zur Vielfalt seines künstlerischen Schaffens im Auftrag der Majolika-Werkstätten Cadinen zählte auch ein mit PAUL HEYDEL signierter runder, flacher Wandteller. Auf der Bildseite lenkte ein Engel den von zwei Pferden gezogenen Streitwagen.[92] Für die künstlerische Tätigkeit bei der Gestaltung von Bildmotiven auf Majolika-Kacheln erhielt er als Auszeichnung den Roten Adlerorden.[93]

Heydel beteiligte sich mit seiner Malerei auch an Arbeiten von Bildhauern. Beispielsweise malte er eine Kinderszene auf Fliesen zum Entwurf des Wilmersdorfer Bildhauers Richard Kuöhl (1880–1961) für einen repräsentativen Brunnen in einem Innenhof in Charlottenburg.[94]

Im Jahre 1914 verlegte der Kunstmaler seinen Lebensmittelpunkt zusammen mit seiner Ehefrau Anna Heydel von Berlin in seine alte sächsische Heimat. Die Familie wohnte im Dresdener Stadtteil Bühlau/Weißer Hirsch[95][96] in der angemieteten Villa Saxonia.

Als Aufträge aus den Majolika-Werkstätten Cadinen kriegsbedingt nach 1914 ausblieben und die Kunden für Porträts abnahmen, trugen vor allem die von ihm entworfenen Künstler-Ansichtskarten zu seinem Lebensunterhalt bei. Bereits 1897 hatte er eine Postkarte humoristischen Inhalts zeichnerisch und textlich gestaltet sowie mit der Signatur PAUL HEŸDEL signiert. Im Folgejahr wurde diese Postkarte als Gruß von der Automaten Ausstellung in München genutzt.[97]

In Dresden wurde ab 1914 eine von ihm entworfene Ansichtskarten-Serie mit dem Namen Jungdeutschland gedruckt[98][99] veröffentlicht.[100] Auf einer Ansichtskarte aus der Fortsetzungsserie 1915 hatte er im zweiten Kriegsjahr als Motiv einen Schießstand gewählt und eine Spendendosen zugunsten des Roten Kreuzes sowie des Roten Halbmondes auf dem Abfertigungstisch abgebildet und darunter in Sütterlinschrift handschriftlich aufgefordert: „Üb Aug' und Hand fürs Vaterland“.[101] Die Kunstverlagsgesellschaft Wohlgmuth & Lissner Berlin[102] publizierte das von Heydel 1915 gefertigte propagandistische Aquarell „Die Karre im Dr... (eck)“ als Primus-Postkarte.[103]

Auch in der Weimarer Republik veröffentlichten Verlage vor allem aus Dresden Bildpostkarten, die auf Aquarellen von Heydel beruhten. Beispiele hierfür sind die Postkarten Weißer Hirsch – Dresden mit Oberloschwitz u. Bühlau. Klimatischer Jahreskurort, 25 m ü. M., Original Eigentum der Städtischen Kurverwaltung, Verlag Römmler & Jonas, Dresden, Sendig Hotel Königsvilla Bad Schandau aus demselben Verlag und das Schlosshotel Miramonte in Marienbad (tschechisch Mariánské Lázně) aus der Kunstanstalt Stengel und Co., G.m.b.H., Dresden.[104]

Er wirkte ehrenamtlich in künstlerischen Vereinigungen mit. In seiner Geburtsstadt beteiligte er sich an geselligen Veranstaltungen der Dresdner Kunstgenossenschaft. Auf einem Familienabend der Kunstgenossenschaft im Februar 1883 gestaltete er einen heiteren Programmpunkt gemeinsam mit dem Bildhauer, Zeichner und Professor am Polytechnikum Friedrich Rentsch.[105][106] Heydel war auch Mitglied des Reichsverbandes bildender Künstler Deutschlands (RvbK), der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft (ADK).[107] Im Verein Berliner Künstler (VBK) arbeitete er in der Festkommission mit seinen Malerkollegen Wilhelm Beckmann, Richard Knötel sowie Hans Koberstein und dem Bildhauer Friedrich Pfannschmidt erfolgreich zusammen. Mit ihnen organisierte er das Winterkostümfest 1903 erfolgreich und es kam mehrmals zu ihrer Wiederwahl.[108][109] Die Stiftung Stadtmuseum Berlin ist im Besitz von Fotografien über Geselligkeiten, an denen Heydel vor 1900 in Berlin mit weiteren Künstlern teilnahm, darunter Max Klein (1847–1908), Lovis Corinth (1858–1925) und Paul Souchay (1849–1900).[110][111]

