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Paula Schwarz

Hutmacherin und Geschäftsfrau in Berlin (1872-1943), Opfer des Holocaust From Wikipedia, the free encyclopedia

Pauline „Paula“ Schwarz (* 11. Februar 1872 in Rogowo, Posen; † 4. Januar 1943 im Ghetto Theresienstadt) war eine jüdische Hutmacherin und Geschäftsfrau in Berlin.

Werdegang

Paula Schwarz war die Tochter von Isidor und Dore Schwarz und wuchs mit ihrer jüngeren Schwester Eva (1874–1943) auf.[1][2] 1901 heiratete sie in Berlin Julius Löwenthal (1865–1921), am 11. Dezember 1903 wurde Sohn Joachim in Berlin geboren.[3]

In der Tauentzienstrasse 20 in Berlin-Charlottenburg führte Paula Schwarz erfolgreich einen Hutsalon,[4] in dem sie ihre eigenen Modelle ausstellte und vertrieb. Ihre Hüte ließ sie von der jüdischen Fotografin Yva kunstvoll in Szene setzen und festhalten.[5] Sie beteiligte sich an der Ausstellung Die Frau in Haus und Beruf, die begleitend zum Deutschen Frauenkongreß vom 24. Februar bis 24. März 1912 stattfand. Ihre Kreationen wurden in der Fachabteilung 12 im Bereich Mode in den Berliner Wilhelmshallen ausgestellt.[4] Zu ihren Kundinnen gehörten bekannte Schauspielerinnen,[6] darunter Ruth Weyher, Grete Mosheim und Dary Holm.[7] Nachdem am 20. Oktober 1921 ihr Mann gestorben war, lebte Paula Schwarz allein mit ihrem Sohn in Berlin-Kreuzberg.[3]

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Paula Schwarz’ Geschäft 1939 liquidiert. Am 28. August 1942 wurde sie von ihrem letzten Wohnsitz in der Virnsberger Straße 21 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und Anfang Januar 1943 im Holocaust umgebracht.[6][8] Als Todesursache wurde „Pneumonie–Lungenentzündung“ angegeben.[1] Ihre Schwester Eva gelangte mit demselben Transport nach Theresienstadt, wurde im Mai 1944 in das KZ Auschwitz deportiert und starb dort,[2] ebenso wie ihr Sohn Joachim im April 1944.[3]

Eine Sammlung von Modebildern mit Hüten von Paula Schwarz befindet sich in den Staatlichen Museen zu Berlin. Im Jahr 2025 zeigte das Jüdische Museum Berlin die Ausstellung Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne, in der auch Paula Schwarz vertreten war.[9]

Literatur

Einzelnachweise

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