Heydel arbeitete ehrenamtlich im Künstler-Unterstützungsverein Berlin (KUVB) mit und beim Deutschen Werkbund. Er gehörte dem Verband Deutscher Illustrationen an und übte dort die Funktion des Schriftführers der Kommission für die Verbands-Ausstellung im Jahre 1904 aus.[112] An dem Wohltätigkeits-Basar zugunsten von Journalisten im Rahmen des Berliner Presseballs 1905 beteiligte er sich mit einem selbst geschaffenen Gemälde als Sachspende wie auch der Kunstmaler Wilhelm Geissler.[113] Bereits für die Ballfest-Tombola im Januar 1891 hatte Heydel eine seiner Zeichnungen gespendet. Sie stellte den Preseball im damaligen Gebäude der Berliner Philharmonie figurenreich bzw. lebensnah dar.[114] Die Gesellschaft zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit unterstützte er in Berlin u. a. mit den Malerkollegen Wilhelm Beckmann und Heinrich Lessing, vor allem durch Mitwirkung bei Benefiz-Veranstaltungen, z. B. an Aufführungen bei Ballfesten.[115]

Wegen seiner besonderen Sachkunde als Kunstmaler und Zeitschriften- sowie Buchillustrator wurde er jahrelang als Gutachter bzw. gerichtlicher Sachverständiger herangezogen.[41]

Er wurde bei einem Berliner Künstlerfest um 1887 zusammen mit anderen Kunstschaffenden fotografiert.[116] Er saß an der Festtafel und hielt in der rechten Hand ein Trinkglas.[117] Sein Selbstbildnis malte Heydel im Atelier der Villa Villa Saxonia[118] im Stadtteil Bühlau/Weißer Hirsch. Er war im höheren Lebensalter Brillenträger. Augenfällig waren die ovalen Brillen-Gläser, der dünne Brillensteg und die beiden Bügel aus Metall. Weitere Merkmale waren das volle Kopfhaar, die kräftigen Augenbrauen und sein leicht ergrauter Vollbart. Letzterer umfing die schmalen Lippen. Gekleidet war er auf dem Porträt mit einem hellen, offenen Mantel. Darunter trug er eine Jacke sowie ein Oberhemd und eine auffällige, hell gepunktete Fliege als Accessoire.[119]

Auf dem holländischen Abend in der Schänke des Berliner Künstlerhauses Bellevuestraße fotografierte ihn 1901 der Hofphotograph Hermann Boll. Heydel saß bei diesem Kostümfest im Kreis von kostümierten Künstlern und hatte als Ausstattung einen schwarzen Zylinder, eine Halskette sowie Halskrause aus Papier und rauchte eine niederländische Pfeife. Umgeben war er u. a. von den Malern Max Uth und Max Fritz.[120] Seine Sangesfreudigkeit und humorvolle Seite bekundete er beispielgebend in einer Zusammenkunft in der Schankwirtschaft des Künstlerhauses am Abend des 22. November 1901. Er sang dort ein Lied mit folgender Strophe vor:

„Mit sanft gebog'nem Rücken,

In jeder Farbe Schein
Kann schillernd er sich bücken,
Hier vornehm – dort gemein;
Die allergrößten Chancen
Jedoch erreicht er flink,
:,: Wenn sich gesellt zum „Milchernen“
Der „Roggne“[121] Bückling :,:

Und er gi[e]bt dann den guten Rat:

Traini[e]re Deinen Rücken,
Bis tadellos gelingt
:,: Weihräuchernd höchstes Steigen Dir
Bei tiefsten Bückeling.“[122]

Sein dichterisches Talent bewies er auch im Verfassen eines Textes zur Melodie des Volksliedes „In der grossen Seestadt Leipzig“[123] Anfang 1904 anlässlich der Silberhochzeit des Bankiers und früheren Schatzmeisters des Vereins Berliner Künstler Kretzschmars und dessen Ehefrau Susanne, genannt „Sann'chen“, Tochter des Porträt- und Historienmalers Begas. Der Bänkelgesang bestand aus zwei einleitenden und acht weiteren Strophen:

„Sann'chen Begas hiess die zarte Holde,

Die bei Öl und Farbe gut gedieh –
Aber ach! Sie war bestimmt zum Golde –
Keinen Pinselquäler freite sie.

Hermann Kretzschmar hatte blonde Locken

Und Bankier wurde er noch obendrauf;
Diesen nehm ich, sagte sie ganz trocken
Und nun nahm das Drama seinen Lauf.“[124]

Heydel hatte Jahre zuvor seinen tiefsinnigen Humor durch zehn fotographisch vervielfältigte Zeichnungen mit Gedichten von Schmidt-Cabanis in dem 1884 erschienenen Buch „Spatzen-Liebe und Leben“[125] zum Ausdruck gebracht. Er wurde in einer österreichischen Rezension als reich begabter Maler charakterisiert.[126]

Aus seinem Schaffen wurde vor allem seine vortreffliche Landschaftsmalerei in zeitgenössischen Tageszeitungen gewürdigt.[127] Herangezogen wurden vor allem Gemälde mit Motiven deutscher und ausländischer Städte und seine Kreidezeichnungen nach Originalen der Dresdener Gemäldegalerie. Erwähnt wurden weiter Entwürfe für dekorative Fresken und vom letzten deutschen Kaiser erteilte Aufträge zur Anfertigung von Porträts historischer Persönlichkeiten.[41]

Von Gutachtern wurde im Juni 2025 seine Autorschaft eines Gemäldes über eine junge Dame in orientalischer Kostümierung in Erwägung gezogen, da auf einer Querleiste der Rückseite des Bilderrahmens „P. Heydel“ geschrieben stand.[128] Es soll sich bei der verkleideten Schönheit um die älteste Schwester Kaiser Wilhelms II., Prinzessin Charlotte von Preußen, handeln. Für das Herrenhaus/Schloss Cadinen schuf Heydel Wandbilder mit Porträts des kaiserlichen Paares und den Entwurf eines Brunnens.[8]

Eines der von ihm gemalten Frauenporträts betitelte er Unter Rosen und datierte es mit (18)84 unterhalb seiner Signatur. Als Schmuck trug die von ihm abgebildete junge Dame einen aus Rosen geflochtenen Blumenkranz im Haar. Der Kunstverlag von Julius Kopp in München veröffentlichte dieses Frauen-Motiv als Künstlerpostkarte.[129] 1894 veröffentlichte das Deutsche Verlagshaus (Bong & Company) in der Zeitschrift Zur guten Stunde[130] ein Aquarell unter dem Titel Des Hauses Sonnenstrahl.[131] Im selben Jahr druckte Die Gartenlaube eine weitere Mädchengestalt, gemalt von Heydel, mit der Bildunterschrift „Maiglöckchen’’ ab und deutete die beigefügte Frühlingsblume als Schmuck und Sinnbild zugleich.[132] Kaiserin Auguste Viktoria besuchte am 5. Oktober 1894 in Dresden den Gemäldesalon von Lichtenbergs Nachfolger im Victoriahaus, wo von Heydel sein Aquarell Die drei Grazien ausgestellt wurde.[133]

Mit einem anderen Aquarell unter dem Titel Abendläuten, beteiligte er sich an der Große Berliner Kunstausstellung 1904.[134]

Seine letzte Ruhestätte fand der Kunstmaler auf dem Evangelischen Friedhof Bühlau. Rückblickend wurde er als Porträt- und Genremaler, Keramikkünstler, Grafiker und Illustrator beschrieben.[8] Als Grafiker fand er Aufnahme ins Lexikon der Exlibriskünstler.[135] Heydels Vielseitigkeit als Künstler stand im Mittelpunkt eines öffentlichen Nachrufs.[136] Bereits in seinen jungen Lebensjahren hat das Feuilleton einer Dresdener Tageszeitung Heydels Entwicklung von kleinen zu höheren Aufgaben zum scharfsinnigen Künstler beobachtet.[137]

Auszeichnungen (Auswahl)

Er wurde mit preußischen Orden ausgezeichnet[138]:

  • 1908 war es der Rote Adlerorden 4. Klasse[139] und
  • 1913 erhielt er die Krone zum Roten Adlerorden.[140]
  • Als Kunstmaler in Berlin wurde ihm im selben Jahr der Titel „Professor“ verliehen.[141]

Bekanntschaften aus Künstler-Vereinen (Auswahl)

Er stand in regelmäßigen Brief- bzw. Postkartenwechsel und mündlichen Kontakt mit Berufskollegen und Freunden. Zu den Korrespondenzpartnern gehörten vor allem Ludwig Manzel[142][143] und gelegentlich der Maler, Zeichner sowie Lithograf Ismael Gentz[144] ebenso die Architekten Alfred Messel[145] sowie Carl von Groszheim[146]. Zu seinen Förderern auf dem Gebiet der Illustrationen zählte besonders der Schauspieler, Schriftsteller und Humorist Richard Schmidt-Cabanis.[147] Er lieferte für das 1884 erschienene Buch Spatzen-Liebe und Leben. Bilder aus dem Sperlings-Dasein zu den zehn Federzeichnungen von Heydel die Dichtungen.[148] In eine seiner Originalzeichnungen verewigte ihn 1889 Heydel.[149] Im selben Jahr veröffentlichte das Königliche Hof-Kunst-Institut Otto Troitzsch, später Verlag von Otto Troitzsch in Berlin Originalzeichnungen Heydels für sein zeichnerisches Werk Aus Amors Werkstatt mit dem Untertitel: Ein Bilderbuch für Liebende.[150] Die von Schmidt-Canabis beigesteuerten Dichtungen, darunter Im Ballsaal, Herzen-Ausschuß, Auf Kriegsfuß, Amor – Weltenherrscher wurden von Heydel illustriert. Die Bilder zeigten vor allem festlich gekleidete Liebespaare bei Tanz- und anderen Veranstaltungen. Der einzelne Schauplatz des unterschiedlichen Geschehens wurde von Heydel durch Amor in Gestalt von geflügelten Putten mit eigener spezifischer Handlung ergänzt.

Ausführlich korrespondierte er mit seinem Freund, dem Bankier und langjährigen Schatzmeister des Vereins Berliner Künstler Hermann Kretzschmar († 1926).[151] Der Maler und Illustrator Hermann Vogel aus dem sächsischen Krebes korrespondierte mit ihm gelegentlich im Frühjahr 1898.[152] Weiter zählten zu seinem Bekanntenkreis Oskar von Alvensleben, Max Fritz, Fritz Gehrke, Ludwig Knaus, Franz Skarbina, Max Uth und andere Künstler.

Werke (Auswahl)

Zu den Werken gehören Gemälde und gezeichnete Illustrationen:

  • Aquarell Giuseppina – auch Joséphine genannt – eines jungen Mädchens, gekleidet in einer italienischen Tracht, signiert und datiert mit PAUL HEYDEL auf dem Halbportrait.[153]
  • Allerlei Kopfbedeckungen [15 gezeichnete Herrenhüte und -mützen für Männer mit und ohne Bärte].[154]
  • Eine nächtliche Luftschiffahrt Eugen Godard's aus Paris mit dem Riesenballon Komet.[155]
  • Ein Abend auf der Brühl’schen Terrasse zu Dresden.[156]
  • Die Locke Thusneldas [Szene aus dem 2. Akt von Kleists Drama Die Hermannschlacht].[157]
  • Spatzen-Liebe und Leben. Bilder aus dem Sperlings-Dasein. Mitautor Richard Schmidt-Cabanis.[158]
  • Ankunft der Königin Viktoria von England in Charlottenburg.[159]
  • Ball des Vereins "Berliner Presse" 1889[160]
  • Moderne Radfahrer (Humoristisches)[161]
  • Der Blumenkoso in Berlin.[162]
  • Des Hauses Sonnenstrahl.[163]
  • Akt-Saal[164]
  • Zechener Mönch[165]
  • Frühling. Junges Mädchen[166]
  • Spring [Junges Mädchen mit Frühlings-Blumen][167]
  • Am Johannistage.[168]
  • In der Hasenheide[169]
  • Aus Amors Werkstatt. Ein Bilderbuch für Liebende.[170]
  • Zusammen mit Johannes Trojan (Text): Gesellige Freuden. Verlag Max Krause, Berlin [1890], OCLC 253712336, 12 Zeichnungen, signiert mit „Paul Heydel“ sowie (teilweise) zusätzlich die Jahreszahl (18)88, z. B. zwei Zeichnungen zum Thema Offener Abend, [Abschiedsszene: Ganzporträt des Künstlers mit Vollbart, dunkle Festkleidung, weiße Weste Fliege sowie schwarzer Zylinder bei Überreichung des hellen ] S. 23
  • Die Eroberung des Nordpols. Schilderung der Fahrten und Entdeckungsreisen nach dem Polargebiete, mit besonderer Berücksichtigung der Nordpolfahrt Nansens. Für die Jugend darstellt von David Haek und fünf ganzseitige Illustrationen in Farbendruck, darunter Versorgungsdampfer vor maritimer Forschungsstation, signiert mit P. H. rechts unten im Bild.[171]
  • Maiglöckchen, auch Die Frau mit dem Maiglöckchen, veröffentlicht als farbige Kunstbeilage in Die Gartenlaube[172] und vom Kunstverlag Franz Hanfstaengel in München.[173]
  • Silvester-Nachklänge. Originalzeichnung, Holzschnitt von Richard Brend’amour[174]
  • Drei Parzen, Gemälde von 1894.[175]
  • Fünf ganzseitige Illustrationen im Farbendruck, darunter Begrüßung zwischen einem vornehm gekleideten Mann und einem barfüßigen Mädchen zur Geschichte Bergführer Franzi aus dem Berner Alpen, nach Aquarellen von Paul Heydel in Ferida[176] und andere Erzählungen für Mädchen von zehn bis fünfzehn Jahren der Schriftstellerin Emilie Ludwig (1839–1903[177]) signiert mit P. H. rechts unten im Bild.[178]
  • Zeichnung (Gravüre) zu In die weite Welt und weiteren Erzählungen von Pauline Schanz[179]
  • Zeichnung (Gravüre) zu Aus dem Mädchenleben. Drei Erzählungen für die reifere weiblich Jugend von Anna Schober[180]
  • Babylonischer Löwe. Signiert mit PAUL HEYDEL [19]05. Das Bild-Motiv schreitender Löwe mit gesenktem Schweif hatte seinen Ursprung auf buntglasierten Ziegeln an der Wand einer Prozessionsstraße in Babylon während der Regierungszeit von Nebukadnezar II.[181]
  • In der Allee von Cadinen (Wilhelm II. mit Auguste Viktoria im PKW und Chauffeur)[182]
  • Eine Zeichnung von Wilhelm II. in Jagdkleidung mit zwei Hunden ferigte der Künstler 1913 in Cadinen an und die Kaiserin hatte er zwei Jahre zuvor auch im September dort porträtiert.[183]
  • Frontispiz zu Hanna. Erzählung für erwachsene Mädchen von der Autorin Anna Schober mit dem Motiv [Junge Frau in heller Garderobe und mit erstauntem Blick sowie erhobenen Armen im Türrahmen eines Zimmereingangs stehend und ihr gegenüber eine schwarzgekleidete Dame. Letztere befindet sich vor einer offenen (Liebes-)Briefschatulle und schaut sich neugierig bzw. unbefugt den Inhalt an.][184]
  • Friedrich von Schiller. Wanderfahrten eines Dichterfürsten von Conrad Fischer-Sallstein (1847–1908).[185] Nach Heydels Aquarellen entstanden fünf unsignierte Farbtafeln für dieses Jugendbuch, darunter Schiller auf einer Gartenbank sitzend im Kreis von vier Kindern und zwei Frauen.[186]
  • Im Katalog einer Ausstellung der Berliner Secession im März 1901 in Berlin-Charlottenburg wurde in der Abteilung Künstlerischer Bilderbücher eine Ausgabe von Victor Blüthgen's Märchen für Jung und Alt[187] aufgeführt, wo Paul Heydel als Mitwirkender an den 20 Textbildern neben Ludwig Berwald, Robert Engels, W. Müller-Schönefeld, Carl Röhling, Franz Stassen und L. von Zumbusch genannt wurde.[188]
  • In Dresslers Kunsthandbuch[189] wurde unter Heydels Werken für die Kirche in Dahlem Christus genannt. Im Bericht über die Einweihung der vollständig erneuerten Dorfkirche am 4. November 1906[190] wurden nur die neuen Malereien an Decken und Wänden mitaufgeführt, ohne das neue Altarbild Auferstehung Jesu Christi bzw. dessen Künstler zu erwähnen.

Das motivgleiche Gemälde Auferstehung Jesu Christi wurde auf ein erhaltenes Holztafelbild aufgenagelt.[191][192] Mit der von Heydel praktizierten Maltechnik wurden der Christus-Figur zwei für den Künstler typische Putten am Rand des Sarkophags nach der Auferstehung durch den Kunstmaler platziert.[193] Raffaels Engel in Puttengestalt hatte er bereits zu Beginn der künstlerischen Laufbahn als ein Detail in seiner Nachzeichnung[194] der Sixtinischen Madonna dargestellt.

Literatur

Commons: Paul Heydel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Villa Saxonia (Dresden-Bühlau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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